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Mit gesundem Lebensstil Krebsrisiko senken - Infotag am 31. Januar im Dresdner Uniklinikum

27.01.2015 - (idw) Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden beteiligt sich ab diesem Jahr an einer zweistufigen bundesweiten Studie zur Krebsvorsorge: Im Mittelpunkt stehen die Fragen nach der Wirksamkeit spezieller Lebensstilprogramme und darauf aufbauend deren Effekte: Also ob sie das Risiko erblich vorbelasteter Frauen minimieren können, erstmals an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken oder einen Rückfall zu erleiden. Welche Frauen an der Studie teilnehmen können und wie sie abläuft, darüber informieren die Krebsexpertinnen aus München und Dresden beim 6. Selbsthilfetag Familiärer Brust- und Eierstockkrebs am 31. Januar. Zu dieser Veranstaltung eingeladen sind nicht nur betroffene Frauen, sondern auch Angehörige und Interessierte. Neben Vorträgen zu den Themen Brustbewusst Chirurgie zwischen onkologischer Sicherheit und Ästhetik und Aus der Sicht der Frauen Umfrage zu Konsequenzen nach dem Gentest gibt es Workshops zu der Studie, zum Thema Brustselbstuntersuchung und Epithesenversorgung sowie zur Frage Leben mit Mutation Was kann Selbsthilfe?. Neben der Beratung durch Experten gibt es die für die Betroffenen besonders wichtige Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Die Veranstaltung informiert daher auch über die Arbeit von regionalen Selbsthilfegruppen und dem BRCA-Netzwerk.

Der zum sechsten Mal am Klinikum veranstaltete Informationstag findet statt am

Sonnabend, dem 31. Januar 2015, von 10 bis 14 Uhr,
im Hörsaal des Universitäts Kinder-Frauenzentrums (Haus 21)
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden (Eingang über die Pfotenhauerstraße).

Mit der Studie Lebensstil-Intervention bei Frauen mit erblichem Brust-und Eierstockkrebs und Frauen mit BRCA-Mutationen oder hohem Krebserkrankungsrisiko kurz LIBRE soll das Wissen über die vorbeugende Wirkung eines aktiven und gesunden Lebensstils wissenschaftlich untermauern. Um das Anliegen des Forschungsprojekts den Gästen des Informationstages nahezubringen, kommt die Initiatorin der Studie, Prof. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München auf Einladung von Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Universitätsfrauenklinik Dresden ins Kinder-Frauenzentrum. Die LIBRE-Studie baut auf wissenschaftliche Erkenntnisse auf, die in den letzten 20 Jahren weltweit publiziert wurden. So gelten falsche Ernährung und Bewegungsmangel bei 30 Prozent aller Krebserkrankungen als wesentlicher Auslöser noch vor Rauchen (25 Prozent) und Alkohol (drei Prozent). Der Anteil der Risiken, die sich durch individuelles Verhalten nicht deutlich verringern lassen, beläuft sich insgesamt auf 18 Prozent. Das sind die Gefährdung am Arbeitsplatz, Umweltverschmutzung, Infektionen und Genetische Ursachen. Bei einem knappen Viertel der Krebserkrankungen ist der Auslöser bislang unklar.

Bei Frauen mit nicht erblichem Brustkrebs zeigen zahlreiche Studien, dass der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst wird, wenn sie regelmäßig körperlich aktiv sind, sich gesund ernähren, ein normales Körpergewicht halten und eine positive Lebenseinstellung haben. Auch das Risiko, überhaupt zu erkranken oder einen Rückfall zu erleiden, wird durch diese Faktoren vermindert. Ob dies im gleichen Umfang für Frauen gilt, die eine erbliche Veranlagung für Brust- und Eierstockkrebs in sich tragen, ist noch nicht umfassend geklärt. Doch es gibt klare Hinweise darauf: Brustkrebspatientinnen, die eine fettreduzierte Ernährung zu sich nahmen, wurden oft nicht nur schlanker, sondern erlitten innerhalb von fünf Jahren auch weniger Rückfälle. Ebenfalls Hoffnung verbreiten die Ergebnisse einer Studie, bei der Frauen mit Brustkrebs für zwei Jahre ein moderates Sportprogramm absolvierten. Unter ihnen verstarben deutlich weniger an Brustkrebs und auch der Anteil derjenigen, bei denen erneut ein Tumor auftrat, war geringer. Für die LIBRE-Studie entstand ein Programm, mit dem die Brustkrebspatientinnen angeleitet werden, ihren Lebensstil umzustellen. Dieses gilt es im ersten Schritt wissenschaftlich zu überprüfen. Denn bisher gibt es kaum größere Studien, die untersucht haben, ob ein veränderter Lebensstil im Sinne von mehr körperlicher Aktivität und ein Wechsel zu einer gesunden Ernährung das Auftreten der Krebserkrankung vermindert oder gar verhindert.

