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Wrangell Habilitationsstipendium geht an Dr. Dr. Elise Klein vom IWM

04.02.2015 - (idw) Leibniz-Institut für Wissensmedien - Knowledge Media Research Center

Die Psychologin und Ärztin Dr. Dr. Elise Klein wurde für das Margarete von Wrangell Habilitationsprogramm ausgewählt. Die Wissenschaftlerin wird über eine fünfjährige Festanstellung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK), den Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie das Leibniz-Institut für Wissensmedien finanziert.
Die baden-württembergische Landesregierung schuf im Jahr 1997 das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen. Es soll den Anteil an Hochschullehrerinnen erhöhen. Nur 60 Anträge dürfen von allen Baden-Württembergischen Universitäten eingereicht werden, von denen Ministerium und ESF 10 bewilligten. Tübingen, 04.02.2015 In unserer modernen Informations- und Wissensgesellschaft nimmt die Fähigkeit, gut mit Zahlen umzugehen, eine zentrale Bedeutung ein. Menschen mit numerischen oder mathematischen Defiziten haben im Alltag gravierende Probleme, z.B. im Umgang mit Geld, Telefonnummern usw., so Elise Klein vom Leibniz-Institut für Wissensmedien. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit von zielgerichteten Lernprogrammen im Schulunterricht sowie in der neuropsychologischen Rehabilitation. Elise Klein arbeitet seit 2012 in der Nachwuchsgruppe Neurokognition und leitet seit Januar 2014 die Nachwuchsprojektgruppe NeuroLearn. Zentrale Aspekte ihrer Forschung sind die Grundlagen der Zahlenverarbeitung und des Rechnens im Gehirn sowie die Veränderungen im Gehirn beim Lernen dieser Fähigkeiten.
Die Förderung durch das Stipendium ermöglicht es Elise Klein, ihren interdisziplinären Ansatz weiter auszubauen und zu vertiefen. Dieser verbindet die Untersuchung kognitiver Prozesse (z.B. Erlernen von Rechnen) mit funktionellen und strukturellen Veränderungen im Gehirn. In dieser Zusammenschau wird es möglich herauszufinden, wie die Faserverbindungen des Gehirns zwischen den jeweils beteiligten Arealen kognitive Fähigkeiten beeinflussen oder gar bestimmen. Diesen Ansatz verfolgt Elise Klein bei gesunden Erwachsenen, aber auch bei hirngeschädigten Patienten sowie sich typisch oder atypisch entwickelnden Kindern.
Neben diesen Studien sollen die zu erwartenden Ergebnisse auch über die Zahlenverarbeitung hinaus auf andere Prozesse wie z.B. bei der Sprachverarbeitung angewendet werden. Damit werden über die Zahlenverarbeitung hinaus gehende theoretische Implikationen für das Verständnis der neuronalen Grundlagen menschlicher Kognition gewonnen.
Zusammenfassend eröffnet dieser neurowissenschaftliche Forschungsansatz des dynamischen Zusammenspiels von Verarbeitungsmustern im Gehirn einen umfassenderen Zugang zur Erforschung von Lernprozessen und ergänzt damit die am Leibniz-Institut für Wissensmedien beforschten Themen der Wissens- und Kommunikationsprozesse.

Kontakt & weitere Informationen
Prof. Dr. Dr. Friedrich Hesse
Tel.: 07071/ 979-215, E-Mail: f.hesse@iwm-kmrc.de
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen,

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien
Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht das Lehren und Lernen mit digitalen Technologien. Rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften arbeiten multidisziplinär an Forschungsfragen zum individuellen und kooperativen Wissenserwerb in medialen Umgebungen. Seit 2009 unterhält das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten WissenschaftsCampus zum Thema Bildung in Informationsumwelten. Besuchen Sie uns im Internet unter www.iwm-kmrc.de.

Kontakt & weitere Information Leibniz-Institut für Wissensmedien
Dr. Evamarie Blattner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen,
Tel.: 07071/ 979-222, E-Mail: presse@iwm-kmrc.de

Die Leibniz-Gemeinschaft
Das IWM ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 89 selbstständige Forschungseinrichtungen der Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften verbindet. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

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