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Unter Pichicos: Freilandforschung an Tamarinen in Peru

15.04.2002 - (idw) Deutsches Primatenzentrum

Unter dem Thema "Unter Pichicos: Freilandforschung an Tamarinen in Peru" werden Maren Huck, Petra Löttker und Janna Kirchhof am 17. April 2002 einen Dia-Vortrag über ihre primatologischen Studien im peruanischen Amazonasregenwald halten (15:00 Uhr ct, Hörsaal des Deutschen Primatenzentrums, Kellnerweg 4).


Die DPZ-Doktorandinnen Petra Löttker (vorne, 2. v.l.), Janna Kirchhof (stehend, 3. v.l.) und Maren Huck (stehend, 2. v.r.) mit ihren peruanischen Feldassistenten vor der Feldstation. Dr. E. W. Heymann (stehend 2. v.l.) leitet die Projekte in Peru.
6 Wochen alter Braunrückentamarin (Saguinus fuscicollis) Das Jahr 2001 brachte einen Höhepunkt in den bisherigen Forschungsaktivitäten des DPZ an der Estación Biológica Quebrada Blanco (EBQB), einer Feldstation im Amazonasregenwald ca. 90 km südöstlich der Stadt Iquitos. Gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Evangelischen Studienwerkes Villigst konnten gleichzeitig drei Doktorandinnen des DPZ, Maren Huck und Petra Löttker aus der Abteilung Verhaltensforschung & Ökologie und Janna Kirchhof aus der Abteilung Neurobiologie, dort Untersuchungen für ihre Dissertationen durchführen.
Maren Huck und Petra Löttker studierten im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der DPZ-Abteilungen Verhaltensforschung & Ökologie, Reproduktionsbiologie und Primatengenetik zwischen Oktober 2000 und Januar 2002 männliche und weibliche Fortpflanzungsstrategien bei Schnurrbarttamarinen. Tamarine zeichnen sich durch ein bei Primaten (und Säugetiere im Allgemeinen) sehr ungewöhnliches Paarungssystem aus: ein erwachsenes Weibchen ist in der Regel mit zwei erwachsenen Männchen verpaart, die sich beide an der Aufzucht der Jungtiere (Zwillinge als Regelfall) intensiv beteiligen. Neben den Beobachtungen zum Sozial- und Sexualverhalten und zur Jungenfürsorge sammelten die beiden Doktorandinnen auch Kotproben der Tamarine, mit denen in Laboranalysen sowohl genetische Verwandtschaftsbeziehungen als auch hormonphysiologische Veränderungen (z.B. Ovarialzyklus) bestimmt werden.
Janna Kirchhof untersuchte im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Abteilungen Neurobiologie und Verhaltensforschung & Ökologie zwischen März und Dezember 2001 die Rolle von Alarmrufen in gemischten Gruppen (interspezifischen Assoziationen) von Schnurrbart- und Braunrückentamarinen. Hierfür erstellte sie Tonaufnahmen der Alarmrufe der Tamarine für bioakustische Analysen. Ausserdem spielte sie den Tamarinen Alarmrufe vor, konfrontierte sie mit Raubfeindattrappen und schnitt die Reaktionen der Tamarine auf Video für nachfolgende Analysen mit.
Primatologische Freilandforschung in Nordost-Peru hat am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) Tradition. In den Jahren 1985/86 wurde an der Estación Biológica Quebrada Blanco die erste Freilandstudie durch Mitarbeiter des DPZ durchgeführt. Seitdem wurde diese Station immer wieder von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studentinnen und Studenten des DPZ, aber auch anderer Institutionen, für Untersuchungen zum Verhalten und zur Ökologie von Neuweltaffen, insbesondere von Tamarinen, genutzt. Schwerpunkte der Untersuchungen sind Fragen zur sozialen Organisation und Kommunikation und zur ökologischen Rolle von Tamarinen, z.B. als Samenausbreiter der von ihnen konsumierten Früchte.

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