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Sechs FHWS-Deutschlandstipendiaten begrüßen, dass neben Noten vor allem soziales Engagement zählt

27.01.2015 - (idw) Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Die einjährige finanzielle Förderung verschafft Freiräume im Studium und eröffnet Kontakte in die regionale Wirtschaft Das Studium stellt Studierende heutzutage vor neue Aufgaben - Studiengänge und Hochschulabschlüsse wurden im Zuge des Bologna-Prozesses internationalen Standards angepasst, die Gymnasialzeit um ein Jahr verkürzt. Der optimale Studierende soll heutzutage im Rahmen seiner strukturierten, oft dreißig bis vierzig Stunden umfassenden wöchentlichen Studienzeit zielstrebig sein, sich in der Freizeit sozial und ehrenamtlich engagieren, über Soft Skills und interkulturelle Kommunikation verfügen, Praktika absolvieren, sich im Ausland schon ein wenig auskennen, interdisziplinär an Herausforderungen herangehen, darüber hinaus berufliche Erfahrungen sammeln und Geld verdienen bei Ferienjobs im Supermarkt oder in der Gastro. Damit diese vielfältigen Herausforderungen jungen Menschen gelingen können, haben sie die Möglichkeit, sich für Stipendien wie z.B. das Deutschland-Stipendium zu bewerben, bei dem sie monatlich mit 300 Euro ein Jahr lang finanziell wie oft auch fachlich gefördert werden.

An der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) geben sechs Stipendiaten einen kleinen Einblick, warum sie sich für das Deutschland-Stipendium beworben haben, wie es ihnen während ihres Studiums hilft und sie fördert.

Martin Stollberger erfuhr von dem Stipendium durch ein Anschreiben der FHWS und bewarb sich umgehend, da er die Hürden als sehr niedrig empfand: Die finanzielle Förderung ist leistungsabhängig und unabhängig vom BaföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz); besonders berücksichtigt werden individuelle soziale Umstände und / oder ein gesellschaftliches, ehrenamtliches Engagement. Stollberger: Ich bin der Meinung, im Leben braucht man immer wieder neue Herausforderungen, der Verstand muss entsprechend gefordert und geschult werden, und das wichtigste ist, ein Ziel vor Augen zu haben, um es zu verfolgen.

Der junge Mann holte nach seiner Ausbildung zum Elektriker die Fachhochschulreife nach und schrieb sich ein an der FHWS für den Studiengang Elektrotechnik. Als zusätzliche Herausforderung wurde er für ein Jahr Technischer Leiter des Mainfranken Racing Teams, um Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen miteinander zu koordinieren, die innerhalb eines Jahres einen kompletten Rennwagen konstruieren und sich anschließend auch mit einer internationalen Konkurrenz messen. Er schätzt es, durch den gegenseitigen Austausch im Team enorm gefördert zu werden, da er sich mit verschiedenen Fachbereichen auseinandersetzen könne, die nicht im Studium enthalten seien.

Stollberger erhält mit der einjährigen finanziellen Unterstützung die Möglichkeit, sich Freiräume im Studium zu verschaffen, Kontakte gerade auch in die regionale Wirtschaft herzustellen und an Mitarbeiterschulungen teilnehmen zu können.

Auch Johanna Berninger hat sich erfolgreich um ein Deutschland-Stipendium beworben: Sie hat ebenfalls vor dem Studium eine Ausbildung absolviert. Als Industriekauffrau begeistert für Betriebswirtschaft, holte sie das Fachabitur in der Ausbildungsrichtung Wirtschaft nach und schrieb sich anschließend ein im Studiengang Betriebswirtschaft. Berninger: Das Interesse an Betriebswirtschaft hat sich während meines Studiums noch verstärkt. Ich bin eifrig, ehrgeizig und zielstrebig und kann meine bisherigen erworbenen Kenntnisse sehr gut in das Studium mit einbringen.

Die angehende Betriebswirtschafterin freut sich über das Stipendium, das es ihr u.a. ermöglicht, Bücher und Materialien für das Studium zu kaufen sowie Autoreparaturen zu zahlen, da sie Pendlerin ist und rund neunzig Kilometer entfernt von ihrem Studienort Würzburg wohnt. Das Stipendium motiviere sie, ihre Leistungen beizubehalten, es belohne und unterstütze aus ihrer Sicht engagierte, gute Studierende.

