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Soeben erschienen: Probleme der Angleichung des europäischen Rechts

20.02.2004 - (idw) Universität Augsburg

Der erste Band der "Krakauer-Augsburger Rechtsstudien"

Die bereits langjährigen Beziehungen zwischen den juristischen Fakultäten der Universität Augsburg und der Krakauer Jagiellonen-Universität werden jetzt erstmals auch in Buchform greifbar: In den Verlagen Kantor Wydawniczy Zakamycze, Krakau, und Wolters Kluwer, München, ist soeben der erste Band der "Krakauer-Augsburger Rechtsstudien" erschienen. Unter dem weit gefassten Titel "Probleme der Angleichung des europäischen Rechts" geht es in diesem Sammelband insbesondere auch um die Vorbereitung des polnischen Rechts auf den Beitritt zur EU.

Der durchweg deutschsprachige Band versammelt auf 374 Seiten zwanzig Aufsätze von 14 polnischen und acht deutschen Rechtswissenschaftlern. Die beiden Herausgeber - Jerzy Stelmach, Inhaber der Lehrstuhls für Rechtstheorie und Rechtsphilosophie an der Jagiellonen-Universität, und Reiner Schmidt, Ordinarius für Öffentliches Recht, Wirtschaftsverwaltungsrecht und Umweltrecht an der Universität Augsburg - haben in erster Linie Beiträge aufgenommen, die im November 2002 zu einem gemeinsamen Seminar beider Fakultäten in Krakau beigesteuert worden waren, daneben aber auch einige Aufsätze, die von eingeladenen Autoren speziell für diesen Sammelband verfasst wurden. Wie Stelmach und Schmidt betonen, sollen sich die "Krakauer-Augsburger Rechtsstudien" durch größtmögliche Offenheit hinsichtlich sowohl der Auswahl der Autoren als auch der Themen und Inhalte auszeichnen. Dementsprechend werden die "Probleme der Angleichung des europäischen Rechts" im ersten Band aus den Perspektiven des Völkerrechts, der Rechtsphilosophie, des Zivilrechts, des öffentlichen Rechts und des Strafrechts, aber auch unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet.

Thematisch konzentrierter sollen auch die folgenden Bände der "Krakauer-Augsburger Rechtsstudien" die künftigen gemeinsamen Symposien sowie Vorträge, die im Rahmen der Austauschbeziehungen beider Fakultäten gehalten werden, dokumentieren. Gewisse Synergieeffekte erhoffen sich die Herausgeber von einem europaweiten Forschungsprojekt "Economic Analysis of Law", das Professor Stelmach von Krakau aus koordiniert und an dem neben Professor Schmidt Forscher der Universitäten Lodz, Lublin, Brüssel und Heidelberg beteiligt sind.

Die engen Kontakte zwischen der Krakauer und der Augsburger Rechtsfakultät haben ihren Ursprung im bereits längere Zeit zurückreichenden Austausch speziell zu umweltrechtlichen Fragen. So nahm Prof. Dr. Reiner Schmidt als Geschäftsführender Direktor des Augsburger Instituts für Umweltrecht bereits 1999 eine Gastprofessur an der Jagiellonen-Universität wahr, im Gegenzug war auch der Inhaber des Krakauer Lehrstuhls für Umweltrecht, Prof. Dr. Andrzej Wasilewski, Gast an der Universität Augsburg. Und auch die beiden ersten gemeinsamen Seminare - 1999 in Krakau und 2000 in Augsburg - befassten sich vorrangig mit dem Vergleich umweltrechtlicher Probleme und Regelungssysteme in Polen und Deutschland bei gleichzeitiger Berücksichtigung der entsprechenden europarechtlichen Entwicklungen. Derzeit nimmt der Dekan der Augsburger Jura-Fakultät, Prof. Dr. Johannes Masing, eine Gastprofessur an der Jagiellonen-Universität wahr.
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JERZY STELMACH/REINER SCHMIDT (HGG.), PROBLEME DER ANGLEICHUNG DES EUROPÄISCHEN RECHTS (KRAKAUER-AUGSBURGER RECHTSSTUDIEN, BD. 1), KRAKAU U. MÜNCHEN 2004, ISBN 83-7333-336-3

Inhalt:

* K. Lankosz: Europa und sein europäischer Rechtsraum
* J. Stelmach: Rechtsphilosophie in der Nach-Neuzeit
* B. Brozek/W Cyrul: Zwischen Logik und Diskurs - Bemerkungen zur Geltung im globalen Rechtssystem
* P.-C. Müller-Graff: Der europäische Verfassungsvertrag im Entwurf des Konvents
* S. Biernat: Polen vor der Mitgliedschaft in der Europäischen Union: Steht die polnische Verfassung dem Beitritt entgegen?
* C.-W. Canaris: Die Reform des deutschen Schuldrechts: das neue Recht der Leistungsstörungen
* J. Neuner: Das BGB unter dem Grundgesetz
* V. Behr: Europäisierung und Globalisierung des internationalen Zivilrechtsverfahrens durch die neuen EG-Verordnungen
* T. Raab: Der Vertrag zugunsten Dritter im deutschen und europäischen Recht
* K. Oplustil: Anpassung des polnischen Gesellschaftsrechts an europäische Richtlinien. Versuch einer Bilanz am Vorabend des Beitritts Polens in die EU
* P. Tereszkiewicz: Die neuen Institute im polnischen Personalgesellschaftsrecht
* J. Pisulinski/M. Liebscher: Dingliche Sicherheiten nach dem neuen polnischen Gesetz über Konkurs und Sanierung
* F. Zoll: Das dubiose Ergebnis der Umsetzung der Richtlinie über Verbrauchergüterkauf in die polnische Rechtsordnung
* R. Schmidt: Mitgliedstaatliche Daseinsvorsorge - Herausforderungen durch das Europarecht
* A. Wasilewski: Probleme der Rechtsangleichung im europäischen Umweltrecht - unter besonderer Berücksichtigung des Wasserrechts

* J. Masing: Regulierungsverantwortung und Erfüllungsverantwortung - Alternativen der Verwaltungsverantwortung am Beispiel der Privatisierungsdiskussion zur Wasserversorgung
* T. Wludyka: Wirtschaftsprobleme am Beispiel Polens. Polens Wirtschaftsmarkt 1989-2002
* T. M. J. Möllers: Soziale Markwirtschaft und europäisches Recht - Erfahrungen aus deutscher Perspektive
* P. Kardas: Der Integrationsprozess des Strafrechts aus der Sicht des Corpus Juris und des Statuts des Internationalen Strafgerichtshofes
* M. Szewczyk: Strafrechtliche Verantwortlichkeit von Kollektivpersonen im Lichte des neuen polnischen Strafrechts
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