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Erstes Abkommen über gemeinsame Promotionen zwischen deutscher und israelischer Universität

09.02.2015 - (idw) Freie Universität Berlin

Im Jubiläumsjahr 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel erweitern die Freie Universität Berlin und die Hebrew University of Jerusalem ihre strategische Partnerschaft. Als weiteren Schritt in dieser Zusammenarbeit unterzeichnen die Präsidenten beider Universitäten ein Abkommen, das gemeinsame Promotionen in allen Fachrichtungen ermöglicht. Es ist das erste Abkommen dieser Art zwischen einer israelischen und einer deutschen Universität. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 10. Februar um 11.00 Uhr in Jerusalem statt; im Anschluss besteht um 12.30 Uhr die Möglichkeit zu Interviews. Medienvertreter werden gebeten, sich anzumelden: dovs@savion.huji.ac.il. Absolventen des Promotionsprogramms werden an beiden Hochschulen gemeinsam ausgebildet, mit jeweils einem Doktorvater oder -mutter an der Freien Universität und der Hebrew University. Sie verfügen, neben einem Doktortitel von zwei Universitäten, so über internationale Forschungserfahrung sowie Verbindungen in die deutsche und israelische Wissenschaftslandschaft.

Mit diesem Abkommen verstärken die beiden Hochschulen ihre seit 2011 bestehende strategische Partnerschaft, die zahlreiche Projekte in den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie den Austausch von Studierenden umfasst. Im November 2014 hatten die Universitäten bereits ein Abkommen über den Austausch von Beschäftigten der Universitätsverwaltungen und Service-Einrichtungen geschlossen. Dessen Ziel ist es, gemeinsame Forschungs- und Lehrprojekte durch wechselseitige Kenntnis der Arbeitsbedingungen noch besser unterstützen zu können.

Die Präsidenten der Hebrew University of Jerusalem und der Freien Universität Berlin heben hervor, Bedeutung und Umfang dieser strategischen Partnerschaft zeige, wie eng die Kooperation zwischen Israel und Deutschland inzwischen geworden sei.

Prof. Dr. Menahem Ben-Sasson, Präsident der Hebrew University of Jerusalem, sagt: Noch bevor Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen aufnahmen, ebnete der wissenschaftliche Austausch den Weg zur Versöhnung unserer beiden Nationen. Die strategische Partnerschaft zwischen einer deutschen und einer israelischen Hochschule ist Zeugnis der großen Anstrengung von Forschern und Hochschullehrern, die auf der Grundlage der universellen Sprache von Wissenschaft und Bildung es auf sich genommen haben, gemeinsame Ziele zum Wohle der Menschheit zu verfolgen. Wenn wir im Jubiläumsjahr die Verständigungsleistung und wissenschaftlichen Fortschritte würdigen, sollten wir die Grundlage für die nächsten 50 Jahre der Zusammenarbeit legen indem wir gemeinsam solch zukunftsweisende Programme aufbauen.

Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin, fügt hinzu: Der heutige Tag markiert den Beginn einer neuen Ära in der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Universitäten und der deutsch-israelischen Zusammenarbeit im Hochschulbereich insgesamt. Durch die Unterzeichnung des Abkommens schaffen wir für Nachwuchswissenschaftler ein einzigartiges und anregendes binationales Forschungsumfeld in Berlin und Jerusalem, das eine neue Generation von Akademikerinnen und Akademikern aus allen Disziplinen in beiden Ländern prägen wird.

Gemeinsame Veranstaltungen im Jubiläumsjahr:

Aus Anlass des Jubiläumsjahres 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland finden 2015 von der Freien Universität und der Hebrew University gemeinsam organisierte Veranstaltungen, Workshops und Konferenzen statt. Eine Ringvorlesung in Jerusalem zur Geschichte der deutschsprachigen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart etwa, die bereits seit Sommersemester 2014 läuft, findet ihren Höhepunkt in einer feierlichen Abschlussveranstaltung im April 2015.

