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Bundesinnenministerium lässt eigene Nachkriegsgeschichte aufarbeiten

06.02.2015 - (idw) Zentrum für Zeithistorische Forschung

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat heute den Beginn eines Forschungsprojekts zur Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) im Hinblick auf mögliche personelle und sachliche Kontinuitäten zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt gegeben.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Wirsching und Prof. Dr. Frank Bösch haben das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) sowie das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) mit der Erstellung einer Vorstudie begonnen. Startschuss für Forschungsprojekt zur Untersuchung personeller und sachlicher NS-Kontinuitäten

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat heute den Beginn eines Forschungsprojekts zur Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) im Hinblick auf mögliche personelle und sachliche Kontinuitäten zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt gegeben.

Wir hoffen, mit dem Forschungsprojekt der Frage nach der Geschichte unseres Hauses nachgehen zu können, dem gerade in der Nachkriegszeit eine entscheidende Rolle beim Aufbau unseres freiheitlich demokratischen Rechtsstaats zukam, sagte der Minister heute. Dabei wollen wir nicht vergessen, dass Deutschland lange zwei Geschichten hatte. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, auch die Geschichte des Ministeriums des Innern der DDR in die Untersuchung miteinzubeziehen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Wirsching und Prof. Dr. Frank Bösch haben das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) sowie das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) mit der Erstellung einer Vorstudie begonnen. Ziel der Vorstudie ist es, einen ersten Überblick über das Forschungsfeld zu gewinnen. Dafür soll insbesondere der Personenkreis erforscht werden, der in der NS-Zeit aktiv war und nach 1949 in den Dienst der jeweiligen Innenministerien übernommen wurde.

Das damalige Personal beider Behörden wurde bisher noch nicht systematisch betrachtet. Es ist bekannt, dass sowohl im BMI als auch im MdI NS-belastete Beamte eingestellt wurden. Wie dies geschah und welchen Einfluss die Personen auf das Handeln der jeweiligen Behörden hatten, wissen wir allerdings noch nicht, so der Direktor des IfZ, Andreas Wirsching.

Dafür wird das Team der beiden renommierten zeithistorischen Forschungsinstitute die Aktenbestände des BMI und des MdI systematisch untersuchen: Über den Grad der Personalkontinuität hinaus steht die Frage im Vordergrund, inwieweit sich thematisch und inhaltlich Traditionen von vor 1945 und vor 1933 sowie abgrenzende Neuanfänge ausmachen lassen. Da den Innenministerien sensible Bereiche wie die innere Sicherheit oder der öffentliche Dienst unterstanden, ist dies hier besonders bedeutsam, erläutert der Direktor des ZZF, Frank Bösch.

Wir werden die Forschungsgruppe, die selbstverständlich wissenschaftlich unabhängig arbeitet, unterstützen, wo wir können, sichert der Innenminister zu.

Ende 2015 sollen die Vorstudie abgeschlossen sein und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für 2016 ist der Start der Hauptstudie geplant, die auf den Ergebnissen der Vorstudie aufbauen soll.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Frank Bösch: boesch@zzf-pdm.de Weitere Informationen:http://Weitere Informationen zur Vorstudie und den Bearbeitern finden Sie auf der Website des ZZF Potsdamhttp://www.zzf-pdm.de/site/301/default.aspxhttp://sowie auf den Websites vom Bundesministerium des Innern (BMI)http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2015/02/bmi-laesst-eigene-nac...http://und des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlinhttp://www.ifz-muenchen.de/ Anhang

ZZF-Pressemitteilung, 6.2.2015: Bundesinnenministerium lässt eigene Nachkriegsgeschichte aufarbeiten
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