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Der lange Marsch - "GPS" auf dem Weg in den bäuerlichen Alltag

06.03.2004 - (idw) Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)

Vor 15 Jahren war der Einsatz von GPS auf einer selbst fahrenden Pflanzenschutzspritze in Schleswig-Holstein weltweit die erste in der Öffentlichkeit vorgestellte Anwendung des Globalen Positionierungs-Systems (GPS) in der "Precision Agriculture (PA)". Mao erreichte 15 Jahre nach seinem langen Marsch mit der Machtübernahme in Peking sein Ziel; PA ist aber auch nach 15 Jahren nicht Alltag auf dem Bauernhof. Die weit überwiegende Mehrheit landwirtschaftlich genutzter Böden wird immer noch einheitlich bewirtschaftet, obgleich die Unterschiedlichkeit von Bodeneigenschaften im Raum selbst Nicht-Landwirten ins Auge fällt. Diese Unterschiedlichkeit schon bei der Bodenbearbeitung, der Aussaat und erst recht bei der Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu berücksichtigen, ist der Vorstellung von PA nach der Schlüssel für bessere Erträge und hohe Umweltverträglichkeit in der Landwirtschaft. In zahlreichen Forschungs- und Demonstrationsvorhaben konnten jedoch bis heute weder die ökonomischen, noch die ökologischen Vorteile von PA so schlüssig nachgewiesen werden, sodass ein "spin off" von GPS Technologien in der Landwirtschaft bislang ausgeblieben ist.

Die Gesellschaft der Freunde der FAL (GdF) hatte am 24. Februar 2003 sieben Landwirte, die seit über 10 Jahren auf mehr als 10.000 ha Ackerland Pionierarbeit bei der Umsetzung von PA leisten, zu einem Themenabend "Precision Agriculture" ins Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) geladen. Ein Abgleich derzeitiger Forschungsinteressen (Anteile der Themen von Veröffentlichungen in referierten Journalen der Jahre 2000-2003: 35% Kartierung, 20% Fernerkundung, 9% Strategienentwicklung, 4% Technikentwicklung, 2% Ökonomische und Ökologische Analyse) mit den Bedürfnissen der Praxis, offenbarte zum Teil noch erhebliche Defizite hinsichtlich Relevanz, effizienter Gewinnung und Verarbeitung von Daten, von Algorithmen zur Entscheidungsfindung, benutzerfreundlicher und kompatibler Technik, sowie wirksamer Instrumente zur Erfolgs- und Qualitätskontrolle. Visionär sehen die Teilnehmer des Themenabends in zehn Jahren Zukunft nicht nur die Lösung dieser Probleme, sondern erwarten einen besonderen Anschub für die Verbreitung von PA durch die Verfügbarkeit telemetrische Systeme bei der Nachweiskontrolle und der Fahrzeugführung.

Eine ausführliche Synopse der Ergebnisse des Abends wird auf der Veranstaltung "Ackerbau 2025" am 30. Mai 2004 im Forum der FAL vorgestellt werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Bundesallee 50, D-38116 Braunschweig
Tel.: 0531 5962101
E-Mail: pb@fal.de
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