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Ausbildungsplatzabgabe vergrößert nicht das Lehrstellenangebot

12.03.2004 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Durch die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe werden keine weiteren Lehrstellen geschaffen, so das Ergebnis des Nachwuchswissenschaftlers Dr. Michael Niederalt, der für seine Dissertation an der Universität Erlangen-Nürnberg den mit 2.500 Euro dotierten Preis der Hermann-Gutmann-Stiftung erhalten hat. In seiner Arbeit "Zur ökonomischen Analyse betrieblicher Lehrstellenangebote in der Bundesrepublik Deutschland" untersucht er das Ausbildungskalkül der Betriebe.


Dr. Michael Niederalt bei der Promotionsfeier im Februar 2004 Fast jedes Jahr wird in den Medien bzw. von Politikern und Gewerkschaften Klage geführt über einen Mangel an Lehrstellen und über die Tatsache, dass die Mehrzahl der Betriebe in Deutschland sich nicht an der Ausbildung beteiligen. Nicht selten werden daraus Forderungen nach einer finanziellen Beteiligung aller Betriebe an den Kosten der Ausbildung abgeleitet. Den Hintergründen wird jedoch meist zu geringe Beachtung geschenkt. Deshalb diskutiert Dr. Niederalt in seiner Dissertation, warum manche Betriebe ausbilden und andere nicht. Er hat die Bestimmungsfaktoren des Ausbildungskalküls der Betriebe theoretisch wie empirisch untersucht.

Ob und in welchem Umfang ein Betrieb Lehrstellen anbietet, wird demnach im Wesentlichen von drei möglichen Motiven beeinflusst: Erträge durch die produktive Beschäftigung von Lehrlingen während der Ausbildungszeit, Erträge durch die Weiterbeschäftigung der eigenen Ausbildungsabsolventen sowie Imagevorteile durch Lehrstellenangebote. Die Analyse von Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bekräftigte diese theoretisch abgeleiteten Ergebnisse. Daraus lassen sich Anhaltspunkte dafür ableiten, wie die betrieblichen Kosten und Erträge einer Ausbildung beeinflusst werden können und wie gegenwärtige Vorschläge zur Verbesserung der Lehrstellensituation zu beurteilen sind.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Claus Schnabel, Leiter des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik, und Prof. Dr. Günter Buttler, Leiter des Lehrstuhls für Statistik und empirische Wirtschaftsforschung.

Der Preis der Hermann-Gutmann-Stiftung wurde im Februar 2004 im Rahmen einer Promotionsfeier an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg verliehen. Zehn weitere WiSo-Doktoranden erhielten auf der Feier ihre Promotionsurkunden.

Weitere Informationen:

Dr. Michael Niederalt
Tel.: 0911/53052-315
michael.niederalt@wiso.uni-erlangen.de
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