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4. Handelsblatt Business School Talk zu Führen in Zeiten permanenten Wandels

09.02.2015 - (idw) HHL Leipzig Graduate School of Management

Unter dem Titel Führen in Zeiten permanenten Wandels hat die Handelsblatt Hochschulinitiative in Kooperation mit der HHL Leipzig Graduate School of Management am 5. Februar 2015 zu ihrer Veranstaltungsreihe Handelsblatt Business School Talk in Köln eingeladen. Gut 60 Gäste diskutierten während des 4. Handelsblatt Business School Talks am 5. Februar 2015 in Köln mit Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Rektor der HHL, Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank AG, sowie Prof. Dr. Hermann Simon, Unternehmensberater und Wirtschaftsprofessor, und dem Moderator und Chefredakteur des Handelsblatts, Sven Afhüppe, über Change Management in Forschung und Praxis.

Der Handelsblatt-Chefredakteur verwies innerhalb seines Statements auf die eigene Branche und sagte: Die Digitalisierung verändert die Geschäftsmodelle im Verlagswesen rasant. Deshalb baut das Handelsblatt seine digitalen Produkte und die Interaktionen mit den Lesern über beispielsweise Blogs und Feedback-Möglichkeiten weiter aus. Laut des Zeitungsmachers nähme die Geschwindigkeit der kreativen Zerstörung schneller denn je zu. In diesem Kontext sieht Sven Afhüppe die gedruckte Zeitung nicht in Gefahr. Der Bedarf an zuverlässigen Informationen wird weiter steigen, so der Chefredakteur des Handelsblatts.

Menschen, Werte und Erziehung wichtig

Auch die Deutsche Postbank AG stellt sich aktiv den Herausforderungen der Digitalisierung und des Change Managements. Vor dem Hintergrund flacher werdenden Hierarchien und der steigenden Informationsflut wird laut Postbank-Vorstand Frank Strauß die Kommunikationskultur mit den Mitarbeitern immer wichtiger. Und dies auch verstärkt technologieunterstützt. Der Verwirklichung einer neuen Digitalisierungsstrategie widmen sich bei dem Bonner Bankhaus gut 150 Mitarbeiter. Frank Strauß ist sich sicher, dass eine gute Unternehmensführung bei dem Thema ausschlaggebend ist: Eine Vision, eine Mission und Werte haben die meisten Unternehmen. Leben sie diese jedoch auch wirklich? Entscheidend im Kontext von Digitalisierung und Change Management sind Menschen, Werte und Erziehung.

Prof. Dr. Pinkwart, der erst jüngst gemeinsam mit anderen HHL-Professoren den Sammelband Management of Permanent Change herausgegeben hat, präsentierte Grundgedanken aus dem Buch und beantwortete damit die Frage, wie wir den Wandel bestmöglich bewältigen können und was konkret die Wirtschaftswissenschaften dazu beitragen können.

Der Wissenschaftler sagte: Herkömmliche Konzepte des geplanten organisatorischen Wandels reichen zur Bewältigung aktueller Probleme nicht mehr aus und müssen unter dem Aspekt des permanenten Wandels weiterentwickelt werden. In diesem Zusammenhang ist eine Doppelstrategie gefragt. Die Unternehmensführung sieht sich zunehmend in der Pflicht, beides zu ermöglich: den notwendigen inkrementellen als auch den häufigeren transformationalen Wandel. Eine für künftige Änderungen und Erweiterungen offene Architektur sollte dabei laut Prof. Dr. Pinkwart einen Mix aus Veränderungen vorsehen, die sich passgenau an die bisherige Infrastruktur anpassen kann. Der Wissenschaftler betonte zudem, dass die Offenheit und Fähigkeit zu permanentem Wandel eine Unternehmensführung voraussetze, die die Chancen einer möglichst hohen Beteiligung interner und externer Stakeholder bei der Entwicklung neuer Produkte, Prozesse und Organisationsformen ebenso nutzte wie die Möglichkeiten hinreichender strategischer Flexibilität. Laut des HHL-Rektors sei die Einbeziehung der Mitarbeiter in den Wandlungsprozess äußerst wichtig: Ein Unternehmen im ständigen Wandel wird nur dann nachhaltig erfolgreich sein können, wenn die Offenheit und die Bereitschaft zur Veränderung selbst Teil seiner kulturellen Identität und seines Leitbildes werden. Nur so kann permanente Veränderung zur fortlaufenden Routine werden.

