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Wissenschaft im Rathaus: "Vom Gen zur Krebstherapie"

03.03.2004 - (idw) Technische Universität Dresden

Jedes Jahr sterben Tausende Menschen in der Bundesrepublik Deutschland in Folge von Krebserkrankungen. Die häufigste bösartige Tumorbildung ist der Brustkrebs, an dem vor allem Frauen ab dem 35. Lebensjahr erkranken. Die Ursachen von Krebserkrankungen beruhen auf Defekten in den Kommunikationsmechanismen zwischen den Zellen. Genetische Veränderungen in der Zelle führen zur Deregulierung von zellulären Signalen.
Die Entdeckung der Genvergrößerung für den Rezeptor HER2/neu, welche die Ursache für etwa ein Drittel aller Brust- und Eierstockkrebserkrankungen ist, führte zur Entwicklung des monoklonalen Antikörpers 4D5 und schließlich zum ersten therapeutischen Anti-Onkoprotein-Wirkstoff Herceptin. Die Therapie mit Herceptin kann alternativ zur Chemotherapie verwendet werden oder verstärkt den Behandlungseffekt in Kombination mit einer Chemotherapie.
Um weitere für die Krebserkrankung entscheidende "Zellschaltstellen" aufzudecken, verwenden die Wissenschaftler die cDNA-Array-Technologie, mit der sie die Aktivität einer Vielzahl von Genen gleichzeitig messen können.
Zudem untersuchen die Forscher die Lebensbedingungen, die ein Tumor für sein Wachstum benötigt, um gezielt diese Strukturen mit der Krebstherapie angreifen zu können.

Der Krebsforscher Professor Axel Ullrich berichtet in seinem öffentlichen Vortrag über die Erkenntnisse seines Wissenschaftlerteams. Die Ergebnisse geben Einblicke in das zelluläre Signalübertragungsnetzwerk von Krebszellen und bilden die Grundlage für die molekulare Tumordiagnostik und die Entwicklung von neuen therapeutischen Strategien.

Ort des Vortrags: Plenarsaal des Rathauses, Dr.-Külz-Ring 19, 01067 Dresden
Zeit des Vortrags: 4. März 2004, 19 Uhr

Nach zwei Stipendien sowie der Arbeit als Post Doc an der University of California und als Wissenschaftler bei dem Unternehmen Genentech in San Francisco ist Prof. Axel Ullrich seit 1988 Direktor der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried.
Seit 1983 haben Prof. Ullrich und seine Mitarbeiter fast 60 Patente angemeldet.
Der renommierte Wissenschaftler erhielt für seine Leistungen unter anderem 2000 den "Bruce F. Chain Memorial Award", 2001 den Robert-Koch-Preis und den King Faisal International Prize 2003.

Die Reihe Wissenschaft im Rathaus wird gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS), der TU Dresden und der Stadt Dresden veranstaltet.

Informationen für Journalisten: Uta Gneiße. Tel. 0351 871-1105
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