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Tagung "Zwischen Pop und Propaganda: Radio in der DDR"

09.03.2004 - (idw) Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Die Rundfunkjournalisten in der DDR standen vor einer kaum lösbaren Aufgabe: Das Radio sollte im Konkurrenzkampf mit dem Westen Quote machen und gleichzeitig den ideologischen Vorgaben der SED-Spitze genügen. Dieses Dilemma ist Thema der Tagung "Zwischen Pop und Propaganda".

Die Tagung findet am 26./27. März 2004 in den Räumen des DeutschlandRadios Berlin statt. Sie bietet erstmals einen umfassenden Überblick über den Hörfunk in der DDR, der bisher in der Forschung eher wenig beachtet wurde, obwohl er bis in die 60er Jahre Leitmedium in beiden deutschen Staaten war.

Organisatoren der Tagung sind der Studiengang Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Die Veranstaltung, die sich erstmals ausführlich mit dem Hörfunk im SED-Staat befasst, wird neben der Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur vom DeutschlandRadio Berlin im Rahmen von dessen 10jährigem Jubiläum unterstützt. DeutschlandRadio Berlin überträgt die Veranstaltung live über seine Mittelwelle 855 kHz.

Radio in der DDR - das bedeutete einerseits scharfe Kampagnen gegen Bonn und den Westen, optimistische Aufbaupropaganda, langatmige Parteischulungen und kommunistische Kampflieder. Andererseits brachten aber auch flotte Tanzmusik, Popsongs und Schlager den realsozialistischen Äther zum Swingen. Diese Art von Unterhaltung wurde jedoch von der Parteispitze stets misstrauisch beäugt und konnte sich nur zeitweise entfalten. Unter ähnlich strenger Aufsicht standen zeitweise Hörspielproduktion sowie Literatur- und Kultursendungen.
Die Tagung zu 40 Jahren DDR-Rundfunkgeschichte greift zahlreiche dieser Aspekte auf. Beiträge widmen sich beispielsweise den gegen Westen gerichteten Geheimsendern der DDR oder der Mokka-Milch-Eisbar im Jugendstudio DT 64. Die Macher, die Programme und die Hörer werden ebenso berücksichtigt wie zeitgeschichtliche Kontexte und vergleichende Perspektiven. Der Workshop bietet ein Forum, in dem sich Forscher unterschiedlicher Disziplinen austauschen können, in dessen Rahmen zugleich aber auch die Perspektiven von Zeitzeugen und Wissenschaftlern, die in den letzten Jahren die umfangreichen Programm- und Aktenüberlieferungen der DDR ausgewertet haben, aufeinander treffen. Die Tagungsbeiträge werden in einem Buch zusammengefasst, das voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen wird.

Weitere Informationen und Tagungsanmeldung bei:

Dr. Klaus Arnold (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt), Tel.: 08421/93-1556, e-mail: Klaus.Arnold@ku-eichstaett.de

Dr. des. Christoph Classen (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Tel.: 0331-28991-17, e-mail: classen@zzf-pdm.de
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