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HighTech kann Leben retten

19.02.2004 - (idw) INI - GraphicsNet Foundation

Das INI-GraphicsNet zeigt am Med Day 2004 innovative Anwendungen im Medizinbereich / Hohes Einsparpotenzial im Gesundheitswesen

In seinem Branchenbarometer vom Oktober 2003 hat der Bundesverband Informationstechnik, Telekommunikation und Neue Medien e.V. (BITKOM) für das Gesundheitswesen ein Kosteneinsparpotenzial von jährlich 1,27 Milliarden Euro unter anderem durch den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologie ausgewiesen. Der Grund dafür ist einfach: Die Technologien ermöglichen einen effizienten Ressourceneinsatz, verringern Liege- und Behandlungszeiten oder führen zu schnelleren Diagnose und zur effektiveren Therapie.
Ein Beispiel hierfür ist EXOMIO. Mit dem innovativen 3D-Simulator für die Planung einer Strahlentherapie lassen sich die Belastungen für den Patienten und die Vorbereitungszeit für den Arzt reduzieren. EXOMIO arbeitet präziser, schneller, günstiger und wesentlich effizienter als bisherige Verfahren. Weltweit sind derzeit bereits über 250 Systeme im Einsatz.
Um den Arzt in der Operationsvorbereitung und -ausführung sinnvoll zu unterstützen, entstand das Verbundprojekt MEDARPA. Der Chirurg greift dabei während des Eingriffs auf dreidimensional visualisierte Patientendaten wie Ultraschall, Computertomografie oder Röntgenaufnahmen zu. Die operationsrelevanten Daten werden mit Hilfe eines halbtransparenten, schwenkbaren Displays, dem AR-Fenster, in das Sichtfeld des Arztes eingeblendet. Durch diesen Blick ins Innere des Patientenkörpers können auch die chirurgischen Instrumente präziser geführt werden.
Für die Diagnose eines Schleudertraumas ist der behandelnde Arzt bislang vor allem auf die individuelle Schilderung des Verletzten zu seinen Beschwerden angewiesen. Denn die bildgebenden Methoden wie Röntgenaufnahme, Computer- (CT), oder Kernspintomografie sowie Tastbefunde (palpatorische Untersuchung) erlauben meistens keine exakten Aussagen über die jeweilige schmerzbedingte Einschränkung des Patienten. Mit Hilfe der Technologie der Virtuellen Realität entstand ein System, das eine exakte Messung der Schmerzsignale zulässt. Der Patient folgt einem simulierten Lichtsignal in einer digitalen Welt. Auf Grundlage der elektromyografischen Daten kann der Arzt eine gesicherte Aussage über das Vorliegen eines Schleudertraumas treffen.
Im Rahmen des Projektes @home wird ein System entwickelt, welches dafür sorgt, dass Patienten regelmäßig Ihre Medikamente einnehmen. In Akutfällen kann dies Leben retten. Vor allem bei chronisch Kranken führt dies nachweislich zu besseren Behandlungsergebnissen. Ein eingebauter Chip sendet bei diesem System die Information drahtlos an den behandelnden Arzt, ob die Medikamente eingenommen wurden oder nicht.
Welche neusten Entwicklungen aus dem weltweit führenden Forschungsnetzwerk, dem INI-GraphicsNet, im Bereich der Computergrafik derzeit vorhanden sind und welche Anwendungsfelder damit erfolgreich besetzt werden, zeigt der

Med Day - New Medicine Applications
Zeit: 13. März 2004, 9.00 - 13.00 Uhr
Ort: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt

Renommierte Wissenschaftler stellen in kurzen Vorträgen die Grundlagen der neuen Technologien vor. Nach der Begrüßung durch Prof. Encarnaç"o, dem Leiter des INI-GraphicsNet, wird Prof. Georgios Sakas vom IGD, einen Überblick über die aktuellen Forschungsprojekte im Bereich der Bildgebung sowie der Telemedizin vermitteln. Anschließend zeigt Dr. Michael Schnaider vom Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV), welche Möglichkeiten sich durch die Technologie der Erweiterten Realität (Augmented Reality oder AR) in der Medizin bieten. Dr. Ulrich Bockholt vom Fraunhofer IGD berichtet über die Schleudertrauma-Diagnose mittels Virtueller Realität. Welchen Erfolg der 3D-Simulator EXOMIO in der Praxis hat und welche Kostensparpotenziale durch ihn erzielt werden können, darüber referiert Prof. Nikolaos Zamboglou von der Strahlenklinik des Klinikums Offenbach.
An die kurzweiligen, intensiven und hintergründigen Vorträge schließen sich Live-Demonstrationen der entwickelten Systeme an, welche die Teilnehmer zum Ausprobieren einladen. Bildgebende Verfahren, Simulationen, moderne Diagnosetechniken, Navigation, Telemedizin, neuste Patienten-/Arzt-Informationssysteme oder zahnmedizinische Anwendungen gehören dabei zu den Aktionsfeldern des Netzwerkes. Die Teilnahme am Med Day ist kostenfrei.
Vertreter der Medien sind ebenfalls herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Bitte informieren Sie uns kurz über Ihr Kommen (E-Mail: Bernad.Lukacin@igd.fraunhofer.de, Tel.: 06151/155-146). Weitere Informationen dazu finden Sie im Internet unter http://www.medday.de.

Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), das Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, das Centro de Computaç"o Gráfica (CCG) in Guimar"es und Coimbra (Portugal), imedia - The ICPNM Academy in Providence, Rhode Island (USA), das Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), das Institute for New Media Technology (NEMETech) in Seoul (Sued-Korea) und das Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den neun Standorten über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 42 Millionen EURO bildet das INI-GraphicsNet weltweit den grössten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.
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