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Landauer Uni untersucht doppelte Staatsbürgerschaft in Europa im Auftrag der Europäischen Kommission

04.03.2004 - (idw) Universität Koblenz-Landau

Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau ist der deutsche Kooperationspartner in einem europaweit angelegten inderdisziplinären Forschungsprojekt zur Doppelten Staatsbürgerschaft.

Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (Zepf) der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau ist unter der Federführung von Prof. Dr. Reinhold Jäger der deutsche Kooperationspartner in dem groß angelegten inderdisziplinären Projekt "Dual Citizenship, Governance and Education: A Challenge to the European Nation-State (DCE)". Schwerpunkt des Forschungsprojekts sind die Doppelte Staatsbürgerschaft und ihre pädagogischen und sozialen Implikationen in Deutschland, Großbritannien, Israel, Portugal, Finnland, Estland, Griechenland und Frankreich. Gefördert wird das dreijährige Projekt von der Europäischen Kommission.

Das Zepf ist als deutscher Partner für alle Aspekte des Projekts verantwortlich, die mit den Besonderheiten der Bundesrepublik Deutschland verbunden sind. Hierzu gehört zunächst eine Befragung von Politikern, Kommunalbeamten und Experten zwischen März und April 2004. Diese Befragung soll Grundkenntnisse darüber liefern, wie den Herausforderungen begegnet werden kann, die sich mit der Umsetzung doppelter/multipler Staatsbürgerschaft ergeben. Darüber hinaus verantwortet das Zepf innerhalb des gesamten Projekts eine internationale Online-Konferenz mit Experten aus acht verschiedenen Ländern. In dieser Konferenz werden zum einen aktuelle staatsbürgerrechtliche Fragestellungen und ihre Implikationen erörtert, zum anderen werden die erhobenen empirischen Ergebnisse aus der Befragung diskutiert und vertieft.

Die Arbeit über das Phänomen der doppelten Staatsbürgerschaft ist von großer Bedeutung, da diese Thematik eine wachsende politische Debatte in ganz Europa verursacht hat. Als Folge dieser Debatte ist in einigen Staaten Europas eine zunehmende Bereitschaft vorhanden, die doppelte Staatsbürgerschaft zu akzeptieren. Besonders in solchen Staaten, die in einem kulturhistorischen Sinne als "ethnokulturell" bezeichnet werden können (z.B. Finnland, Deutschland, Griechenland), ist die multiple Staatsbürgerschaft ein Thema, das weiterer Diskussionen bedarf. Im gegenwärtigen Kontext findet in solchen Ländern, die eine Emigrationsgeschichte haben (z.B. Portugal, Estland), eine anhaltende Debatte darüber statt, ob doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt werden sollte oder nicht. Auf der anderen Seite haben Länder mit einer Immigrationsgeschichte wie Großbritannien und Frankreich doppelte Staatsbürgerschaft zu einem gewissen Grad schon vor den aktuellen Debatten akzeptiert.

Obwohl das Thema in den letzen Jahren politisch und juristisch viel diskutiert wurde, sind hierzu bislang nur sehr wenige sozialwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Untersuchungen publiziert worden. Das Projekt DCE schließt diese Lücke. Das Forscherteam untersucht deshalb in verschiedenen empirischen Studien die politischen und gesellschaftlichen Einstellungen doppelter Staatsbürgerschaft und deren pädagogische und psychologische Auswirkungen auf den Einzelnen. Für Ende des Jahres ist eine erste Veröffentlichung unter dem Titel "Doppelte Staatsbürgerschaft - eine interdisziplinäre Herausforderung" geplant. Nähere Informationen gibt es online unter www.vep-landau.de.


Kontakt:
Prof. Dr. Reinhold Jäger (jaeger@zepf.uni-landau.de)
Yvonne Schröter, Dipl.-Päd. (schroeter@zepf.uni-landau.de )

Zentrum für empirische pädagogische Forschung (Zepf) der
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Bürgerstraße 23
76829 Landau i. d. Pfalz
Tel. 0 63 41/906-165

Weitere Informationen:
http://www.joensuu.fi/dce/
http://www.zepf.uni-landau.de
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