Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 18. Oktober 2017 

Zwischen Theorie und Praxis

21.01.2015 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Ulf Peschel ist neuer Lehrstuhlinhaber für Theoretische Physik/Festkörperoptik der Universität Jena Pünktlich zum Beginn des Internationalen Jahres des Lichts haben die Lichtstadt Jena und die Friedrich-Schiller-Universität Verstärkung bekommen: Mit Prof. Dr. Ulf Peschel ist im aktuellen Wintersemester ein weiterer Lichtforscher dem Ruf an die Jenaer Universität gefolgt. Der 50-Jährige hat den Lehrstuhl für Theoretische Physik/Festkörperoptik übernommen. Zuvor hatte Peschel neun Jahre lang eine Professur für Experimentalphysik an der Universität Erlangen-Nürnberg inne.

Licht, so macht der Physiker deutlich, stehe im Mittelpunkt all seiner Forschung. Und das sowohl theoretisch als auch experimentell. Denn obwohl der waschechte Jenenser ausgebildeter Theoretiker ist und für seine Forschungen vorrangig am Computer arbeitet, setzt er nicht erst seit seiner Erlanger Zeit auch auf experimentelle Untersuchungen. Vielmehr sieht Peschel in der engen Verzahnung von Theorie und Experiment bzw. Anwendung seinen persönlichen Forschungsansatz.

Meine Forschungen berühren weite Bereiche der klassischen, integrierten und nichtlinearen Optik, erläutert Peschel und betont, dass ihn dabei sowohl Fragestellungen der Grundlagenphysik als auch der angewandten Forschung interessieren. In gemeinsamen Projekten mit der chemischen Industrie optimieren er und sein Team beispielsweise die Brillanz von Farbpigmenten wie sie in der Kosmetik oder zum Einfärben von Baustoffen verwendet werden. Besonders fasziniert den Physiker wie sich Konzepte, die in anderen Bereichen der Physik entwickelt wurden, etwa der Festkörperphysik, Quantenfeldtheorie oder Relativitätstheorie, auf die Optik übertragen und sich so z. B. in der optischen Kommunikation anwenden lassen. Ein Beispiel dafür sei die Ausbreitung von Licht in Subwellenlängenstrukturen und in optischen Fasern. Interessant ist, dass es möglich ist, durch die Strukturierung der Umgebung den Lichtteilchen völlig neuartige Eigenschaften zu geben, zum Beispiel positive oder negative effektive Massen.

Der Wechsel von Erlangen nach Jena ist für Ulf Peschel eine Rückkehr zu seinen wissenschaftlichen und persönlichen Wurzeln. Er ist in Jena aufgewachsen und hat an der Friedrich-Schiller-Universität Physik studiert. Hier wurde er 1994 promoviert und habilitierte sich 2002 im Fach Theoretische Physik. Von 1998 bis 1999 forschte er an der Universität im schottischen Glasgow und nahm 2005 den Ruf an die Uni Erlangen-Nürnberg an.

Dass ihn seine Karriere anschließend zurück an seine Uni führen würde, damit hat der Vater dreier, inzwischen erwachsener Söhne zwar nicht gerechnet, ist dem Ruf jedoch gerne gefolgt. Ich freue mich darauf, in einem Umfeld zu forschen, in dem mein eigenes Arbeitsgebiet, die Optik, eine solche Bedeutung hat und dabei gleichzeitig meine Heimatstadt ein zweites Mal kennenzulernen, sagt Prof. Peschel.

Kontakt:
Prof. Dr. Ulf Peschel
Institut für Festkörpertheorie und -optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Helmholtzweg 4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947170
E-Mail: ulf.peschel[at]uni-jena.de Weitere Informationen:http://www.uni-jena.de
uniprotokolle > Nachrichten > Zwischen Theorie und Praxis
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/291331/">Zwischen Theorie und Praxis </a>