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Weltkrebstag am 4. Februar 2015 - Molekulare Prinzipien verlängern Leben nach Krebs

04.02.2015 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Berlin/Wiesbaden Jeder vierte Deutsche stirbt aufgrund eines Krebsleidens. Damit sind hierzulande bösartige Neubildungen die zweithäufigste Todesursache. Doch die Betroffenen leben heute länger, das durchschnittliche Sterbealter steigt. Denn Früherkennung und Therapie werden immer erfolgreicher. Molekularbiologische Kenntnisse und Analysetechniken ermöglichen es Wissenschaftler besser zu verstehen, wie bösartige Tumoren entstehen, wachsen und sich verändern. Dieses Wissen erlaubt ihnen auch, wirksamer zu behandeln. Molekulare Prinzipien in der Krebsbehandlung sind ein Thema einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) am 5. Februar 2015 in Berlin. Die Diagnose Krebs schockiert: Die Angst davor, unheilbar und lebensbedrohlich erkrankt zu sein, trifft Betroffene und Angehörige schwer. Gerade erst hat Lungenkrebs bei Frauen den Brustkrebs als Krebstodesursache Nummer ein abgelöst. Doch so tragisch jedes Einzelschicksal der Patienten ist: die Krebssterblichkeit in Deutschland geht seit Jahren zurück. Während vor 1980 mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten an ihrer Krebserkrankung starben, kann heute je nach Krebstyp mehr als die Hälfte auf dauerhafte Heilung hoffen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden tragen dazu bei, dass wir praktisch jeden Tag ein besseres Verständnis für Tumorentstehung und -verhalten gewinnen, betont Professor Dr. med. Michael Hallek, Vorsitzender der DGIM und Direktor der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln. Dies sei anlässlich des Weltkrebstages eine eindeutig positive Botschaft. Zudem steigt das durchschnittliche Sterbealter kontinuierlich an. Laut Statistischem Bundesamt liegt dies aktuell bei 73,4 Jahren und ist so hoch wie nie zuvor.

Insbesondere die Molekularmedizin erziele hierbei Fortschritte. Nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahre 2001 können Wissenschaftler Tumoren molekularbiologisch und genetisch identifizieren und klassifizieren: Sie ermitteln zunächst das genetische Profil des Tumors, vollziehen so die Abläufe des Tumorgeschehens nach und ordnen den Krebs molekularen Subtypen zu. Anhand dessen entscheidet der Arzt dann für eine gezielte Therapie für genau diesen Patienten. Mit dieser Form der personalisierten Medizin treffen behandelnde Ärzte heute schon bei bösartigen Tumoren Therapieentscheidungen in Abhängigkeit vom molekularbiologischen Befund, so Hallek.

Der DGIM Vorsitzende ist überzeugt, dass auch Techniken des so genannten `Genome Engineering´ künftig weitere Entwicklungen in der Krebsforschung auslösen werden. Dabei identifizieren Forscher Erbsubstanz, die schädliche, krebsauslösende Informationen enthält. Durch einschleusen anderer genetischer Informationen lassen sich diese krankhaft veränderten Gene im Idealfall korrigieren, um anschließend wieder die richtigen Informationen zu transportieren. Letztlich ist es unstrittig, dass viele Bereiche der Medizin von der molekularen Medizin profitieren, insbesondere auch die Krebstherapie, sagt der Internist. Auf der Jahrespressekonferenz der DGIM in Berlin zeigt er mit Kollegen diese Entwicklungen an Beispielen auf und diskutiert diese im Kontext der aktuell gültigen Diagnose- und Behandlungsrichtlinien.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)
Termin: Donnerstag, 5. Februar 2015, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Geschäftsräume der DGIM, Oranienburger Straße 22, 10178 Berlin (Mitte)

Programm:

121. Internistenkongress Molekulare Prinzipien der Inneren Medizin: Aufbruch in eine neue Ära
Professor Dr. med. Michael Hallek
Vorsitzender der DGIM, Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln

Choosing wisely klug entscheiden: Über- und Unterversorgung vermeiden
Professor Dr. med. Dr. h. c. Ulrich R. Fölsch
Generalsekretär der DGIM, Kiel

Scheideweg Transition? Wenn Jugendliche mit chronischen Erkrankungen in die Erwachsenenmedizin gelangen
Professorin Dr. med. Britta Siegmund
Direktorin der Medizinischen Klinik I (Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie),
Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin

Immer mehr Patienten in der Intensivmedizin: kann das System das leisten?
Dr. med. Matthias Kochanek
DGIM Kongress-Team 2015, 121. Internistenkongress Oberarzt an der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln

Translationale Forschung am Beispiel Krebs wird es für jeden Patienten eine Genanalyse geben, wer bezahlt das und wie schützen wir die Daten?
Professor Dr. med. Christian Reinhardt
DGIM Kongress-Team 2015, 121. Internistenkongress, Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln

DGIM 2015: Der Internistenkongress geht nach Mannheim und die MEDICA EDUCATION CONFERENCE steht bereits wieder in den Startlöchern

Maximilian Guido Broglie
Geschäftsführer der DGIM, Wiesbaden

Kontakt für Journalisten:
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Anne-Katrin Döbler/Anna Julia Voormann/Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20
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