Manager für den permanenten Wandel gerüstet

Weiterhin ging der ehemalige Wissenschaftsminister von NRW auf die Veränderungen ein, die die Digitalisierung in der Bildungsbranche auslöst. Durch die Digitalisierung sind einerseits ein stärkerer Wettbewerb aber auch neue Lösungsansätze und Möglichkeiten beispielsweise durch Vernetzungen entstanden. Das Humboldtsche Bildungsideal einer forschenden Lehre sieht Prof. Dr. Pinkwart durch die Digitalisierung und durch so genannte flipped classrooms eingelöst. Bei letzteren bereiten sich die Lernenden erst mit Online-Material, z.B. Vorlesungsaufzeichnungen, Podcasts oder Wikis, auf ein Thema vor; der Präsenztermin wird dann für die Lösung von Aufgaben oder anderen dialogischen Lernmethoden genutzt.
Die Frage, ob die Manager den Herausforderungen des permanenten Wandels gewachsen seien, bejahte Prof. Dr. Pinkwart. Positiv bewertete er den zumeist interdisziplinären sowie naturwissenschaftlichen Hintergrund der deutschen Unternehmenslenker.

Manager von heute müssten laut des Beraters und Wirtschaftsprofessors Hermann Simon die Koordination der Bewegung zwischen Freiheit und Kontrolle übernehmen. Für Prof. Dr. Hermann Simon steht dabei die Unternehmensmission und nicht so sehr der prozessgetriebene Ansatz im Mittelpunkt. Nur die Organisationen überleben, die sich schnell genug an die Veränderungen der Umwelt anpassen können, fügte der Unternehmensberater an. Auf die Frage, warum in Deutschland keine großen Idee für die digitale Welt entstünden, antwortete Prof. Dr. Simon knapp: Möglicherweise ist es unsere Null-Error-Gesellschaft und die jungen Menschen, die sich nicht so viel zutrauen?

Neu: Die HHL in Köln

Im anschließenden Get-together konnten sich die Gäste und Referenten weiter zum Thema austauschen und gleichzeitig mehr über die HHL und ihre Studiengänge am neuen Studienstandort Köln erfahren.
Seit Herbst 2014 bietet die HHL neben Leipzig ihre berufsbegleitenden Studiengänge auch in Köln an. Im Kölner Mediapark auf dem Campus der Hochschule Fresenius ging im Oktober zunächst der zweijährige universitäre Teilzeit-Master-Studiengang in Management (M.Sc.) an den Start. Die Unterrichtseinheiten an den Wochenenden finden jeweils in Köln statt, die zwei Präsenzwochen pro Jahr in Leipzig. Im März 2015 startet zudem das berufsbegleitende MBA-Programm in Köln. Unterrichtet wird in beiden Programmen durch Professoren der HHL sowie Experten aus der Praxis. http://www.hhl.de/cologne

Die Veranstaltungsreihe Handelsblatt Business School Talk

Mit dem Handelsblatt Business School Talk, der Veranstaltungsreihe der Handelsblatt Hochschulinitiative, treten Führungspersönlichkeiten der deutschen Wirtschaft in den Dialog mit interessierten Studierenden und Gästen. Getreu dem Motto der Handelsblatt Hochschulinitiative fördert der Business School Talk den aktiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Moderiert durch einen Handelsblatt-Redakteur erhalten die Studierenden und Gäste in lockerer Atmosphäre Einblicke in Unternehmen und Trends einer Branche, diskutieren Fachthemen und können Fragen zu Karriere und Berufswegen stellen. http://www.handelsblatt-hochschulinitiative.de

Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der traditionsreichsten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. http://www.hhl.de Weitere Informationen:http://www.handelsblatt-hochschulinitiative.dehttp://ww.hhl.de/colognehttp://www.hhl.de

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