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FH Aalen: Hochleistungskunststoffe

19.03.2004 - (idw) Fachhochschule Aalen


Prof. Dr. Achim Frick Die Eigenschaften, Anwendungsmöglichkeiten und Verarbeitung von Hochleistungskunststoffen standen im Zentrum des Kongresses, den das Steinbeis Transferzentrum Polymer Engineering und die Solvay Advanced Polymers GmbH an der Fachhochschule Aalen veranstalteten. Zur Tagung meldeten sich 60 Vertreter aus der Kunststoffindustrie. Thematisiert wurden Chancen und Probleme beim Einsatz von Hochleistungskunststoffen in den Bereichen der Automobil-, Medizin- und Sanitärtechnik sowie im chemischen Anlagenbau. Für den Rektor der Fachhochschule Aalen, Prof. Dr. Dr. Ekbert Hering, liegt die Faszination der Kunststofftechnik in der kreativen Gestaltung eines Werkstoffes für einen zweckgemäßen Einsatz in der Technik.

Gastgeber Prof. Dr. Achim Frick, Prodekan des Fachbereichs Maschinenbau und Werkstofftechnik, stimmte die Teilnehmer des Kongresses mit Highlights moderner Kunststofftechnik auf die Zukunftsmärkte Medizin- und Automobiltechnik ein. Als Hochleistungskunststoffe bezeichnete Prof. Dr. Frick hochkomplexe, multifunktionale und maßgeschneiderte Werkstoffe, die den Vorzug besitzen, bei geringem Gewicht eine hohe thermische Stabilität aufzuweisen und sich bei Bedarf nach einer gewissen Zeit aufzulösen, wie es beispielsweise bei Nähten nach operativen Eingriffen wünschenswert ist. Frank Eversmann von der Solvay GmbH ergänzte die Vorzüge der Kunststoffe um die Eigenschaften der Korrosionsbeständigkeit und der Isolierungseffekte. Für komplexe Bauteile aus Hochleistungskunststoffen seien nicht nur wenige Montageschritte erforderlich, auch die kostenintensive Nachbehandlung des Produktes falle in der Kunststofftechnik weg. Innerhalb der Hochleistungskunststoffe arbeitete Eversmann die Vorteile von amorphen Thermoplasten gegenüber teilkristallinen heraus.

Den Einsatz teilkristalliner Polyamide in Motorbauteilen beschrieb Eversmanns Kollege Dr. Robert Greßlinger. Die Materialauswahl sei bestimmt durch technische Vorgaben wie Hitzebeständigkeit aber auch durch politische Normen wie die Reduzierung von Emissionen. Im Ergebnis präsentierte Dr. Greßlinger aus der Kunststofftechnik beispielhaft Ladeluftkühler, Abgasventile, Gebläse, Regelklappen oder Kraftstoffleitungen. Dr. Michael Römer von der Robert Bosch GmbH steuerte Beispiele von Steckverbindern, Sensoren und Zylinderkopfhauben aus Hochleistungskunststoffen im Motorheißölbereich bei.

Das Thema Qualitätsmanagement bei der spritzgießtechnischen Fertigung von Mikro-Präzisionsteilen trug Claudia Stern vom Studiengang Kunststofftechnik der Fachhochschule Aalen vor. Ein wesentlicher Faktor des Qualitätsmanagements sei die Problemvermeidung in Bezug auf die Bauteileigenschaften. Diese würden charakterisiert durch die Morphologie des Polymerwerkstoffes, dessen chemische Konstruktion und seiner technischen Verarbeitung. Daraus ergebe sich ein prozessbasiertes Qualitätsmanagement, dessen kritische Faktoren Schussvolumen, Verweilzeit und Hitzebeständigkeit Claudia Stern an Diagrammen veranschaulichte.

Weitere Informationen und Tagungsunterlagen bei:
Prof. Dr. Achim Frick
07361/576-171
Achim.Frick@fh-aalen.de
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