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MHH-Professorin erhält Louis-Jeantet-Preis für Medizin

20.01.2015 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

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Ehre für Emmanuelle Charpentier: Von ihrer Grundlagenforschung werden bedeutende Auswirkungen in der Medizin erwartet Einer der beiden diesjährigen Louis-Jeantet-Preise für Medizin geht an Professorin Dr. Emmanuelle Charpentier. Sie erhält den mit 700.000 Schweizer Franken (zirka 690.000 Euro) dotierten Preis für ihren Beitrag zur Nutzbarmachung eines alten Mechanismus der bakteriellen Immunität zu einer leistungsstarken Technologie zur Bearbeitung von Genomen.

Krankheitserregende Bakterien verfügen über ein Immunsystem, mit dem sie sich gegen ihre Feinde, insbesondere Viren, verteidigen können. Bei der Studie dieses Systems entdeckte Professorin Charpentier während ihrer Zeit als Gruppenleiterin an der Umeå University in Schweden mit ihrem Team einen einzigartigen Mechanismus: das CRISPR-Cas9 System eine Art molekulare Schere, die aus zwei Ribonukleinsäuren (RNAs) und einem Protein besteht. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Professorin Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley, konnte sie zeigen, dass der Mechanismus als leistungsstarke Technologie zur Gen-Editierung genutzt werden kann also als Werkzeug, mit dem Gene zielgerichtet abgeschaltet oder korrigiert werden können. Dies wird als Revolution in der Biologie gefeiert und bereits heute in Laboren auf der ganzen Welt in unterschiedlichsten Anwendungen genutzt.

Das CRISPR-Cas9-System hat schon jetzt viele Grenzen durchbrochen und die Gentechnik flexibler, effizienter und einfacher gemacht, sagt Professorin Charpentier. Sie hat eine Alexander von Humboldt-Professur an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) inne, leitet die Abteilung Regulation in der Infektionsbiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und ist Gastprofessorin an der Umeå University, Schweden. Besonders reizvoll ist ihre Entdeckung, da das System vielfältig angewandt werden kann: Nicht nur eine effiziente Behandlung oder Vorbeugung von Erbkrankheiten ist damit denkbar, sondern auch neue Therapieansätze im Kampf gegen chronische Erkrankungen wie Aids und Krebs oder auch Einsätze im Agrarsektor.

Seit seiner Einführung 1986 wurde der Louis-Jeantet-Preis bis heute 82 Forscherinnen und Forschern verliehen. Zehn von ihnen erhielten anschließend den Nobelpreis für Physiologie, Medizin oder Chemie ausgezeichnet. Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin gehört zu den bestdotierten Auszeichnungen Europas und fördert die wissenschaftliche Exzellenz. Er dient vor allem der Finanzierung innovativer Forschungsprojekte, die mehr oder weniger unmittelbar der Behandlung von Krankheiten dienen.

Ich fühle mich sehr geehrt, diesen angesehenen Preis zu erhalten, sagt Professorin Charpentier. Ich sehe ihn als Motivation für mich und mein Team, unsere Arbeit fortzusetzen und werde das Preisgeld nutzen, um die Mechanismen der Pathogenität von Streptococcus pyogenes weiter zu erforschen.
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