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Unternehmensfusionen: Steht die 6. M&A-Welle bevor?

25.02.2004 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Wittener Wirtschaftswissenschaftler veröffentlichen Studie zu Fusionen und Übernahmen: Deutliche Belebung des M&A-Marktes steht bevor

Die Zahl der Fusionen und Übernahmen, der Mergers & Akquisitions, wird schon im Laufe dieses Jahres deutlich steigen und zwischen 2005 und 2007 zu einer starken Zunahme von M&A-Transaktionen führen. Diese kommende, sechste M&A-Welle wird dabei andere Charakteristika als in der Vergangenheit aufweisen. Zu diesen Ergebnissen kommt die jetzt veröffentlichte Studie "M&A-Strategien und Übernahmewellen: Die Zukunft des M&A-Marktes". Die Studie des Institute for Mergers & Acquisitions (IMA) der Universität Witten/Herdecke basiert auf einer umfangreichen Befragung von 192 Führungskräften aus Unternehmen, Finanzierungs- und Beratungsgesellschaften.

Das M&A-Geschäft ist in Zukunft weitgehend unabhängig von der Unternehmensgröße. Neben großen Unternehmen entdeckt vor allem der Mittelstand die Bedeutung von Fusionen und Übernahmen. Nach der technologiefokussierten fünften M&A-Welle (1993-2000) werden sich in der kommenden sechsten Welle die M&A-Aktivitäten über alle "klassischen" Branchen ausbreiten. Netzwerken, Joint Ventures und strategischen Kooperationen als "sanften Zusammenschlüssen" messen die Befragten keine große Bedeutung bei. Dies gilt auch für Minderheitsbeteiligungen. Der Trend geht zu Mehrheitsübernahmen und vollständigen Übernahmen.

Die fünfte Welle war durch Internationalisierung und Kostensynergien geprägt. Empirisch betrachtet haben sich die avisierten Kostensynergien, die als Prämie bereits an die Verkäufer-Gesellschafter ausgezahlt wurden, im Post Merger-Management jedoch nicht realisieren lassen. Daher bilden Wachstumsmotive wie die Erhöhung von Marktanteilen, die Erschließung neuer Märkte sowie der Erwerb von Kompetenzen die bedeutendsten Ziele zukünftiger M&A-Transaktionen:

* Kostenmerger, konglomerale Merger und durch die Kapitalmärkte getriebene Motive haben sich als wenig zielführend herausgestellt. Die Maximierung des Shareholder Value wird als explizites Ziel von M&A-Transaktionen seltener als in der Vergangenheit angeführt.
* Finanzmotive spielen bei der Identifikation von Akquisitionskandidaten eine geringe Rolle. Demnach ist auch die geringe Wahrnehmung der Chancen und Gefahren feindlicher Übernahmen verständlich, zumal freundliche Übernahmen empirisch mit höheren Erfolgsquoten einhergehen.
* Der geographische Fokus künftiger M&A-Aktivitäten unter deutscher Beteiligung wird auf innereuropäischen Transaktionen liegen.

Das Besinnen auf Kernkompetenzen steht im Zentrum des unternehmerischen Kalküls. Die anhaltenden Restrukturierungsaktivitäten werden zu weiteren Unternehmensverkäufen führen. Die eigene Aktie ist konjunkturbedingt keine geeignete Transaktionswährung. Probleme in der Post Merger-Phase werden von den meisten Akteuren im M&A-Markt weiterhin nicht ernst genug genommen oder zumindest nicht klar genug identifiziert. Immer noch stehen Probleme bei der Kaufpreisfindung und Finanzierung im Vordergrund der Betrachtung von M&A-Erfolgen. Andererseits geben viele Unternehmen an, dass Erfahrungen mit vergangenen Integrationen eine wichtige Rolle bei der Durchführung zukünftiger Transaktionen spielen.

Unternehmen setzen Berater nur für bestimmte Aufgaben im Transaktionsprozess ein. Strategie- und branchenspezialisierte Berater sowie Investmentbanken werden verstärkt in die Phase der Marktanalyse und bei der Auswahl von Akquisitionsobjekten eingebunden. Späte Phasen werden zunehmend zum Standardgeschäft. Die dort eingebundenen Berater wie Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte können hierbei langfristige Geschäftsbeziehungen zu ihren Kunden aufbauen, wohingegen Investmentbanken und M&A-Boutiquen für jede neue Transaktion neu ausgewählt werden. Die Dienstleister-Rotation wird in diesem Bereich stark zunehmen.

KONTAKT - auch zum Bezug der Studie:
Jan Kuklinski, Felix Lowinski, Institute for Mergers & Acquisitions (IMA), Universität Witten/Herdecke. Telefon: 02302/926-519 und -742.

Email: Jan.Kuklinski@uni-wh.de, Felix.Lowinski@uni-wh.de

Das IMA ist bis heute das einzige Institut in der Hochschullandschaft zu diesem Themengebiet und zeichnet sich durch eine deutsche M&A-Forschung im inter-nationalen Kontext aus. Ziel des Konzeptes ist es, einen Beitrag zur Professionalisierung von M&A-Prozessen zu leisten und damit zu einer Senkung der hohen Misserfolgsquote beizutragen.

Institute für Mergers & Acquisitions (IMA) an der Universität Witten/Herdecke: M&A-Strategien und Übernahmewelle: Die Zukunft des M&A-Marktes, Studie zur Entwicklung des M&A-Marktes in Deutschland basierend auf einer Umfrage unter 192 M&A-Professionals
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