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Neue DFG-Forschergruppe : Warum wurden die Dinosaurier so groß?

14.02.2004 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat an der Universität Bonn eine neue Forschergruppe eingerichtet. Sie geht der Frage nach, warum die vor über 65 Millionen Jahren ausgestorbenen sauropoden Dinosaurier so gigantische Ausmaße annehmen konnten und wie ihre Körper funktionierten. Die Gruppe mit dem Titel "Biology of the Sauropod Dinosaurs: The Evolution of Gigantism" vereint Forscher aus der Paläontologie, Zoologie und Biomechanik von insgesamt acht Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die DFG fördert das Projekt in den nächsten drei Jahren mit 1,4 Millionen Euro.


Das größte montierte Dinosaurierskelett der Welt, ausgestellt im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität zu Berlin. Bilder zu dieser Pressemitteilung gibt es unter http://www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2004/070.html Ihre Eier waren oft nicht viel größer als Straußeneier. Was aus ihnen schlüpfte, war dagegen gigantisch: Die sauropoden Dinosaurier übertrafen an Größe und Gewicht alle anderen Landlebewesen, die jemals die Erde bevölkerten - und zwar mit Abstand. Die gewaltigsten von ihnen brachten mit 100 Tonnen soviel Masse auf die Waage wie zehn ausgewach-sene Elefanten oder 1.400 Durchschnittsdeutsche.

"Die Körpergröße ist das fundamentalste Merkmal, das die Ökologie eines Tieres bestimmt", erklärt Privatdozent Dr. Martin Sander. Der Bonner Paläontologe koordiniert das Projekt, an dem neben der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität auch die Hochschulen aus Berlin, Bochum, Flensburg, Lausanne, München, Tübingen und Wien beteiligt sind. "Zunächst wollen wir vor allem die Biologie der Riesensaurier besser verstehen", erklärt Sander. Dazu wollen die Wissenschaftler unter anderem die Wachstumsrate der gigantischen Tiere bestimmen. Physikalisch-chemische Analysen von Knochen-funden lassen Rückschlüsse auf ihre Nahrung zu; andere Teilprojekte gehen z. B. der Frage nach, wie effizient die Atmung der Landbewohner funktionierte.

Mit einer Art "künstlichem Magen" wollen die Forscher zudem errechnen, wie gut damals die Nährstoffzufuhr der Pflanzenfresser war. Heute nimmt man an, dass sie sich vor allem von Gingko und anderen Pflanzen ernährten, die heute auf der Speisekarte der meisten Tiere fehlen. "In Fermentationskammern wollen wir Material von derartigen Pflanzen 'verdauen' und so überprüfen, wieviele Nährstoffe und Kohlenhydrate sie lieferten", erklärt Dino-Forscher Sander. Die Wissenschaftler hoffen so unter anderem zu erfahren, wieviel Energie die Sauropoden mit der Nahrung aufnehmen konnten, wieviel sie aber andererseits für Bewegung, Vermehrung, Wachstum und Atmung wieder verbrauchten.

Vielleicht beantwortet das Projekt so auch die Frage, warum der Gigantismus im Tierreich eine Sackgasse war und die Ära der Riesen-Dinos vor 65 Millionen Jahren plötzlich zu Ende ging.

Bilder zu dieser Pressemitteilung gibt's im Internet unter http://www.uni-bonn.de >> Aktuelles >> Presseinformationen.


Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Martin Sander
Institut für Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3105
E-Mail: martin.sander@uni-bonn.de
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