Marco Kiesel hatte eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik erfolgreich absolviert und sechs Jahre gearbeitet, ehe er sich entschied, ein Studium der Elektrotechnik an der FHWS aufzunehmen. Das Bewerbungsverfahren für das Deutschland-Stipendium empfand er als sehr studentenfreundlich. Da sich der Elektrotechniker neben dem anspruchsvollen und zeitintensiven Bachelorstudium ehrenamtlich engagiert in der Jugendarbeit der Feuerwehr, gern Rennrad fährt, Fußball spielt und joggt, als 26-Jähriger kein BaföG erhält und sein monatliches Einkommen eigenständig finanziert, kommt ihm die finanzielle Förderung sehr entgegen.

Lukas Zimmermann wurde ebenfalls durch ein Anschreiben der FHWS auf das Stipendium aufmerksam und bewarb sich erfolgreich. Er begrüßt es, dass nicht nur die Noten zählen, sondern vor allem der Aspekt Was machst Du nebenher? berücksichtigt wird. Noten, so Zimmermann beschreiben Personen nur in einem Teilbereich. Nach dem Abitur und Zivildienst ging er zu eine Volunteer- und Travelreise nach Neuseeland, ehe er sich anschließend im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkten Maschinenbau und International Business immatrikulierte. Wichtig sei es ihm, parallel zum Studium Soft Skills zu entwickeln.

Das Deutschland-Stipendium erlaube ihm, statt Geld verdienen zu müssen, Zeit für sein Ehrenamt im sozialen Bereich zur Verfügung zu haben. Nachdem er 2012 als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Roten Kreuz begonnen hatte, ließ er sich 2013 erfolgreich zum Rettungssanitäter weiterbilden und steht nun an vielen Wochenenden in 12-Stunden-Schichten im Einsatz bzw. in Rufbereitschaft. Sein Stipendiengeber lade die Stipendiaten regelmäßig zu Seminaren ein, stelle u.a. das Unternehmen vor, biete Kurse und Besichtigungen an und sei sehr interessiert an persönlichen Gesprächen. Außerdem zeige er sich offen für Lob und Kritik.

Auch Jochen Weisenseel lobt seine Förderer ausdrücklich: Es werden u.a. Treffen angeboten im Unternehmen zusammen mit Stipendiaten auch zu höheren Semestern der FHWS sowie der Uni, man könne an einem vierwöchigen Kompakt-Praktikum teilnehmen und erhalte individuelle Beratungen durch Coaches, zudem gäbe es vom Förderer ein interessantes Pre-Master-Programm. Weisenseel: Die Wahl des Studiums zur `BWL` würde ich jederzeit wieder treffen. Mit viel Freude erlebe ich, in meinem Studium vertiefende Einblicke in die Wirtschaftsabläufe zu erhalten. Der Praxisbezug der Lehrkräfte an der FHWS ist erfrischend und hebt sich gegenüber dem rein theoretisch geprägten Studium ab.

Weisenseel studiert nicht nur Wirtschaftswissenschaften, er ist darüber hinaus Mountainbike-Profi, fährt viele Rennen im In- und Ausland bei Welt- und Europameisterschaften und hat etliche bayerische Meisterschaften für sich entscheiden können. Parallel hat der Stipendiat daher keine Möglichkeit, neben dem Studium zu arbeiten. Ehrenamtlich engagiert er sich als Pressewart beim ESV 1927 Regensburg. Bei einem Radrennen in Lesotho, Südafrika hat er die Kinderhilfsprojekte Harambee unterstützt. Soweit es seine Zeit erlaubt, spielt er Klarinette und erhielt den 1. Preis mit Weiterleitung bei Jugend Musiziert.

Der Architekturstudent Jonas Hamberger war sofort motiviert, seine Unterlagen für das Deutschlandstipendium einzureichen ihn überzeugte vor allem die Art der Bewerbung: Man müsse einerseits gute Leistungen im Studium erbringen, sich aber auch im Auswahlgespräch beweisen. Später könne man das Stipendium im Lebenslauf aufführen.


Die finanzielle Unterstützung habe ihn von seinen Eltern und vom Arbeiten während des Studiums unabhängiger gemacht: Dadurch, dass ich kein Bafög bekomme und das Architekturstudium wegen der ganzen Modelle und der Plotkosten sehr teuer ist, musste ich mit sehr wenig Geld im Monat auskommen. Außerdem findet man meiner Meinung nach kaum Zeit, während eines Vollzeitstudiums zu arbeiten.

Hamberger bedauert bei aller Freude über die finanzielle Unterstützung einen Aspekt des Deutschlandstipendiums: Hier, so Hamberger, sehe ich das Problem des Deutschlandstipendiums: Die fachgebundenen Stipendien sin
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