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Die Texte der Königin von Saba

10.03.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Orientalist der Universität Jena an Jubiläumsband zu Forschungen im Jemen beteiligt/Neue Grabungen geplant


Der neue dt.-engl.-arab. Band über Ausgrabungen im Jemen (Foto: Uni-Jena) Jena (09.03.04) Den Jemen haben die meisten Menschen höchstens im Blick, wenn dort eine Touristengruppe entführt wird. Doch das Land der Königin von Saba ist eine Gründerstätte der modernen Kultur, deren Details allerdings noch weitgehend unentdeckt im Wüstensand harren. An ihrer Erschließung sind seit langem deutsche Wissenschaftler beteiligt. Dazu ist vor kurzem der 170-seitige deutsch-englisch-arabische Band "25 Jahre Ausgrabungen und Forschungen im Jemen (1978-2003) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) erschienen. Die Publikation eröffnet gleichzeitig die Reihe der "Hefte zur Kulturgeschichte des Jemen".

An der Rettung und Erkundung des jemenitischen Kulturerbes sind auch Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt. Prof. Dr. Norbert Nebes gehört zum interdisziplinären Team von verschiedenen Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen. Der Jenaer Lehrstuhlinhaber für Semitische Philologie und Islamwissenschaft unterstützt seit 1990 regelmäßig die Grabungen im Jemen. Sein Beitrag im neuen Band über "25 Jahre epigraphische Forschungen in Marib" zeigt, wie mühsam selbst in der antiken Hauptstadt der Sabäer das Auffinden lesbarer Inschriften ist. Denn die frühen sabäischen Inschriften liegen überwiegend in Stein gehauen vor - und über diese Steine schmirgelt seit Jahrhunderten der Wüstensand. Dennoch konnte der Jenaer Sprachexperte zahlreiche Texte entschlüsseln und dadurch Aussagen über die Geschichte und Kultur des Landes treffen.

War bisher die Oase von Marib das bevorzugte Grabungsziel, so widmet man sich in Zukunft der Stadt. "Nach wie vor ist die Stadt Marib selbst archäologisches und epigraphisches Neuland", sagt Prof. Nebes. Gemeinsam mit dem DAI und der Jemenitischen Antikenbehörde will er die Erforschung von Marib-Stadt vertiefen, "wobei das frühe 1. Jahrtausend v. Chr. unsere besondere Aufmerksamkeit verdient, da in dieser Zeit die Stadt und Oase von Marib eine politische, ökonomische und auch kulturelle Schlüsselstellung innerhalb der Oasenstädte Altsüdarabiens innehatte". Prof. Nebes wird also noch viele weitere Sommer im Jemen forschen, bereits am 12. März startet er das nächste Mal.
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