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73 Nationalitäten EINE Hochschulmedizin Dresden

26.01.2015 - (idw) Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Fast 6.000 Mitarbeiter in Krankenversorgung, Forschung, Lehre und Verwaltung sowie etwa 2.500 Studierende der Medizin, Zahnmedizin, Public Health und Medical Radiation Sciences das ist die Hochschulmedizin Dresden. Insgesamt arbeiten hier für Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Menschen mit 73 verschiedenen Nationalitäten. Ein Fakt, der klar unterstreicht, wie existenziell internationale Teams für Wissenschaft und Patientenversorgung sind. Als Reaktion auf die mittlerweile wieder offen geführte Diskussion über den Status von Menschen mit Wurzeln im Ausland, wurde am 25. Januar auf dem Campus der Hochschulmedizin von Dekan Prof. Heinz Reichmann ein Banner gehisst, auf dem alle Menschen begrüßt werden, ganz egal welcher Herkunft, egal mit welchem sozialen Status sie hier eine Heimat suchen oder bereits gefunden haben. Zusätzlich übernimmt das Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus das Catering für die Crew, die am Wochenende die Bühne auf dem Dresdner Neumarkt aufbaut. Am Montag werden dort mehrere zehntausend Menschen ein großes Festival feiern und signalisieren: Offen und bunt Dresden für alle!.

Statement des Dekans der Medizinischen Fakultät Hier sind alle willkommen die Dresdner Hochschulmedizin steht für einen weltoffenen Campus: Die ganze Welt schaut jetzt kritisch auf Deutschland, speziell Sachsen und Dresden. Es liegt in unseren Händen, wie wir die aktuellen Herausforderungen für das gesellschaftliche Miteinander und unserem auf dem Grundgesetz basierenden Wertegefüge meistern. Wir sollten klare Signale senden, ausländische Kollegen und natürlich unsere zahlreichen Studierenden verschiedenster Nationalitäten erhöhen die Vielfalt an der Medizinischen Fakultät und sind herzlich willkommen. Sie lernen von uns und wir lernen von ihnen. Wenn Menschen mit ausländischen Wurzeln infolge einer negativen Grundstimmung nicht mehr den Weg nach Sachsen und Dresden einschlagen beziehungsweise wegziehen, ist das nicht nur ein zwischenmenschliches Desaster, sondern auch der Todesstoß für den Wissenschaftsstandort Sachsen. Jedem muss klar sein, dass damit nicht nur Arbeitsplätze in der Forschung auf lange Sicht verloren gehen sondern auch die zahllosen Sachsen, die für diese Zukunftsbranchen als Dienstleister ihr Geld als Bäcker, Fleischer, Taxifahrer, Tagesmutter, Fensterputzer und Zeitungsverkäufer verdienen, vor einer unsicheren Zukunft stehen. Denn die ausländischen Kolleginnen und Kollegen können und wollen nicht unterscheiden, ob fremdenfeindliche Äußerungen und Handlungen den Forschern, Ärzten, Krankenpflegern und ihren Familien oder den muslimischen Asylsuchenden gelten. Extremisten und Fundamentalisten will niemand beherbergen. Deshalb aber eine Stimmung zu schaffen, die für unsere ausländischen Mitbürger ein Klima der Sorge und teilweise Angst um das eigene Wohl und das ihrer Lieben verursacht, ist unerträglich, unmenschlich und unzivilisiert.

In den letzten Jahren haben die Menschen hierzulande etwas ganz besonderes geschaffen. Dresden hat sich zu einem exzellenten Forschungsstandort entwickelt, dessen international bewunderte Besonderheit es ist, dass hier über den Tellerrand geschaut wird und fachliche wie institutionelle Grenzen spielend überschritten werden. Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben die sächsische Landeshauptstadt zu ihrer Heimat gemacht und arbeiten in vielen Forschungseinrichtungen, so zum Beispiel an der Medizinischen Fakultät. Davon profitieren alle sowohl in der medizinischen Forschung und Versorgung, als auch in der gesamten Biotechnologiebranche. Auf die wertvollen Ideen unserer ausländischen Kollegen können und wollen wir unter keinen Umständen verzichten. Jedes Ausgrenzen und Abschotten würde uns unweigerlich unserer Wettbewerbsfähigkeit berauben.

Wer heute diesen Status quo halten will, der muss sich auch auf Neues einstellen können. Das ist längst mehr als ein nüchternes wirtschaftliches Postulat, sondern ein Teil unserer sozialen Wirklichkeit. Im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns steht immer der Mensch, also auch die Situation der Flüchtlinge. Oftmals setzen sie ihr Leben aufs Spiel, um Hunger, politisch-religiöse Verfolgung und Perspektivlosigkeit hinter sich zu lassen. Probleme, die auch in unserer abendländischen Art des Lebens und Wirtschaftens ihren Ursprung haben. Somit sind auch wir nicht frei aller Verantwortung für die Zustände in den Heimatländern der Flüchtlinge.

Die ganze Welt schaut jetzt kritisch auf Deutschland und Dresden. Es liegt in unseren Händen, wie wir die aktuellen Herausforderungen für das gesellschaftliche Miteinander und unserem auf dem Grundgesetz basierenden Wertegefüge meistern. Wir sollten klare Signale senden, ausländische Kollegen und natürlich unsere zahlreichen Studierenden verschiedenster Nationalitäten erhöhen die Vielfalt an der Medizinischen Fakultät und sind herzlich willkommen. Sie lernen von uns und wir lernen von ihnen." Weitere Informationen:http://tu-dresden.de/medhttp://www.dresden-place-to-be.de/ Anhang

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