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WR: Positive Entscheidungen in Verfahren der Institutionellen Akkreditierung

02.02.2015 - (idw) Wissenschaftsrat

Auf seinen Wintersitzungen hat der Wissenschaftsrat sechs Verfahren der Institutionellen Akkreditierung und Reakkreditierung im Einzelnen der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft (APOLLON Hochschule), Bremen, der DEKRA Hochschule Berlin (DEKRA HS), der ISM International School of Management, Dortmund, der Merz Akademie Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien (Merz Akademie), Stuttgart, der Technischen Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum (TFH) sowie zur SRH Hochschule Berlin beraten. In allen Fällen gelangte er zu einem positiven Votum. Die Ergebnisse im Einzelnen: Die APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft (APOLLON Hochschule), Bremen, wird vom Wissenschaftsrat für fünf Jahre institutionell akkreditiert.

Die 2005 gegründete APOLLON Hochschule bietet ihren gut 1.800 Fernstudierenden sechs Bachelor- und drei Masterstudiengänge in den drei Fachbereichen Gesundheitswirtschaft, Gesundheitslogistik und Technologie sowie Prävention und Gesundheitsförderung. Gewürdigt werden die gute und adressatengerechte Fernlehre, die solide Fi­nanzierung sowie das professionelle Qualitätsmanagement der Einrichtung. Moniert werden der geringe Umfang der bisherigen Forschungsleistungen sowie die unzurei­chende Ausstattung der Hochschule mit hauptberuflichen Professorinnen und Professoren.

Die Akkreditierung der APOLLON Hochschule ist mit Auflagen verbunden, die eine Verbesserung der Forschungsleistung, einen Aufwuchs des hauptberuflichen professoralen Personals sowie eine Stärkung der akademischen Selbstverwaltung bezwecken.

Die DEKRA Hochschule Berlin (DEKRA HS) wird vom Wissenschaftsrat für fünf Jahre institutionell akkreditiert.

Die 351 Studierenden der seit 2009 vom Land Berlin staatlich anerkannten Einrichtung können zwischen drei Bachelorstudiengängen in den Bereichen Fernsehen und Film, Medienmanagement und Journalismus wählen. Der Wissenschaftsrat erkennt an, dass die DEKRA HS weitgehend ihrem Anspruch gerecht wird, eine praxisnahe und zugleich theoretisch fundierte Ausbildung in der Medien- und Kommunikationsbranche zu bieten. Gewürdigt werden insbesondere die gute medientechnische Ausstattung sowie der individuelle Betreuungsansatz der Hochschule, der von den Studierenden sehr geschätzt wird.

Die mit der Akkreditierung verbundenen Auflagen sehen die nötige Stärkung der Mitbestimmungsrechte des akademischen Senats, eine Berufungsordnung sowie die Verbesserung der hochschuleigenen Bibliothek vor. Ferner darf die Ausweitung des Studienangebots auf Masterstudiengänge erst dann erfolgen, wenn die Hochschule die dafür notwendige Forschungsbasierung geschaffen hat.

Die ISM International School of Management, Dortmund, wird vom Wissenschaftsrat zunächst für fünf Jahre institutionell reakkreditiert. Aufgrund der insgesamt überzeugenden Gesamtentwicklung der ISM verlängert sich der Akkreditierungszeitraum bei fristgerechter Auflagenerfüllung auf zehn Jahre.

Die 1990 gegründete Hochschule bietet ihren mehr als 2.400 Studierenden an den Standorten Dortmund, Frankfurt, München, Hamburg und Köln 15 programmakkreditierte Studiengänge mit betriebs­wirt­schaft­lichem Schwerpunkt im Managementbereich an. In den vergangenen Jahren ist es der international ausgerichteten Hochschule gelungen, sich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, mehrere Standorte aufzubauen und ihre Studierendenzahlen stetig zu steigern. Gewürdigt werden die qualitativ hochwertige Lehre der ISM, die praxisnahe Ausbildung, die gute Zusammenarbeit und Kom­munikation zwischen den einzelnen Standorten sowie vielfältige Kooperationsbeziehun­gen im internationalen Bereich.

Die Reakkreditierung ist mit Auflagen verbunden, die eine Anpassung in der Grund- und Berufungsordnung, die Einrichtung eines Forschungsbudgets und die Erhöhung des An­teils hauptberuflicher Lehre pro Studiengang fordern.

