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Diplom in MV: Warum junge Biomedizintechnikerin viel Wert auf den Titel legt

05.02.2015 - (idw) Universität Rostock

Das Land MV hat 2011 sein Hochschulgesetz so geändert, dass Absolventen nach ihrem Masterabschluss auf Antrag nicht den Master-Titel, sondern stattdessen den Diplom-Titel verliehen bekommen können. Im letzten Jahr entschieden sich 29 Absolventen der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock für diesen Titel. Ein sehr engagierter Biologielehrer während ihres Schuljahres in den USA war es, der Maria Boeck für die Technik begeistert hat. Heute ist die 26-jährige gebürtige Rostockerin frisch ernannte Diplom-Ingenieurin für Biomedizinische Technik. Ihre mit 1,1 bewertete Abschlussarbeit hat sich auch ihre 84-jährige Oma durchgelesen und gesagt, dass sie sich unter dem Thema etwas vorstellen könne.

Auf den Diplom-Titel legt Maria Boeck großen Wert. Der ist viel aussagekräftiger als der Master of Science, ist sie überzeugt.
Da kann man doch keine Profession erkennen, sagt auch Professor Klaus-Peter Schmitz vom Institut für Biomedizinische Technik der Universität Rostock. Er hat vor 23 Jahren den Studiengang Biomedizinische Technik, eine Kombination zwischen universitärem Maschinenbau und Biomedizintechnik, ins Leben gerufen und Lehrinhalte für das Fach mit ausgearbeitet sowie sich mit Rektor Professor Wolfgang Schareck in erster Reihe für die Möglichkeit, die Uni Rostock wieder mit dem Diplom-Titel verlassen zu können, stark gemacht.
Doch so selbstverständlich ist es nicht mehr, dass in Deutschland noch ein Diplom vergeben wird. Der Bologna-Prozess sieht die Vergabe des Titels Diplom-Ingenieur nicht mehr vor.

Das ist ein Titel, der weltweit anerkannt ist, sagt die junge Frau. Das Land MV hat 2011 sein Hochschulgesetz so geändert, dass Absolventen nach ihrem Masterabschluss auf Antrag nicht den Master-Titel, sondern stattdessen den Diplom-Titel verliehen bekommen können. Im letzten Jahr ließen sich 29 Absolventen der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock diesen Titel verleihen.

Und auch der Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb (SPD) sagt: Mich freut es, dass sich Absolventen für den Titel Diplom-Ingenieur entschieden haben. Der Diplom-Ingenieur genieße international nach wie vor hohes Ansehen und stehe für eine hochqualifizierte Ausbildung. Mit den Regelungen im Landeshochschulgesetz hat das Land die Möglichkeit geschaffen, diesen Titel wieder zu verleihen, damit die Absolventen beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und das Ansehen genießen, das ihnen in der Fachwelt und darüber hinaus gebührt, betont der Minister.

Biomedizintechniker aus Rostock sind bundesweit in der Wirtschaft und Wissenschaft gefragt, sagt Professor Schmitz. 24 Studienplätze pro Semester gibt es in Rostock für das Fach Biomedizinische Technik. Ein Tropfen auf den heißen Stein bei den vielen Bewerbern aus ganz Deutschland. Die Ausbildung erfolgt an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, welche die technischen Grundlagenfächer anbietet, zusammen mit der Universitätsmedizin Rostock, die die Biomedizinische Technik und die medizinischen Grundlagen praxisnah anbietet. Die Kapazität des Studienganges mit allen Vorteilen der Volluniversität Rostock bleibt begrenzt, weil die Lehrkapazität im Medizinstudium in Rostock ausgereizt ist und die Biomedizintechniker in der zweiten Hälfte ihres Studiums dort Vorlesungen und Seminare besuchen.

Medizintechnik boomt weil die Lebenserwartung steigt und somit auch die Häufigkeit altersbedingter und oftmals chronischer Erkrankungen. Deshalb werden Forscher wie Maria Boeck gebraucht, deren Herz auch für die Lebenswelt der Medizin schlägt. Im Warnemünder Institut arbeitet sie aktuell an der Entwicklung von Prüfmethoden zur Untersuchung der mechanischen Eigenschaften von kardiovaskulären Implantaten.

Während ihres Studiums wurde Maria Boeck nach eigener Aussage bestens befähigt, neuartige Systeme für die Diagnostik und Therapie unter besonderer Berücksichtigung der Implantate, künstlichen Organe und Biomaterialien zu entwickeln, zu erproben und in die medizinische Praxis zu überführen. Eine sehr fordernde Aufgabe. Entspannung findet die Absolventin beispielsweise beim Malen von Porträts oder Landschaftsbildern. Sie probiert auch gerne neue Sportarten aus, wie z.B. das Kite-Surfen, oder gewährt Freund Julian, einem Schiffsmechaniker, Einblicke in ihre Arbeitswelt. Er war fasziniert von den Konstruktionen, die ich für meine Abschlussarbeit entworfen habe, sagt Maria Boeck.

Text: Wolfgang Thiel

Universität Rostock
Universitätsmedizin
Institut für Biomedizinische Technik
Maria Boeck
Mail: maria.boeck@uni-rostock.de
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