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Nachwuchs für die Energieforschung

06.02.2015 - (idw) Hochschule Landshut

Hochschule Landshut erhält kooperatives Graduiertenkolleg Bei der Energiewende geht es heutzutage um weit mehr als die Frage der erneuerbaren Energiequellen. Ein Ziel ist es auch das elektrisch Netz intelligenter und die Versorgung effizienter zu gestalten. Hierzu haben Prof. Dr. Alfons Haber und Prof. Dr. Karl-Heinz Pettinger erfolgreich einen Antrag für ein kooperatives Graduiertenkolleg beim bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst platziert. Im Rahmen des Projekts Intelligente Systemintegration von Energiesystemen der Zukunft mit Fokus auf Energiespeicher, Stromnetze und Sicherheit" werden zwei kooperative Promotionen in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München an der Hochschule Landshut ermöglicht.

Die beiden Doktoranden werden in den Forschungsgebieten Planung und Integration von Netzen sowie Elektrische Energiespeicher arbeiten. In der erst genannten Promotion soll ein Modell entwickelt werden, dass sich mit der intelligenten Netzplanung und Betrieb befasst. Durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energie ändern sich die Anforderungen für die Stromversorgung. Die Wechselwirkung zwischen Stromerzeugung, Stromnetzen und Verbrauch soll hierbei technisch und wirtschaftlich genau betrachtet werden. Wie können wir langfristig eine sichere Stromversorgung gewährleisten, wenn zum Beispiel die Sonne nicht scheint oder kein Wind weht, erklärt Dr. Haber, Professor für Netzintegration der Hochschule Landshut und am Wissenschaftszentrum Straubing.

Eine weitere Rolle in diesem Umfeld spielen Energiespeicher, wie z.B. Batterien. Das Stromnetz kann Energie nur transportieren, nicht speichern. Wird nicht zu jeder Sekunde so viel erzeugt wie verbraucht wird, geraten die Netze in ein kritisches Ungleichgewicht, so Prof. Haber. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird es immer schwieriger die Balance sicher zu stellen. Eine Lösung sind Stromspeicher, die überschüssige Energie aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz abgeben. Und hier ist die wichtige Kombination der Forschungsthemen Netze und Speicher zu erkennen.

Die zweite Promotion behandelt die Sicherheit und Langlebigkeit dieser speziellen Batteriespeicher. Hierzu werden langlebige Speichermaterialien auf ihre Belastbarkeit getestet. Im Projekt arbeiten die Landshuter Forscher mit der Forschungsinfrastruktur am Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut. Zusätzlich werden moderne Forschungsgroßgeräte, wie Rasterelektronenmikroskop, 3D- Röntgentomograph und die Neutronenquelle FRM II in Garching eingesetzt. Da der Speicher ein wichtiger Teil des Ganzen ist, wird in diesem Graduiertenkolleg darüber hinaus in einem gemeinsamen Ansatz das Zusammenspiel von Speicher und Netzen mit dem Fokus auf Sicherheit hin untersucht, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Pettinger als wissenschaftlicher Leiter des TZE.

Das Graduiertenkolleg wird für die kommenden drei Jahre mit 400.000 Euro vom bayerischen Staatsministerium gefördert. Die Promotionen finden in Kooperation mit der TU München statt. Graduiertenkollegs sind Einrichtungen an Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
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