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Grünes Licht für angewandte Forschung

11.02.2015 - (idw) Hochschule München

Sieben Anträge mit einer Gesamtfördersumme von über 2,2 Millionen Euro vom Bayerischen Wissenschaftsministerium bewilligt Die Profile und Kompetenzen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in der angewandten Forschung und Entwicklung stärken, den anwendungsnahen Wissens- und Technologietransfer intensivieren: Diese Ziele hat das Programm zur Förderung der angewandten Forschung und Entwicklung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Die Hochschule München erhielt in der vierten Förderrunde (2014-2017) für sieben Anträge den Zuschlag: Gefördert werden ein Forschungsschwerpunkt, ein Graduiertenkolleg sowie fünf Forschungsprojekte. Letzteres ist ein besonderer Erfolg: Aus 60 eingereichten Projektanträgen wurden in ganz Bayern nur 13 bewilligt.

Forschungsschwerpunkt CANTER Herstellung und biophysikalische Charakterisierung von dreidimensionalen Geweben
Prof. Dr. Alfred Fuchsberger (Sprecher)

Tissue Engineering, die Herstellung von künstlichen Geweben unter Laborbedingungen, ist eine große Hoffnung für die Behandlung von Defekten, die z. B. durch Traumata, Tumore oder Fehlbildungen entstehen. Bereits 2011 wurde an der Hochschule München gemeinsam mit Professoren der medizinischen Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität und Technischen Universität München das Centrum für Angewandtes Tissue Engineering und Regenerative Medizin (CANTER) ins Leben gerufen. Das CANTER stützt sich auf ein etabliertes Netzwerk mit langjährigen Kooperationen in Forschungsprojekten, Lehrveranstaltungen und der Betreuung von Abschlussarbeiten und Promotionen. Ziel des Forschungsschwerpunkts ist es, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten unter Einbezug weiterer WissenschaftlerInnen der HM sowie marktnaher regionaler Unternehmen auszubauen, um rasche Fortschritte mit klarem Anwendungsbezug in diesem rasant wachsenden Gebiet zu ermöglichen.


Kooperatives Graduiertenkolleg Gebäudetechnik & Energieeffizienz (KGk.) mit der TU München
Prof. Dr. Christian Schweigler (Sprecher)

Ziel des kooperativen Graduiertenkollegs, das als eines von dreien in Bayern gefördert wird, ist die wissenschaftliche Qualifikation von NachwuchswissenschaftlerInnen aus Natur- und Ingenieurwissenschaften in einem bisher heterogenen Forschungsumfeld. Die komplexen Fragestellungen aus Bauphysik, Gebäudetechnik und Energieumwandlung sollen in einem ganzheitlich-systemischen Ansatz beantwortet werden. Hierzu bedarf es der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen angewandter Forschung und Entwicklung einer Hochschule für angewandte Wissenschaften und der wissenschaftlichen Expertise einer Technischen Universität. Diese Zusammenarbeit zwischen der TU München und der Hochschule München hat sich bisher sehr gut entwickelt und soll in der zweiten Förderphase noch vertieft werden. Im Graduiertenkolleg promovieren aktuell 13 Doktoranden. Sie werden kooperativ betreut von 8 Professoren der TU München und 8 Professoren der Hochschule München und profitieren von einem begleitenden Qualifikationsprogramm.

Forschungsprojekte

SERAFIM Spectrally Enhanced Raman Fiberlaser Microscopy
Prof. Dr. Thomas Hellerer
Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik

Mit Hilfe der CARS(kohärente Anti-Stokes Raman Streuung)-Mikroskopie können ohne Präparation der lebenden Probe Details wie Zellbestandteile oder Gewebestrukturen sichtbar gemacht werden. Doch zurzeit existiert keine kommerzielle Laserquelle, die die Nutzung dieser gefragten, minimal-invasiven Methode in der breiten medizinischen Forschung ermöglicht. Ziel des Projekts an der Hochschule München ist deshalb die Entwicklung eines kostengünstigen und bedienerfreundlichen Faserlasers für die CARS-Mikroskopie und -Endoskopie. Dieser soll im Anschluss an das Projekt vom Praxispartner zu einem Seriengerät weiterentwickelt, hergestellt und vertrieben werden. Die Hochschule München gewinnt dabei eine dauerhafte Vernetzung mit einer universitären medizinischen Anwendergruppe am Uniklinikum München und einem nachhaltig in der Forschung engagierten Industriepartner.

