Stammzellen, Heiler der Zukunft? Spitzenforscher stellen sich der Diskussion18.03.2004 - (idw) Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.
Die Spitzen der deutschen Stammzellforschung geben sich ein Stelldichein in München. Kein Fachkongress, sondern Information und Diskussion mit der Bevölkerung stehen beim "Stammzell-Forum" des vdbiol am 26.4. in der Technischen Universität München im Mittelpunkt.
Seit 40 Jahren kennt man die Regenerationskraft von Knochenmark und transplantiert es seitdem mit den darin enthaltenen adulten Stammzellen mit wachsendem Erfolg bei der Behandlung von Erkrankungen der Blutbildung. Seit 20 Jahren kann man embryonale Stammzellen aus Blastozysten von Mäusen kultivieren und deren Fähigkeit studieren, sich als "pluripotente" Stammzellen in alle Typen von Körperzellen zu differenzieren. Die Erfolge mit diesen embryonalen Stammzellen im Tierversuch z.B. Zuckerkrankheit oder Parkinson zu lindern bzw. gar zu heilen, weckten Hoffnungen. Seit 6 Jahren läuft nun in einer Reihe von Ländern die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen auf Hochtouren. Damit verstärkten sich einerseits Hoffnungen auf universelle "Heiler der Zukunft" und anderseits ethische Bedenken gegen den mit der Nutzung embryonaler Stammzellen verbundenen "Verbrauch überzähliger Embryonen" aus künstlichen Befruchtungen. Es geht um die Fragen: Wie weit ist die Erforschung des Entwicklungspotentials adulter und embryonaler Stammzellen von Mäusen und Menschen gediehen? Wie weit kennt und beherrscht man die Entwicklungssteuerung von Stammzellen zu spezifischen Geweben? Wo stehen klinische Studien und wie realistisch sind die Heilsversprechungen? Wie entwickelt sich der rechtliche Rahmen für embryonale Stammzellforschung, wie die ethische Debatte um die Menschenwürde befruchteter Eizellen und welche Auswege aus dem Dilemma sind sichtbar? Mit der von den Spitzen der Stammzellforschung in Deutschland getragenen Veranstaltung will der vdbiol im 50. Jubiläumsjahr seiner Gründung im Landesverband Bayern einen konstruktiven Beitrag zu solider Öffentlichkeitsarbeit zu den anstehenden Fragen leisten. Die Veranstaltung richtet sich an die breite Bevölkerung, an Entscheidungsträger in der Politik, sowie an Lehrkräfte (Bayern KMS III.7-5 P4160.7 - 6.846), an Schülerinnen und Schüler und an Studierende. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eine Gebühr wird nicht erhoben. Veranstaltungsort: Audimax der TU München, Arcisstr. 21, 80331 München. U-Bahn Theresienstr. oder Königsplatz. Termin: 26.4.2004, Beginn 9.00 Uhr, Ende (voraustl)18.30 UhrAnbei das ausführliche Programm: Jubiläumsveranstaltung - 50 Jahre vdbiol Landesverband Bayern Stammzellen - Heiler der Zukunft? Grundlagen, klinischen Studien, rechtlicher Rahmen Montag,26 April 2004 im Audimax der TU München 9.00 - 9. 15 Einführung Prof. Dr. Karl Daumer, vdbiol, LV Bayern, München 9.15 - 9.45. Das Entwicklungspotential im Überblick Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft 9.45 - 10.15 Entwicklung von Stammzellen in Nevenzellen PD. Dr. Magdalena Götz, Stammzellforschung GSF Neuherberg 10.15. - 10.45 Entwicklung von Stammzellen in Pankreas- und Leberzellen PD Dr. Anna M. Wobus, IPK, Gatersleben 10.45 - 11.15 Pause und Besuch der Ausstellungen 11.15 - 11.45 Stammzelltherapie zur Blutbildung Prof. Dr. Christian Peschel, TUM, Klinikum rechts der Isar 11.45 - 12.15. Stammzelltherapie bei Herzinfarkt PD Dr. Wolfgang- Michael Franz, LMU, Klinikum Großhadern 12.30 - 14.00 Uhr Mittagspause und Besuch der Ausstellungen 14.00 - 14.40 Therapie bei Neurodegenration Prof. Dr. Otmar Wiestler, DKFZ, Heidelberg 14.40 - 15.20 Perspektiven embryonaler Stammzellen Prof. Dr. Hans Robert Schöler, MPI Münster 15.20 - 15.50 Pause 15.50 - 16.30 Therapeutisches Klonen statt Organtransplantation Prof. Dr. Eckhard Wolf, Genzentrum LMU München 16.30 - 17.00 Perspektiven des rechtlichen Rahmens Prof. Dr.jur. Dr.h.c. Rüdiger Wolfrum, MPI Heidelberg 17.00 - 18.30 Podiums- und Schlussdiskussion mit Referenten und Prof. Dr. Marion Kiechle; Klinikum rechts der Isar, Vorsitzende der Bioethikkommission der Bayerischen Staatsregierung und Mitglied der Zentralen Ethik-Kommission Stammzellenforschung (ZES). Moderation: Dr. Patrick Illinger, Süddeutsche Zeitung, München Kontakt (nicht zur Veröffentlichung) für die Presse: Prof. Dr. Karl Daumer c/o Verband dt. Biologen Landesverband Bayern Corneliusstr. 6, 80469 München T: 089-260 19 725 Fax: 089-260 19 729 E: info@vdbiol.de W: www.vdbiol.de Wir freuen uns über Belege oder auch nur nachrichtliche Hinweise der Veröffentlichung, vielen Dank!
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