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Durchzug im Mittelalter: bäuerliche Siedler im nördlichen Ostdeutschland

05.03.2004 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

PM 29/2004

Am 16. und 17. April 2004 richten Prof. Dr. Günter Mangelsdorf und sein Assistent Dr. Felix Biermann vom Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte im Historischen Institut der Universität Greifswald für etwa sechzig Teilnehmer ein Arbeitstreffen aus: "Neue Perspektiven auf die bäuerliche Ostsiedlung des Mittelalters im nördlichen Ostdeutschland". Die Tagung im Hörsaal des Instituts für Deutsche Philologie in der Rubenowstraße 3 fördert die Bremer Stiftung für Kultur- und Sozialanthropologie.

Das ostdeutsche Gebiet war, sagt Felix Biermann, immer wieder Kontakt- und Durchzugsgebiet für "Fremde", die mit "Einheimischen" zusammentrafen, sich bei diesen integrierten oder anders mit ihnen arrangierten, wodurch neue Identitäten entstanden. Epochal nennen die Forscher diesen als "mittelalterliche deutsche Ostsiedlung" bezeichneten Zuzug westlicher Menschen, vor allem von Bauern, in den slawisch besiedelten Raum.

Diese Epoche lasse, so Felix Biermann, sich heute besser denn je beurteilen. Dominierten bis vor wenigen Jahren Geographie und Geschichtswissenschaft die Erforschung der bäuerlichen Ostsiedlung (weil archäologische Quellen spärlich waren), sprudeln heute die Erkenntnisse dank vieler Rettungsgrabungen auf ländlichen Siedlungen des 12./13. Jahrhunderts. Sie lieferten mannigfache, vielfach faszinierende archäologische Informationen, mit denen jetzt etliche Forscher ihre Magister- und Doktorarbeiten füllen.

Sechsundzwanzig Referenten sprechen über Konflikte und kulturellen Ausgleich beim Zusammentreffen der slawischen Einheimischen und der westlichen, flämisch-deutschen Zuwanderer sowie die ethnische Deutung spätslawischer und frühdeutscher Sachkultur. Sie rekonstruieren die dörfliche Lebensumwelt vom 12. bis zum 14. Jahrhundert (siedlungsgeschichtlich, botanisch, dendrochronologisch und zoologisch). Sie sprechen über den Verbleib der slawischen Bevölkerung, die Rechtsstellung von Slawen und Deutschen. Sie betrachten Weiler wie Straßendorf, also gewachsene Dörfer und Planformen anhand ihrer archäologischen Erkenntnisse. Sie nehmen sich der Traditionen an, der einheimischen Überlieferungen, wenn sich zwei Bauernkulturen trafen. Und sie gehen sehr ins Detail, breiten das Neueste zu neuen archäologische Forschungen zur Thematik - Dorfkern- und Wüstungsgrabungen, ländliche Kleinadelssitze, Kirchen, Fund- und Befundbearbeitungen und Manches mehr.

Informationen gibt Ihnen gerne Dr. Felix Biermann
Historisches Institut, Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte, Hans Fallada-Str. 1,
17487 Universität Greifswald, Tel.: 03834-86-3244, Fax: 03834-86-3242
e-mail: Felix.Biermann@uni-greifswald.de
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