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TU München würdigt Jenaer Naturstoff-Forscher

05.02.2015 - (idw) Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

HKI-Wissenschaftler Christian Hertweck erhält Manchot-Forschungsprofessur

Von Tina Kunath

Jena. Urkunde an der Wand, Plakette im Schrank Ehrungen für die Leistungen von Wissenschaftlern können ganz unterschiedlich aussehen. In Christian Hertwecks Fall gestaltet sich die Auszeichnung der Technischen Universität München weniger plastisch: Für seine wegweisenden Arbeiten in der Naturstoff-Forschung erhält der Chemiker nun die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2014, verbunden mit dem Aufruf, den Münchner Studenten einen Einblick in seine Forschung zu geben. Dieser Bitte kommt er zwar gern nach, Jena bleibt der Chemiker trotzdem erhalten. Es sind die kleinen, komplexen Moleküle, die in der Natur vorkommen und in denen Christian Hertweck Großes vermutet: neue Wirkstoffe für Antibiotika oder Krebsmedikamente. Gemeinsam mit seiner Abteilung Biomolekulare Chemie am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut (HKI) hat er solche bislang wenig untersuchten Mikroorganismen entnommen, die beispielsweise Reispflanzen oder Champignons befallen, oder nur unter Sauerstoffausschluss wachsen können. Seine Forschung und Lehre am HKI und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die nicht nur auf einen pharmazeutischen Nutzen abzielt, sondern auch einen Einblick in ökologische Zusammenhänge gibt, wurde nun von der Chemie-Fakultät der Technischen Universität München und der Jürgen Manchot-Stiftung geehrt.

Diese Forschungsprofessur ist eine schöne Ehrung und eine tolle Möglichkeit für mich, Kollaborationen mit Wissenschaftlern in München auszubauen, aber auch den Studenten dort einen Einblick in die Arbeit meiner Abteilung zu geben. Neben einer ersten Antrittsvorlesung, in der es um die Kombination aus chemischen und biologischen Methoden zur Wirkstoffsuche ging, wird Christian Hertweck noch eine weitere Vorlesung halten. Mir liegt es am Herzen den Studenten zu zeigen, zu welchen Ergebnissen man als Team aus unterschiedlichsten Wissenschaftlern gelangen kann. Einer der Grundgedanken der Arbeit hier am HKI ist es ja, die Disziplingrenzen zu verwischen und so jede wissenschaftliche Fragestellung aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten. Scheinbar ein Erfolgsrezept: Erst vor wenigen Wochen wurde bekanntgegeben, dass Christian Hertweck den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhält.

Die Jürgen Manchot-Stiftung verleiht die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur jährlich an herausragende Chemiker. Die Auszeichnung erinnert an den Chemiker Wilhelm Manchot, der von 1914 bis 1935 Professor und Direktor des Anorganisch-Chemischen Instituts der damaligen Technischen Hochschule München war.

Informationen zum HKI

Das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut wurde 1992 gegründet und gehört seit 2003 zur Leibniz-Gemeinschaft. Die Wissenschaftler des HKI befassen sich mit der Infektionsbiologie human-pathogener Pilze. Sie untersuchen die molekularen Mechanismen der Krankheitsauslösung und die Wechselwirkung mit dem menschlichen Immunsystem. Neue Naturstoffe aus Mikroorganismen werden auf ihre biologische Aktivität untersucht und für mögliche Anwendungen als Wirkstoffe zielgerichtet modifiziert.
Das HKI verfügt über fünf wissenschaftliche Abteilungen, deren Leiter gleichzeitig berufene Professoren der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) sind. Hinzu kommen mehrere Nachwuchsgruppen und Querschnittseinrichtungen mit einer integrativen Funktion für das Institut, darunter das anwendungsorientierte Biotechnikum als Schnittstelle zur Industrie. Gemeinsam mit der FSU betreibt das HKI die Jena Microbial Resource Collection, eine umfassende Sammlung von Mikroorganismen und Naturstoffen. Zurzeit arbeiten mehr als 380 Personen am HKI, davon 130 als Doktoranden.
Das HKI ist Initiator und Kernpartner großer Verbundprojekte wie der Exzellenz-Graduiertenschule Jena School for Microbial Communication, der Sonderforschungsbereiche FungiNet (Transregio) und ChemBioSys, des Zentrums für Innovationskompetenz Septomics sowie von InfectControl 2020 Neue Antiinfektionsstrategien, einem Vorhaben im BMBF-Programm Zwanzig20 Partnerschaft für Innovation. Seit 2014 ist das HKI Nationales Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen.

Informationen zur Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der WissenschaftsCampi , mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam.

Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.200 Personen, darunter 8.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro. Anhang
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