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Ein-Euro-Jobs und Beschäftigungszuschuss können zur Verbesserung sozialer Teilhabe beitragen

10.02.2015 - (idw) Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente Ein-Euro-Job und Beschäftigungszuschuss können die Wahrnehmung der sozialen Teilhabe bei arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern verbessern. Dies geht aus einer vergleichenden Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Bei Teilnehmern an der Maßnahme Beschäftigungszuschuss verbessert sich diese Wahrnehmung deutlicher als bei Teilnehmern an Ein-Euro-Jobs. Wer lange arbeitslos ist und Leistungen bezieht, hat es schwerer, wieder einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. Solchen Arbeitslosen sollen Maßnahmen der geförderten Beschäftigung beim Wiedereinstieg helfen. Für eine begrenzte Gruppe besonders arbeitsmarktferner Langzeitarbeitsloser hat ein längerfristiger Einsatz öffentlich geförderter Beschäftigung auch das Ziel, die soziale Teilhabe zu verbessern, ohne dabei eine später eventuell mögliche Integration in den Arbeitsmarkt aus dem Blick zu verlieren. Unter bestimmten Voraussetzungen können die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen Ein-Euro-Job und Beschäftigungszuschuss einen Beitrag dazu leisten, diese Teilhabedefizite zu mildern, erläutern die Forscher in ihrer Studie.
Ein-Euro-Jobber erhalten Hartz-IV-Leistungen und zusätzlich eine Aufwandsentschädigung von in der Regel ein bis zwei Euro pro Stunde. Tätigkeiten im Rahmen von Ein-Euro-Jobs sollen zusätzlich und wettbewerbsneutral sein sowie im öffentlichen Interesse liegen.
Der Beschäftigungszuschuss, der 2012 in das arbeitsmarktpolitische Instrument Förderung von Arbeitsverhältnissen überführt wurde, orientierte sich in seiner formalen Ausgestaltung stärker an regulärer Beschäftigung. Gefördert wurden sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse bei gemeinnützigen und privatwirtschaftlichen Arbeitgebern, die tariflich bzw. ortsüblich entlohnt werden sollten. Der Beschäftigungszuschuss war auf zwei Jahre befristet, konnte danach aber unbefristet verlängert werden, sofern die Aufnahme regulärer Arbeit weiterhin ausgeschlossen war.
Die Forscher haben anhand von Studienergebnissen beide Instrumente verglichen und mehrere Aspekte identifiziert, die in einem positiven Zusammenhang mit der Wahrnehmung sozialer Teilhabe stehen. Bei Ein-Euro-Jobbern sei beispielsweise der Zugangsweg in die Maßnahme entscheidend. Betrachtet man alle Teilnehmer an Ein-Euro-Jobs, lässt sich im Durchschnitt kein verbessertes Gefühl gesellschaftlicher Zugehörigkeit durch die Teilnahme feststellen. Eine Steigerung des sozialen Integrationsempfindens kann jedoch bei Teilnehmern beobachtet werden, die angeben, die Arbeitsgelegenheit freiwillig, das heißt nicht bloß aus Angst vor finanziellen Sanktionen, aufgenommen zu haben, so die IAB-Arbeitsmarktexperten. Das Gefühl sozialer Teilhabe werde ebenfalls besser, wenn die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden betrage. Des Weiteren spiele die Gesamtdauer der Maßnahme eine wesentliche Rolle: Eine Verbesserung zeige sich eher bei Personen, die länger als ein halbes Jahr teilnehmen.
Studien belegten, dass auch der Beschäftigungszuschuss das Gefühl sozialer Teilhabe steigere, so die IAB-Forscher. Die Verbesserung sei hier sogar deutlicher als bei Ein-Euro-Jobs. Dies sei wahrscheinlich in der konkreten Ausgestaltung der Maßnahme begründet. Die mit dem Beschäftigungszuschuss geförderten Arbeitsverhältnisse wiesen eine höhere Ähnlichkeit zu regulärer Erwerbsarbeit auf. Für das verbesserte Empfinden sozialer Teilhabe sei mitentscheidend, ob die Geförderten ihre Lebenssituation als vergleichsweise normal wahrnehmen. Wichtige Voraussetzung dafür waren die vergleichsweise lange Dauer der Förderung sowie das Gefühl, Hartz-IV-Leistungen überwunden zu haben, da die Teilnehmer subjektiv über ein selbstverdientes, wenn auch gefördertes, Gehalt verfügten. Weitere Informationen:http://doku.iab.de/kurzber/2015/kb0315.pdf

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