SmartSens Smarte Brennwertverfolgung in Gasverteilnetzen mithilfe von Infrarotsensoren
Prof. Dr. Joachim Schenk
Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik

Bei der Energiewende wird Erdgas einen wichtigen Beitrag zu einer effizienteren und umweltschonenderen Energieversorgung leisten. Die Einbindung regenerativer Energieträger wie Bioerdgas oder aus überschüssigem Strom erzeugter Wasserstoff in das Erdgasversorgungssystem bietet großes Potenzial zur Verringerung der CO2-Emissionen und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit. Gleichzeitig stellen diese Entwicklungen jedoch Herausforderungen an die Gasinfrastruktur und die Gasanwendungen dar: Schwankungen der Gasbeschaffenheit und des Brennwerts nehmen hierdurch zu und erschweren die Abrechnung. Ziel dieses Vorhabens ist die Entwicklung eines Systems, das rechnergestützt eine Brennwertzuordnung durchführt: Das System soll das Gas an einer Ausspeisestelle (z.B. beim Endkunden oder einem nachgelagerten Netzknoten) zu den Einspeisestellen eindeutig zuordnen und aus diesen Anteilen einen Abrechnungsbrennwert ermitteln.

NEUROBRAKE Bremswege von Schienenfahrzeugen sicher berechnen mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze und Fuzzy Logic
Prof. Dr. Matthias Niessner
Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik

Schwere Züge und lange Anhaltewege, eine Signalisierung mit festgelegtem Bremsweg, keine Ausweichmöglichkeit im Falle einer unzureichenden Bremswirkung: Bei Schienenfahrzeugen ist eine genau definierte, zuverlässige Bremswirkung von entscheidender Bedeutung. In der Auslegung des Bremssystems spielt der Reibwert des Bremsbelags eine entscheidende Rolle. Dieser war bisher allerdings nur unbefriedigend prognostizierbar. Im Projekt NEUROBRAKE wird ein Verfahren zur Reibwertberechnung mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze und Fuzzy Logic entwickelt und in eine Bremssimulationssoftware umgesetzt. Neuronale Netze können komplexe Zusammenhänge beschreiben, die mit Hilfe analytischer Gleichungen kaum darstellbar sind. Durch Fuzzy Logic werden die berechneten Ergebnisse permanent auf Plausibilität überprüft. Mit dem neuen Ansatz kann die Berechnung von Bremswegen deutlich schneller und sicherer durchgeführt werden als bisher möglich.

Helicon Oberflächenveredelung mit Mikro- und Heliconwellenplasmen
Prof. Dr. Gerhard Franz
Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik

Mit Niederdruckplasmen können temperatursensible Materialien wie organische Polymere mit anorganischen Schutzfilmen bei Temperaturen beschichtet werden, die deutlich niedriger liegen als ohne Plasmaanwendung. Je höher der Ionisationsgrad, umso niedriger ist die erforderliche Temperatur. Mit die höchsten Ionisationsgrade werden in Plasmen beobachtet, die mit Heliconwellen angeregt werden, das sind in einem Magnetfeld geführte elektromagnetische Wellen. Erstes Ziel des Projekts ist die Realisierung und Qualifizierung eines Beschichtungsreaktors, der nach diesem Prinzip arbeitet. Zweites Ziel ist die Beschichtung von temperatursensiblen Substraten, deren thermische Belastung 100 °C nicht übersteigen soll. Beispiele sind superhydrophobe Filme aus Polyparylen, die zwar einen Lotos-Effekt zeigen, aber nicht UV-stabil sind Verpackungsfolien, deren Undurchlässigkeit gegen Gase verbessert wird, oder Plastikoberflächen, die kratzfest gemacht werden. Attraktiv ist dieses Projekt auch wegen seiner Interdisziplinarität: Fragen des Maschinenbaus und der Natur der Niederdruckplasmen wie der Oberflächen spielen hier eine bedeutende Rolle.



RegEn3D 3D-Kartierung von regenerativen Energieressourcen
Prof. Dr. Peter Krzystek
Fakultät für Geoinformation

Ziel dieses Projektes ist es, Daten aus den Erfassungsmethode
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