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Deutsche Krebshilfe verbessert Versorgung bei Brustkrebs

29.02.2004 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Berlin (sk) - Die Deutsche Krebshilfe hat verschiedene Projekte initiiert, um die Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern. Ihr Konzept stellte die Organisation im Rahmen des 26. Deutschen Krebskongresses am 28. Februar 2004 in Berlin vor. Anlass waren die Ergebnisse der Studie "Die an Brustkrebs erkrankte Frau im Medizinbetrieb", welche die strukturellen Schwachstellen bei der Behandlung von Brustkrebs aufgedeckt hat.

Strahlentherapie im düsteren Keller, Brustprothesenkauf im Hinterzimmer, Therapie-Gespräche zwischen Tür und Angel - das, was manche Frauen im Verlauf ihrer Brustkrebserkrankung erleben, ist zum Teil unerträglich. Nach dem Schock der Diagnose beginnt für viele Betroffene nicht selten der Schrecken des Weges durch den Medizinbetrieb. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Krebshilfe. "Doch seit der Vorstellung der Studie im letzten Sommer ist viel passiert", sagte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, am Samstag in Berlin. "Wir haben bereits zahlreiche Verbesserungsvorschläge aufgegriffen und in die Wege geleitet, um die Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern." Auf allen Ebenen und mit verschiedenen Akteuren wurden Gespräche geführt und Modellprojekte initiiert.

Dazu gehört zum Beispiel ein Projekt zur Aufklärung von Mädchen und jungen Frauen. Auch ein umfassendes Konzept, das der Information von Brustkrebs-Patientinnen über die Wege und Abläufe im Krankenhaus - vom Tag der Aufnahme bis zur Entlassung - dienen soll, wird erarbeitet. Die Deutsche Krebshilfe setzt sich ein für die Entwicklung von Leitlinien für die Gewebe-Untersuchung der Brust (Mamma-Pathologie) und für die psycho-soziale Versorgung. Außerdem betont sie, wie wichtig eine Pharmaindustrie-unabhängige Selbsthilfeförderung ist.

"Das, was wir in der Studie über die Brustkrebsversorgung herausgefunden haben, ist leider nur die Spitze des Eisberges. Denn aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass auch andere Krebspatienten ähnliches erleben" so Nettekoven. Daher will die Deutsche Krebshilfe die Erfahrungen, die jetzt beim Brustkrebs gesammelt werden, auch für andere Krebserkrankungen nutzten. "Wir werden uns verstärkt in der Versorgungsforschung engagieren. Ziel ist es, die Situation aller krebskranken Menschen nachhaltig zu verbessern".

Die Ergebnisse der Studie und die Ziele der Deutschen Krebshilfe zur Verbesserung der Versorgungssituation von Brustkrebspatientinnen wurden in der Broschüre "Die an Brustkrebs erkrankte Frau im Medizinbetrieb" zusammengefasst, die kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe angefordert werden kann.


Info-Kasten Brustkrebs
Jährlich erkranken etwa 46.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs, 18.000 sterben daran. Auf der Liste der krebsbedingten Todesursachen in Deutschland rangiert das Mammakarzinom bei Frauen an erster Stelle. Steht die Diagnose Brustkrebs fest, so ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Im Anschluss bestrahlen die Ärzte die Brust, um die bei einer Operation nicht entfernten Krebszellen zu vernichten. In bestimmten Fällen wenden sie ergänzend eine Chemo- oder Hormontherapie an. Wird ein Tumor im Frühstadium erkannt, so liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent.
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