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Gemeinsam an einem Strang ziehen

23.01.2015 - (idw) Fachhochschule Bingen

Bahnlärm durch den Schienenverkehr ist ein Dauerbrenner in der öffentlichen Diskussion im Mittelrheintal. Präsident Professor Dr. Klaus Becker kann den Frust und die Verzweiflung der betroffenen Bürger gut verstehen, und hat deshalb das Thema zur Chefsache erklärt. Die Situation ist untragbar, alle bisherigen Bemühungen dem Lärmproblem auf technischer Seite beizukommen, bringen entweder keine merkliche Besserung, oder deren Umsetzung ist weit in die Zukunft gerichtet, merkt Dr. Becker an. Wirksame Verbesserungen sind letztendlich nur durch politische Restriktionen zu erwarten. Geschwindigkeitsbeschränkungen wie im Straßenverkehr oder das Nachtflugverbot sind dabei gute Beispiele wie es bei anderen Verkehrsmitteln funktionieren könnte.

Dabei bereitet den Experten der FH Bingen ein weiterer Aspekt im engen Mittelrheintal große Sorge. Von den rumpelnden Zügen gehen nicht nur Lärm sondern auch Erschütterungen aus. Vibrierende Fußböden, klirrende Gläser im Schrank, ein Grummeln in tiefen Frequenzen immer wenn ein Zug vorbeifährt, so machen sich die Erschütterungen bemerkbar. Die gestressten Anwohner müssen daher auch noch um die Bausubstanz fürchten, so dass neben der gesundheitlichen Beeinträchtigung den Anwohnern auch noch ein finanzieller Schaden drohen könnte.

Im Labor für Schall- und Erschütterungsschutz der FH wird daher unter Leitung des Akustikexperten Professor Dr. Frieder Kunz untersucht, wie sich diese Erschütterungen im Mittelrheintal ausbreiten und wie viele Anwohner der links- und rechtsrheinischen Strecken betroffen sind. Im Jahr 2014 wurde in einer beim TÜV Hessen durchgeführten und vom Wiesbadener Umweltministerium geförderten Abschlussarbeit, ein Ansatz zur Messung und Bewertung der Erschütterungsausbreitung entwickelt. Darauf aufbauend wollen Binger Studenten für weitere Orte das Ausmaß von Erschütterungen durch den Schienenverkehr messen. Geplant sind weiterhin Interviews mit Anwohnern sowie Erschütterungsmessungen an und in Gebäuden.

Betroffene Bürger, die mit der FH Bingen zusammenarbeiten wollen und Erschütterungsmessungen auf ihren Grundstücken erlauben, können sich daher bei der FH melden. Gemeinsam an einem Strang ziehen, damit kann man viel erreichen, appelliert der FH-Präsident an betroffene Bürger und Interessenvertretungen sich mit gemeinsamer Stimme Gehör zu verschaffen. An der FH Bingen finden geplagte Bahnanrainer jedenfalls offene Ohren und unabhängige Fachkompetenz in Sachen Technik.
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