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Terrorismus - der asymmetrische Krieg

18.02.2004 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)

Die Februar-Ausgabe der Zeitschrift "Internationale Politik" widmet sich dem Thema "Terrorismus". Renommierte Experten diskutieren dieses globale Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven und geben Empfehlungen, wie den Gefahren begegnet werden kann.

"Es geht nicht nur ums Paradies für mich. Wir müssen die Welt reinigen!" - diese Antwort erhält der Stern-Reporter und Islamwissenschaftler Christoph Reuter in seinem Interview mit dem Al Khaida-Selbstmordattentäter Qadir auf die Frage, warum er sich und weite Teile der Menschheit umbringen will. Diese Form von Terrorismus ist nur schwer zu bekämpfen, und die "vorbeugende" US-Invasion im Irak hat ihn nicht im Keim erstickt, sondern erst entfesselt, so Reuter in seinem Beitrag für die Februar-Ausgabe der Zeitschrift INTERNATIONALE POLITIK. Er erläutert, wie Al Khaida neue Selbstmordattentäter rekrutiert und warum es immer mehr Anhänger von Osama Bin Laden gibt, die auch ohne organisatorisches Netzwerk ihren Krieg gegen die Ungläubigen fortsetzen.

Mit einem passenden Bild beschreibt der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler die aktuelle Strategie der Terroristen: "Die Konfrontation mit der gepanzerten Faust des Gegners wird gemieden und stattdessen auf den weichen Unterleib gezielt. Sind die hier zusammenlaufenden Blut- und Nervenbahnen erst einmal getroffen, wird die gepanzerte Faust von selber niedersinken." Münkler gibt drei Empfehlungen, wie auf die zunehmende Bedrohung durch diesen asymmetrischen Krieg reagiert werden sollte: 1. mit einer "heroischen Gelassenheit" der Bevölkerung, 2. mit einem Mix polizeilicher und geheimdienstlicher Maßnahmen mit militärischen Operationen sowie 3. mit der Trennung der Terrorgruppen im engeren Sinn von ihrem Unterstützerumfeld, d.h. vom Zufluss neuer Kämpfer, von Geld und von politischer Legitimität.

Weitere Beiträge in der Februar-Ausgabe von INTERNATIONALE POLITIK: Deutschland ist auf den Terror schlecht vorbereitet und nur "bedingt abwehrbereit", so der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes Eckart Werthebach. Die Generalsekretärin von ai Deutschland, Barbara Lochbihler, fordert die Respektierung der Menschenrechte bei der Bekämpfung des Terrorismus; Alex Alexiev schildert, wie Saudi-Arabien den globalen Islamismus finanziert und Christiane Schulzki-Haddouti erläutert die Gefahren des Cyber-Terrors und seiner Bekämpfung.

Zusätzlich zum Hauptthema enthält die Februar-Ausgabe ein aktuelles Interview mit dem israelischen Politiker Yossi Beilin, einem der Hauptinitiatoren der Genfer Friedensinitiative. Er wirbt um internationale Unterstützung für seine Vorschläge, damit der blockierte Friedensprozess mit den Palästinensern endlich wieder in Gang kommen kann.
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