In einem Austauschprojekt für Lehramtsstudierende zum Thema Holocaust-Education besuchen Studenten der Fächer Geschichtswissenschaft und Ethik beider Hochschulen zeitgleich stattfindende Seminare, tauschen sich über das Internet miteinander aus und entwickeln gemeinsam Lehrmaterialien zum Thema Holocaust. Höhepunkt der Veranstaltung sind Exkursionen zu Gedenkstätten und Erinnerungsorten in Jerusalem (12. bis 19. April 2015) und Berlin (22. bis 29. März 2015). Dieses Projekt wurde im letzten Jahr mit dem Lehrpreis der Freien Universität ausgezeichnet.

Voraussichtlich im Juni 2015 wird das deutsch-israelische Graduiertenkolleg Human Rights under Pressure Ethics, Law, and Politics (Menschenrechte unter Druck Ethik, Recht und Politik) feierlich eröffnet, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Einstein Stiftung Berlin gefördert wird. Pro Jahr werden in dem Kolleg jeweils 20 Doktoranden an der Freien Universität Berlin und der Hebrew University of Jerusalem ausgebildet.

Geschichte der Kooperation zwischen Freier Universität Berlin und Hebrew University of Jerusalem:

Als die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel im Mai 1965 offiziell diplomatische Beziehungen aufnahmen, standen Wissenschaftler und Studenten aus beiden Ländern schon seit Jahren in Kontakt. Die deutsch-israelische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung war ein Wegbereiter der diplomatischen Beziehungen beider Länder.

Kooperationen zwischen der Freien Universität Berlin und der Hebrew University of Jerusalem reichen weit zurück. In den 1950er Jahren gab es bereits persönliche Kontakte zwischen Wissenschaftlern und Studierenden beider Hochschulen. Zu einem offiziellen Partnerschaftsabkommen kam es 1986. Seit 2011 kooperieren die beiden Hochschulen im Rahmen einer strategischen Partnerschaft.

Die Freie Universität Berlin hat die Zusammenarbeit mit israelischen Hochschulen und die Vermittlung und Erforschung von Themen jüdischer Geschichte und Gegenwart bereits in den 1950er Jahren als eine wichtige Aufgabe verstanden. Kurz nach ihrer Gründung 1948 bemühte sich die Freie Universität, jüdische Emigranten als Gastprofessoren für die Hochschule zu gewinnen, beispielsweise den in New York lebenden Germanisten Adolf Leschnitzer. Die Hochschulleitung erhoffte sich nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, durch wissenschaftliche Arbeit und die Thematisierung jüdischer Geschichte in der Lehre über das grauenhafte Geschehen der vergangenen Jahre hinwegzukommen und einer Versöhnung den Weg zu ebnen, wie es in einem Einladungsschreiben an Leschnitzer heißt. In der Gründungsphase wirkten weitere nach Deutschland zurückgekehrte Emigranten an der Freien Universität Berlin wie Ernst Fraenkel, Professor für Politologie, oder Ernst Hirsch, Professor für Rechtswissenschaft und zeitweise Rektor und Prorektor der Hochschule.

Im Jahr 1963 wurde an der Freien Universität das erste Institut für Judaistik in Deutschland gegründet. Die Gründung war Teil der Berufungszusagen für Jacob Taubes, später erster Leiter der Einrichtung. Seine Nachfolgerin wurde 1979 die Historikerin Marianne Awerbuch, die 1966 aus Israel nach Berlin zurückgekehrt war, um am Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaft ihre Doktorarbeit zu verfassen. Die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre umfasste von Anfang an alle Fachgebiete, unter anderem auch die Medizinerausbildung.

Die 1918 gegründete Hebräische Universität ist tief in der deutschsprachigen Wissenschaftstradition verwurzelt. Zu ihren Gründern zählen herausragende Wissenschaftler und Denker wie Albert Einstein, Martin Buber und Sigmund Freud. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Institute der Universität von jüdischen Wissenschaftlern geprägt, die als Zionisten nach Jerusalem kamen oder, nach 1933, als Flüchtlinge vor dem nationalsozialistischen Regime. Hierzu zählen Edmund Landau (Mathematik), Gershom Scholem (jüdische Philosophie) und Richard Koebner (deutsche Geschichte).


In den 1970er Jahren entstanden erste Kooperationen mit deutschen Universitäten und Minerva-Zentren in den Geistes- und Naturwissenschaften. Seit dieser Zeit wurde die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und F
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