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Werkstoffwissenschaftler verlässt Bremer Wissenschaft

03.03.2004 - (idw) Universität Bremen

Festkolloquium für Professor Peter Mayr im Bremer Rathaus am 4. März 2004


In der Scientific Community gilt er als renommierter Forscher - jetzt geht er in den Ruhestand: Der Bremer Professor Peter Mayr Bei den Studierenden ist er äußerst beliebt, in der Scientific Community gilt er als renommierter Forscher - und jetzt verabschiedet er sich in den Ruhestand: Professor Peter Mayr aus dem Fachbereich Produktionstechnik der Universität und dem Institut für Werkstofftechnik. Zu seiner Verabschiedung findet am 4. März 2004 ein Festkolloquium im Bremer Rathaus statt.

Professor Peter Mayr hat Bremer Wissenschaftsgeschichte mit geschrieben. So übernahm er im August 1981 die Leitung der Stiftung Institut für Härterei-Technik in Lesum, aus der das Institut für Werkstofftechnik (IWT) hervorgegangen ist. Seit 1986 ist er Geschäftsführender Direktor des IWT. Ebenfalls 1986 wurde das Landesamt für Baustoffprüfung als Amtliche Materialprüfungsanstalt des Landes Bremen an die Stiftung Institut für Werkstofftechnik angegliedert und Professor Mayr zum Leiter dieser Einrichtung ernannt. 1983 wurde Peter Mayr auf die Professur für Werkstoffwissenschaften am Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen berufen und seit dieser Zeit in die Ausbildung der Studierenden im Studiengang Produktionstechnik eingebunden. 1990 erfolgte der Umzug des IWT aus Bremen-Lesum in den Neubau am Campus der Universität. Der Umzug in das neue Gebäude eröffnete zusätzliche Möglichkeiten, die sich in der Hinzunahme neuer Aufgaben und dem Ausbau klassischer Arbeitsgebiete niederschlugen. Als Professor Mayr zum Leiter des Instituts für Härterei-Technik bestellt wurde, arbeiteten 38 Mitarbeiter an dem Institut, heute sind es 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Bereich Werkstofftechnik erhöhte sich in diesem Zeitraum von sieben auf 54. Aus dem klassischen Arbeitsgebiet des IWT, der Wärmebehandlung, ging im Jahr 2000, initiiert durch Professor Peter Mayr der Sonderforschungsbereich 570 "Distortion Engineering - Verzugsbeherrschung in der Fertigung" hervor, der fünfte SFB der Universität Bremen und der zweite von drei Sonderforschungsbereichen, die vom IWT und dem Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen initiiert wurden.

Das wissenschaftliche Werk von Professor Peter Mayr erstreckte sich über viele Gebiete: In der Strukturmechanik, die er vor seinem Eintritt in das IWT als Leiter des Schwingfestigkeitslaboratoriums am Institut für Werkstoffkunde I der Universität Karlsruhe betrieb, über die Wärmebehandlung, dem Kernaufgabengebiet des IWT als Forschungseinrichtung der Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik (AWT) und auch in der Oberflächentechnik bis hin zur Baustofftechnik, die in der Amtlichen Materialprüfungsanstalt (MPA) betrieben wird, war Peter Mayr zu Hause.

Seine Anerkennung in der Wissenschaftsgemeinde schlug sich auch durch seine Berufung in wissenschaftliche Gremien nieder. Als bedeutendste Auszeichnung ist dabei seine Berufung in den Wissenschaftsrat durch den Bundespräsidenten zu sehen, dem er von 1997 bis 2003 angehörte und als letztes die Aufnahme als Mitglied in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Professor Mayr war zudem stark engagiert auf dem Feld der industriellen Gemeinschaftsforschung und in diesem Rahmen Mitglied von Gutachtergremien unterschiedlicher forschungsfördernder Vereinigungen. Unter anderem war er

- Fachgutachter Werkstofftechnik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
- Gutachter der DFG im Normalverfahren, in Schwerpunktprogrammen, im Großgeräteaus-
schuss sowie bei anderen Verfahren
- Fachgutachter in den Sonderforschungs- und Transferbereichen
- Fachgutachter im Sonderprogramm "Materialforschung" des Freistaats Bayern und Leiter
der Gutachtergruppe im Forschungsprogramm Oberflächentechnik (FOROB).

Professor Peter Mayr trug entscheidend zum Ansehen des Standortes Bremen als Forschungshochburg bei. Dies belegt beispielhaft das Abschneiden im kürzlich erschienen DFG-Ranking bezogen auf das bewilligte Fördervolumen: Von 400 in die Auswertung einbezogenen außeruniversitären Forschungseinrichtungen erreichte das Institut den 26. Platz. Wenn man berücksichtigt, dass die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) den 10. Platz, die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) den 25. Platz und das Max Planck-Institut für Metallforschung den 45. Platz einnimmt, ist das ein gutes Ergebnis. Betrachtet man nur die ingenieurwissenschaftlichen Forschungsstellen, so ist die Bilanz noch erfreulicher. Nach dieser Liste liegt das Institut auf Platz 4 hinter der BAM und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Erfreulich ist ferner, dass das Institut bei einer internen Rankingliste der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) 2002 auf dem 6. Platz von den 29 Instituten platziert wurde, mit denen die AiF in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich zusammengearbeitet hat.

Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des Bremer Werkstoffwissenschaftlers lag neben der Forschung und der Leitung eines Drittmittel finanzierten Forschungsinstituts in der Lehre. Er ist seit Eröffnung des Fachbereichs Produktionstechnik in die Ausbildung der Ingenieure eingebunden. Neben der Grundvorlesung Werkstofftechnik I-III sowie dem zugehörigen Fachpraktikum trug Peter Mayr durch die fachspezifischen Vorlesungen der Hauptabteilung Werkstofftechnik und sein Engagement auf dem Gebiet der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachbereichen der Universität auf diesem Feld entscheidend dazu bei, dass die Werkstofftechnik ein Schwerpunkt in der Forschungslandschaft des Landes Bremen darstellt. Das Engagement spiegelt sich auch darin wider, dass Professor Mayr 1993 der erste ingenieurwissenschaftliche Preisträger des Berninghausen-Preises war, der von den "unifreunden" für ausgezeichnete Lehre und Innovation an der Universität Bremen vergeben wird.

Achtung Redaktionen: In der Uni-Pressestelle kann ein Foto von Prof. Dr.-Ing Peter Mayr angefordert werden.

Weitere Informationen:

Universität Bremen / Institut für Werkstofftechnik

Fachbereich Produktionstechnik
Prof. Dr.-Ing. Franz Hoffmann,
Tel.: 0421 218-5330
Email: schellack@iwt.uni-bremen.de
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