Wie groß der Handlungsbedarf bei Brustkrebspatientinnen ist, zeigen die physischen Folgen dieser Erkrankung: Im Durchschnitt nehmen die Betroffenen ein bis drei Kilo zu und besonders übergewichtige Frauen schränken ihre körperliche Aktivität ein. Auch bei normalgewichtigen Patientinnen erreicht nur die Hälfte nach drei Jahren wieder den vor der Erkrankung gehaltenen Aktivitätslevel. Die LIBRE-Studie untersucht deshalb, ob durch ein strukturiertes Lebensstilprogramm der Ernährungszustand, die körperliche Fitness, das Körpergewicht, die Lebensqualität und auch die Stressverarbeitung bei Frauen mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs verbessert werden kann. Eine Folgestudie geht der Frage nach, ob der neue Lebensstil zu einem verminderten Auftreten von Brust- und Eierstockkrebs und einer verbesserten Prognose dieser Erkrankungen führt.

Einschlusskriterien für die LIBRE-Studie
An der Studie können Frauen zwischen 18 und 70 Jahren teilnehmen, bei denen eine Mutation in den Genen BRCA1 oder BRCA2 nachgewiesen wurde. Die Studie richtet sich sowohl an gesunde Frauen als auch an solche, die bereits an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt sind.

Hintergrundinformationen zu BRCA-Genen
Veränderungen in den BRCA-Genen (Breast Cancer Genes, deutsch: Brustkrebsgene) erhöhen das lebenslange Erkrankungsrisiko für Brustkrebs von etwa zehn auf im Durchschnitt 60 Prozent. Gleichzeitig steigt auch die Wahrscheinlichkeit für andere Krebsleiden, insbesondere Eierstockkrebs. Eine genetische Veranlagung zeigt sich in der Regel dadurch, dass diese Krebserkrankungen in einer Familie gehäuft, in frühem Alter oder in Kombination auftreten. Ein Gentest kann hier Gewissheit bringen. Auch wenn sich bei einem Familienmitglied eine krankheitsauslösende Veränderung der Gene nachweisen lässt, sind aber nicht zwangsläufig alle blutsverwandten Angehörigen von einem höheren Risiko betroffen: Bei etwa der Hälfte der direkten Angehörigen beispielsweise bei Kindern und Geschwistern können die Ärzte in der Regel Entwarnung geben.

Das Wissen um ein besonders hohes Krebsrisiko kann für Betroffene eine hohe Belastung darstellen und ist mit schwierigen Entscheidungen verbunden, erklärt Dr. Karin Kast, Oberärztin und Leiterin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs am Dresdner Uniklinikum. Die Betroffenen stehen zum Beispiel vor der Wahl, an einem intensivierten Vorsorgeprogramm unter Studienbedingungen teilzunehmen oder sich vorbeugend operieren zu lassen. Mit einer vorsorglichen Brustamputation minimiert sich das Erkrankungsrisiko Der Eingriff kann aber trotz Wiederaufbau der Brust zu einer Beeinträchtigung des Selbstbildes und einer veränderten Wahrnehmung von Sexualität führen.

Der Informationstag zeigt in Vorträgen und Kleingruppengesprächen Wege auf, wie Betroffene mit psychischen und physischen Belastungen am besten umgehen und sich trotz erhöhtem Risiko wohl fühlen können. Auch Angehörige und Interessierte sind zu allen Programmpunkten eingeladen. Neben der Beratung durch Experten ist für viele Betroffene der Austausch untereinander besonders wichtig, erklärt Dr. Karin Kast. Die Veranstaltung informiert daher schwerpunktmäßig auch über die Arbeit des Dresdner Gesprächskreises für Betroffene aus Familien mit gehäuftem Auftreten von Brust- und Eierstockkrebs und des deutschlandweiten BRCA-Netzwerks (Betroffene Reden Chancen Aktiv nutzen). Auch außerhalb des Informationstags werden diese Patientinnen am Uniklinikum unterstützt: Die Einrichtung der Frauenklinik gehört zu den 15 Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, die Betroffene besonders umfassend beraten, diagnostizieren und medizinisch betre

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