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Krebs anders behandeln - Grundlagenforschung und Klinik eng verzahnen

22.01.2015 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Berlin/Wiesbaden Etwa eine halbe Million neudiagnostizierte Krebspatienten erwarten Forscher für das Jahr 2014 allein in Deutschland. Rund die Hälfte der Betroffenen wird an ihrer Erkrankung versterben. Um die Prävention, Diagnostik aber auch Therapie für die Patienten zu verbessern, müssen sich die beteiligten Fachgebiete in der Krebsforschung bestmöglich vernetzen, so die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Nur dann gelinge es, neues Grundlagenwissen in die Klinik und zum Patienten zu bringen. Diese Translationale Forschung ist ein Thema der Pressekonferenz der DGIM am 5. Februar 2015 in Berlin. Die Experten diskutieren, wie sich die Behandlung von Krebs zukünftig verändern wird.

Wissenschaftler schlüsseln menschliche Erbsubstanz heute so schnell und genau auf, dass sie an krankhaft veränderten Gene erkennen können, welche Form von Krebs diese verursachen. Diese Hochdurchsatz DNA-Sequenziertechnologie erlaubt es, gezielt gegen eine bestimmte Krebsart vorzugehen. Das kann jedoch nur dann funktionieren, wenn Grundlagenwissenschaftler in den klinischen Prozess stark mit eingebunden und beide Seiten eng verzahnt werden, erklärt Professor Dr. med. Michael Hallek, Vorsitzender der DGIM und Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln. Traditionell handele es sich hier eher um voneinander getrennte Bereiche. Die Translation bringt sie zusammen, eröffnet eine neue Dimension der Krebsforschung und stiftet das ist das Hauptziel großen Nutzen für unsere Patienten, so Prof. Hallek.

Bei der translationalen Krebsforschung arbeiten Ärzte, Biologen, Grundlagenwissenschaftler und Pharmakologen eng zusammen und entwickeln so gemeinsam neue Wege in der Behandlung von Krebs. Biochemiker erforschen zum Beispiel Abwehrmechanismen der Krebszelle, die ihr einen Überlebensvorteil gegenüber anderen Zellen im Körper bieten, beschreibt Professor Dr. med. Christian Reinhardt aus dem Kölner Team. Er ergänzt: Anhand des Profils der Zellen entwickeln dann Molekularbiologen, Chemiker und Bioinformatiker Wege, um diese resistenten Krebszellen zu bekämpfen. Die Validierung neuer Ansätze, sowie die Erprobung eines neuen Medikaments erfolgen dann modellhaft an genetisch definierten Tiermodellen humaner Krebserkrankungen, sowie an menschlichen Zellen und Geweben. Die neu studierten Wirkprinzipien wiederum finden bei Erfolg im Modell eine klinische Anwendung am Patienten, erklärt der Experte und betont: Der große Vorteil an diesem Vorgehen ist, dass Patienten auf diese sehr gezielte, individuelle Therapie besser ansprechen. Zudem blieben ihnen unnötige Therapien mit Präparaten erspart, die bei ihnen nicht wirken, weil der Krebs dagegen resistent ist diese Zeit sei zudem wertvolle Lebens- und Therapiezeit.

Daran knüpfte sich auch die Frage, ob eine umfassende Genanalyse für alle Patienten durchführbar sein wird und wie die Patientendaten zu schützen sind. Diese Aspekte diskutiert Professor Reinhardt mit weiteren Experten im Rahmen der Pressekonferenz der DGIM in Berlin.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)
Termin: Donnerstag, 5. Februar 2015, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Geschäftsräume der DGIM, Oranienburger Straße 22, 10178 Berlin (Mitte)

Vorläufiges Programm:

121. Internistenkongress Molekulare Prinzipien der Inneren Medizin: Aufbruch in eine neue Ära
Professor Dr. med. Michael Hallek
Vorsitzender der DGIM, Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln

Choosing wisely klug entscheiden: Über- und Unterversorgung vermeiden
Professor Dr. med. Dr. h. c. Ulrich R. Fölsch
Generalsekretär der DGIM, Kiel

Scheideweg Transition? Wenn Jugendliche mit chronischen Erkrankungen in die Erwachsenenmedizin gelangen
Professorin Dr. med. Britta Siegmund
Direktorin der Medizinischen Klinik I (Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie),
Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin

Immer mehr Patienten in der Intensivmedizin: kann das System das leisten?
Dr. med. Matthias Kochanek
DGIM Kongress-Team 2015, 121. Internistenkongress Oberarzt an der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln

Translationale Forschung am Beispiel Krebs wird es für jeden Patienten eine Genanalyse geben, wer bezahlt das und wie schützen wir die Daten?
Professor Dr. med. Christian Reinhardt
DGIM Kongress-Team 2015, 121. Internistenkongress, Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln

DGIM 2015: Der Internistenkongress geht nach Mannheim und die MEDICA EDUCATION CONFERENCE steht bereits wieder in den Startlöchern

Rechtsanwalt Maximilian Guido Broglie
Geschäftsführer der DGIM, Wiesbaden

Kontakt für Journalisten:
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Anne-Katrin Döbler/Anna Julia Voormann/Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20
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