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Neue Generation von Detektorkonzepten

05.02.2015 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Physiker der Justus-Liebig-Universität Gießen am EU-Projekt INTELUM beteiligt Optimierung von Kristallfasern aus anorganischem Szintillatormaterial Experimente an Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN oder anderen Beschleunigeranlagen lassen Rückschlüsse auf die innerste Struktur der Materie zu. Eine neue Generation von Detektorkonzepten soll es künftig ermöglichen, die Energie von geladenen Teilchen oder Teilchenjets mit bisher nie erreichter Genauigkeit zu messen und dadurch vielfältige Anwendungsgebiete zu erschließen. Dünne Kristallfasern aus anorganischem Szintillatormaterial spielen dabei eine zentrale Rolle.

Bei der Optimierung dieser Fasern soll das kürzlich bewilligte EU-Projekt INTELUM im Rahmen des H2020-MSCA_RISE-2014-Programms mit Gießener Beteiligung einen wesentlichen Beitrag leisten. Hinter der Abkürzung INTELUM verbirgt sich die Projektbeschreibung: International and intersectoral mobility to develop advanced scintillating fibres and Cerenkov fibres for new hadron and jet calorimeters for future colliders. Die Arbeitsgruppe von Prof. Kai-Thomas Brinkmann am II. Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) erhält die Möglichkeit, als einer von acht europäischen Partnern an der neuen Detektorkonzept-Generation mitzuarbeiten. Dafür werden für das Gießener Teilprojekt rund 27.000 Euro bereitgestellt. Die Projektlaufzeit beginnt im März 2015 und endet Ende Februar 2019.

Im Fokus steht dabei die exakte Messung der Energie von geladenen Teilchen oder Teilchenjets mit einer bisher nie erreichten Genauigkeit. Grundlage des Konzepts sind dünne Kristallfasern aus anorganischem Szintillatormaterial. Ziel der Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Unternehmen in Europa, Asien und Amerika ist die Optimierung der Eigenschaften dieser Fasern hinsichtlich Strahlungsresistenz und Effizienz, die Entwicklung der Technologie zur Massenproduktion auf der Skala von 20-200 Kilometer Faserlänge sowie die Erstellung erster Detektormodule. Die effiziente Herstellung dieser Kristallfasern eröffnet neben dem Einsatz in der Grundlagenforschung vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, etwa für tomographische Methoden in der Medizin oder in der Sicherheitsüberwachung.

Die Gießener Beteiligung am Projekt INTELUM ist eine Konsequenz langjähriger Erfahrungen und Vorstudien auf diesem Gebiet der Detektorphysik.

Weitere beteiligte Institutionen:

Europäisches Kernforschungszentrum (CERN), Schweiz
Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS Lyon), Frankreich
Fibercryst SAS, Frankreich
Fyzikální ústav AV R, v. v. i.(IP-ASCR), Tschechien
Università degli Studi di Milano, Bicocca (UNIMIB), Italien
Prysmian S.p.A. (Prysmian), Italien
Intelligentsia Consultants Sàrl (Intelligentsia), Luxemburg

RISE

In der EU-Förderlinie RISE (Research and Innovation Staff Exchange) werden internationale und intersektorale Kooperationen durch den gegenseitigen Austausch von Personal und Wissen gefördert. Ziel der RISE-Maßnahme ist es, die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen aus dem akademischen und dem nicht-akademischen Bereich sowie zwischen Europa und Drittländern zu stärken. Es geht darum, kreative Ideen in innovative Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse umzusetzen.

Kontakt

Prof. Dr. K.-T. Brinkmann
Heinrich-Buff-Ring 16; 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33260; Fax: 0641 99-33209
E-Mail: Kai-Thomas.Brinkmann@exp2.physik.uni-giessen.de

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaf¬ten bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veteri-närmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlich-keiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture GCSC). Weitere Informationen:http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb07/fachgebiete/physik/einrichtungen/2pihttps://ec.europa.eu/research/participants/portal/desktop/en/opportunities/h2020...http://www.kowi.de/desktopdefault.aspx/tabid-437/1324_read-664/

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