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Widersprüche fruchtbar machen!

18.03.2004 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Lehr- und Fortbildungsoffensive, Teil 6: Das Mentorenfirmenmodul der Universität Witten/Herdecke (UWH) bettet die langjährigen Erfahrungen praxisnaher Wirtschaftsausbildung in ein Konzept aus einem Guss.


Private Universität Witten/Herdecke Wie werden aus Wirtschafts-Studierenden gute Manager, gute Unternehmer, die nicht schon vom ersten Praxisschock aus der Karrierespur geweht werden und die in der Lage sind, ihr theoretisches Wissen für die Praxis fruchtbar zu machen? Und wie gibt eine Universität ihnen gleichzeitig das intellektuelle Rüstzeug, Unternehmens- und Organisationsprozesse auch jenseits betriebswirtschaftlicher Kategorien ins Visier nehmen zu können - zum Beispiel aus soziologischer, psychologischer oder kommunikativer Perspektive?

Wissenschaft und Praxis - zwei sich widersprechende Zielvorstellungen? Mitnichten! Die Antwort liegt in der Zusammenschau beider Bereiche. Resultat dieser Zusammenschau ist das neue Mentorenfirmenmodul der UWH-Wirtschaftsfakultät - gleichsam die Essenz aus Erfahrung mit dem Mentorenfirmenkonzept, das an der UWH bereits seit fast zwanzig Jahren erfolgreich praktiziert wird. "Wir sehen Studierende als Unternehmer, die ihren eigenen Lern- und Bildungsweg als unternehmerischer Herausforderung begreifen - also Verantwortung für sich selbst übernehmen, Neugierde für Ungewöhnliches entwickeln, eingeübte Pfade verlassen und überraschende Lösungen finden", erklärt einer der "Erfinder" des Konzepts, Prof. Rudolf Wimmer vom Institut für Familienunternehmen, die Philosophie.

Wo Studierende anderer Universitäten in verschiedenen Praktika "nur" Praxis akkumulieren und dann mit den Erfahrungen selbst fertig werden müssen, steht Studierenden der UWH mit dem neuen Mentorenfirmenmodul ein ausgefeiltes, aufeinander bezogenes, eineinhalb Jahre dauerndes Angebot zur Verfügung. "Die Kombination von Praxis, Mentoring, Reflexion und wissenschaftlichem Arbeiten schafft eine noch bessere Verzahnung von Theorie und Praxis während der Ausbildung. Zugleich bietet es Auszeiten, um fern ab vom operativen Geschäft, die eigene Tätigkeit und Rolle zu reflektieren und neue Handlungsoptionen zu ersinnen", erklärt die für das Mentorenfirmenmodul verantwortliche Dipl.-Psych. Annette Gebauer.

* Zur "Praxis" zählen mindestens 90 Tage praktischer Tätigkeit in einer der rund 100 Mentorenfirmen der Universität Witten/Herdecke (z.B. Hochtief, Dr. Oetker, Kostal, McKinsey, Ernst&Young, L´Oreal) in verschiedenen Rollen. Die Arbeitsmodalitäten werden zwischen dem Studierenden und dem Unternehmen frei verhandelt.
* Mentoring bedeutet, dass die Studierenden während der praktischen Tätigkeit durch einen Mentor betreut und beraten werden. Coachinggespräche mit einer höherangigen Führungskraft im Unternehmen bieten Gelegenheit zur Diskussion von Themen wie Unternehmertum, Strategie und Führung.
* Zur "Reflexion" kehren die Studierenden zu einer dreitägigen Lehrveranstaltung an die UWH zurück, in der ihre Fälle nach Prinzipien der systematischen Beratung und Gruppendynamik supervidiert werden. Sie reflektieren dabei unter Anleitung erfahrener Dozenten z.B. Organisations- und Teamdynamiken, aber auch ihre eigene berufliche Perspektive.
* Zum Mentorenfirmenmodul zählt auch die wissenschaftliche Verarbeitung der studentischen Unternehmenspraxis. Jeder Teilnehmer des Moduls verpflichtet sich, eine wissenschaftliche Hausarbeit und einen Abschlussbericht zu schreiben.

Der renommierte Organisationsberater Rudolf Wimmer ist vom Erfolg des Moduls überzeugt: "Die eigenen mentalen Modelle, die selbst erlebten Organisationsdynamiken und die eigene Rolle im Unternehmen werden hinterfragt. Das Pendeln zwischen Praxis und Auswertung ermöglicht jenen Kompetenzzuwachs, auf den es uns in Witten ankommt: Handlungsfähigkeit im Unternehmen verknüpft mit theoriegeleitetem Reflexionsvermögen."

Kontakt: Annette Gebauer, Deutsche Bank Institut für Familienunternehmen, Tel.: 02302/926-541, -535

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