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Mit Hochdruck gegen Herzverkalkungen

21.01.2015 - (idw) Universitätsklinikum Freiburg

Dr. Ingo Hilgendorf vom Universitätsklinikum Freiburg erhält über eine Million Euro für neue Forschungsansätze im Kampf gegen Arteriosklerose Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert mit über einer Million Euro Dr. Ingo Hilgendorf, Klinik für Kardiologie und Angiologie I am Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Christoph Bode), im Rahmen einer Emmy-Noether-Forschungsgruppe. Die Förderung ist auf fünf Jahre ausgelegt und mit einer Junior-Professur vergleichbar. Dr. Hilgendorf untersucht, welchen Beitrag Fresszellen des Immunsystems zu Arteriosklerose leisten, einer chronischen Entzündung der Gefäße. Ziel der Forschung ist es, diese Entzündungsreaktionen gezielt zu hemmen und dadurch die Ursache der Arteriosklerose zu behandeln. Folgeerscheinungen der Erkrankung, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt, sind die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen.

Bei einer Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt, lagern sich Blutfette, Zellen oder Kalk in den Gefäßwänden ab, was als Plaque bezeichnet wird. Bisher wird Arteriosklerose ausschließlich symptomatisch behandelt. Unser großes Ziel ist es, die Arteriosklerose an ihrer Wurzel zu behandeln, indem wir den Entzündungsprozess aufhalten, so Dr. Hilgendorf. Fresszellen, auch Makrophagen genannt, kommen dabei nach Ansicht des Mediziners eine deutlich größere Bedeutung zu als bislang vermutet. Wir konnten zeigen, dass sich Makrophagen im Plaque lokal vermehren und so die Entzündung antreiben. Die gezielte Hemmung dieser Zellteilung bietet einen völlig neuen Ansatz in der Therapie, den wir nun intensiv verfolgen wollen, sagt Dr. Hilgendorf.

In Vorstudien haben wir zudem beobachtet, dass durch diese Hemmung bereits bestehende Plaques abschmelzen, erklärt der Arzt. Bislang lassen sich vorhandene Verkalkungen durch Medikamente und einen gesünderen Lebensstil nur unzureichend reduzieren und bilden so ein lebenslanges Risiko für die Betroffenen.

Eine Emmy-Noether-Gruppe herausragenden Nachwuchsforschern die Möglichkeit geben, sich zügig für wissenschaftliche Leitungsaufgaben zu qualifizieren. Auch Prof. Dr. Christoph Bode, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg Bad Krozingen, ist über die Förderung hoch erfreut: Zentrale Aufgabe eines Universitätsklinikums ist es, Spitzenmediziner von morgen auszubilden. Dieses Bemühen um Freiräume und die besten Nachwuchsforscher wurde jetzt mit einer der prestigeträchtigsten Förderungen Deutschlands belohnt.

Dr. Ingo Hilgendorf, 1981 geboren, studierte und promovierte in Tübingen. Seit 2007 ist er Ärztlicher Mitarbeiter am Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen. Zwischen 2011 und 2014 war er an der Harvard Medical School, Boston, USA, tätig. Dr. Hilgendorf wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Gesellschaft für Thrombose und Hämatoseforschung. Er ist verheiratet und hat ein Kind.

Kontakt:
Dr. Ingo Hilgendorf
Klinik für Kardiologie und Angiologie I
Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen
Telefon: 0761 270-34010/ -70380
Email: ingo.hilgendorf@universitaets-herzzentrum.de Weitere Informationen:http://www.uniklinik-freiburg.de Universitätsklinikum Freiburghttp://www.immunocardio.org Laborwebsite von Dr. Ingo Hilgendorf
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