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Strategien für die Produktion von morgen

12.03.2004 - (idw) Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft

Individualisierte Produktion als Zukunftsgarant für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei den 7. "Karlsruher Arbeitsgesprächen"

Mit dem Rahmenkonzept "Forschung für die Produktion von morgen" unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung vorwettbewerbliche Forschungsvorhaben zur Stärkung der Produktion in Deutschland. Über den Projektträger "Produktion und Fertigungstechnologien" im Forschungszentrum Karlsruhe wurden seit 1999 rund 250 Millionen Euro für Forschungsprojekte bereitgestellt. Partner aus Industrie und Wissenschaft, insbesondere aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, forschen damit gemeinsam nach zukunftsweisenden Lösungen. Am 11. und 12. März 2004 werden die Projektergebnisse im Rahmen der 7. "Karlsruher Arbeitsgespräche Produktionsforschung" in Karlsruhe vorgestellt. Rund 450 Teilnehmer diskutieren dabei über Wege zur individualisierten Produktion als Schlüsselstrategie für Unternehmen.

Produzierende Unternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Rund 22 Prozent unseres Bruttosozialprodukts erwirtschaftet das verarbeitende Gewerbe unmittelbar. Rechnet man produkt- und produktionsnahe Dienstleistungen hinzu, erhöht sich dieser Anteil auf rund 70 Prozent. Mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in Deutschland sind somit direkt oder indirekt an die Produktion geknüpft.

Unter dem Leitgedanken "Wege zur individualisierten Produktion" werden bei den Karlsruher Arbeitsgesprächen 2004 die neuesten Ergebnisse aus dem Rahmenkonzept "Forschung für die Produktion von morgen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vorgestellt. "Individualisierung" ist eine Schlüsselstrategie für die Produktion der Zukunft: Immer häufiger wünschen Kunden ein individuelles Produkt, bei Kleidung und Möbeln ebenso wie bei Autos oder Maschinen.

"Die Individualisierung der Produkte sollte möglichst spät in den Produktionsprozess eingebracht werden, sei es durch Software- oder durch Dienstleistungskomponenten", hebt Dr.-Ing. Ingward Bey, Leiter des vom BMBF eingesetzten Projektträgers "Produktion und Fertigungstechnologien" im Forschungszentrum Karlsruhe hervor. "Der Hersteller erschließt sich dadurch parallel zum Kundenbezug die Vorteile einer Massenproduktion. Die Produktionsstrategie muss dann darauf abzielen, Varianten in großer Zahl zu beherrschen. Dies erfordert ein hohes Maß an Flexibilität bei Ausrüstung und Maschinen, vor allem aber eine hohe Kompetenz der Mitarbeiter eines Betriebes."

In den Verbundprojekten des Programms "Forschung für die Produktion von morgen" beteiligen sich mehr als 750 Unternehmen, rund 12 Prozent davon sind nicht älter als 5 Jahre. Dadurch trägt das Programm wesentlich zur Stabilisierung junger Unternehmen und ihrer Einbindung in wichtige Forschungsnetze bei.

Die Forschungsergebnisse werden bei den "Karlsruher Arbeitsgesprächen" in vier parallelen Foren präsentiert:

* Strategien, Geschäftsmodelle, Perspektiven für produzierende Unternehmen
* Nachhaltigkeit in der Produktion
* Produzieren in Wertschöpfungsnetzen
* Flexible Produktionsausrüstungen.

Begleitend zur Veranstaltung findet am 11. März 2004 ein Forum für "Junge Unternehmen in der Produktionsforschung" statt, in dem Wissenswertes über die Rahmenbedingungen von Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen, deren Finanzierung sowie über Patente und Lizenzen vermittelt wird. Erfolgreiche Jungunternehmer, die den Schritt von der Forschung in ein selbständiges Produktionsunternehmen gewagt haben, berichten über ihre Erfahrungen.

Den Abschluss der "Karlsruher Arbeitsgespräche 2004" bildet am 12. März 2004 eine Podiumsdiskussion zum Thema "Produzieren im globalen Maßstab - Chancen, Fallen, Gefahren", zu der Ernst Baumann, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, Wolfgang Grupp, alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der TRIGEMA GmbH, Professor Dr.-Ing. Albert Jugel, Vorsitzender des Vorstandes der Lübecker Dräger Safety AG, und Dr.-Ing. Thomas Wagner, Direktor des Zentralbereichs Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH, erwartet werden.

In einer ergänzenden Ausstellung werden die Ergebnisse ausgewählter Projekte vorgestellt und veranschaulicht. Dies ist auch der Ausgangspunkt für ein weiteres wichtiges Element der "Karlsruher Arbeitsgespräche": Studenten und Schüler der Oberstufe werden durch geführte Besichtigungen angeregt, sich mit den Problemen und Perspektiven der Produktion von morgen auseinander zu setzen. Im Anschluss bieten Mitarbeiter des Arbeitsamtes Informationen über Berufschancen in technischen Berufen. Rund 250 Schüler sind für die Führungen bereits angemeldet.


Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Joachim Hoffmann 11. März 2004
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