Die Merz Akademie Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien (Merz Akade­mie), Stuttgart, wird vom Wissenschaftsrat für fünf Jahre institutionell reakkreditiert.

Die 1985 gegründete Merz Akademie bietet ihren 244 Studierenden einen Bachelor- und einen Masterstudiengang im Bereich Gestaltung, Kunst und Medien an. Zu würdigen sind das klare fachliche Profil als künstlerisch-gestalterische Hochschule mit einem wissenschaftlichen Anspruch, die guten Leistungen im Bereich Forschung und künstlerisch-gestalterische Entwicklung sowie eine sehr gute sächliche und räumliche Ausstattung. Moniert werden hingegen Probleme in der Leitungsstruktur, die keine hin­reichende Trennung von Hochschule und Betreiber aufweist, sowie die zu geringe Ausstattung mit hauptberuflichen Professorinnen und Professoren.

Die Reakkreditierung der Merz Akademie ist daher mit Auflagen verbunden, die eine Stärkung der akademischen Eigenständigkeit der Hochschule sowie einen Aufwuchs des hauptberuflichen professoralen Personals bezwecken. Zudem empfiehlt der Wissenschaftsrat, ein nachhaltiges Finanzkonzept und ein übergeordnetes Qualitätssicherungskonzept auszuarbeiten.

Die Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum (TFH) wird vom Wissenschaftsrat für fünf Jahre institutionell akkreditiert.

Die TFH ist die Nachfolgeorganisation der 1816 gegründeten Bochumer Bergschule und bietet ihren rund 2.400 Studierenden insgesamt 13 ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die TFH ist bis heute eng mit dem deutschen Steinkohlenbergbau verbunden, hat es in der Vergangenheit jedoch verstan­den, ihre traditionellen Schwerpunkte mit neuen thematischen Herausforderungen zu verbinden. Positiv hervorzuheben sind das ingenieurwissenschaftlich geprägte Studi­enangebot, das bewusst über Zusammenhänge des deutschen Steinkohlenbergbaus hinausreicht, das besondere Beratungsangebot für Studierende aus bildungsfernen Elternhäusern und für Studierende mit Migrationshintergrund sowie ein flexibles Studien­an­gebot mit Vollzeit-, berufsbegleitenden und dualen Studiengängen.

Die Akkreditierung ist mit den Auflagen verbunden, die akademische Eigenständigkeit der Hochschule deutlich zu stärken und ihre Forschungsaktivitäten weiter auszubauen. Zudem empfiehlt der Wissenschaftsrat, die Anzahl der Professorinnen und Professoren an der TFH zu erhöhen, um der hohen studentischen Nachfrage gerecht zu werden und weitergehende Forschung betreiben zu können.

Die SRH Hochschule Berlin wird vom Wissenschaftsrat für zunächst fünf Jahre institutionell reakkreditiert. Aufgrund der insgesamt überzeugenden Entwicklung der Hochschule verlängert sich der Akkreditierungszeitraum bei fristgerechter Auflagenerfüllung auf zehn Jahre.

Die SRH Hochschule Berlin, die 2002 als OTA Hochschule in Berlin gegründet wurde und seit 2007 in der Trägerschaft der SRH Holding Stiftung des bürgerlichen Rechts (SdbR) steht, bietet ihren ca. 696 Studierenden an zwei Standorten (Berlin und Dresden) insgesamt acht Präsenzstudiengänge mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt an. Das Studienangebot am Hauptstandort in Berlin umfasst zwei Bachelor- und fünf Masterstudiengänge. Am Standort in Dresden wird ein Bachelorstudiengang angeboten.

Der Wissenschaftsrat würdigt das klare, auf Internationalität setzende Profil der SRH Hochschule Berlin, die für eine Fachhochschule überdurchschnittliche Forschungsleistungen aufweist sowie über gute und vielfältige Kooperationsbeziehungen verfügt. Die Leitungsstrukturen der Hochschule sind jedoch stark durch den Hochschulbetreiber geprägt. Daher zielen die Auflagen des Wissenschaftsrates darauf, die akademische Selbstverwaltung der Hochschule zu stärken und damit verbunden die Grundordnung, den Gesellschaftervertrag sowie die Berufungsordnung zu überarbeiten. Auch hält es der Wissenschaftsrat für notwendig, die Studienbedingungen am Standort Dresden denjenigen am Hauptstandort Berlin anzupassen, insbesondere hinsichtlich der hauptberuflichen professoralen Lehre.

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