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Infos rund um den Schilddrüsenkrebs

19.03.2004 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Jedes Jahr erkranken in Deutschland im Schnitt 3000 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Die Aussichten, von diesem seltenen Tumorleiden dauerhaft geheilt zu werden, sind heute ausgesprochen gut. Voraussetzung dafür ist allerdings neben einer kompetenten Behandlung eine langjährige - am besten lebenslange - Nachsorge in einem spezialisierten Zentrum. Um betroffene Patienten und deren Angehörige über diese Erkrankung und wichtige Aspekte der Diagnose, Therapie und Nachsorge umfassend zu informieren, lädt die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM) alle Interessierten am kommenden Dienstag, 23. März 2004, von 18 bis 20 Uhr zum 1. Münsteraner Patientensymposium "Schilddrüsenkrebs" in den Hörsaal L 20 im Lehrgebäude des Universitätsklinikums (Albert-Schweitzer-Straße 33) ein. Nach zwei Übersichtsvorträgen zu Diagnose und Behandlung wird eine Patientin ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit vorstellen. Danach besteht Gelegenheit zur Diskussion und zu einem weiteren Austausch bei einem Stehimbiss.

Die Klinik für Nuklearmedizin des UKM hat unter Leitung ihres Direktors Prof. Dr. Dr. Otmar Schober seit ihrem Bestehen im Jahr 1988 die Behandlung und Erforschung des Schilddrüsenkrebs als besonderen Schwerpunkt. Mit über 1500 Schilddrüsenkrebs-Patienten in der Nachsorge ist sie eines der größten Zentren in Europa. Nach Angaben der Ärzte hat heute mindestens jeder zehnte Bundesbürger knotige Veränderungen und Vergrößerungen der Schilddrüse, was auf einen jahrzehntelangen Jodmangel zurückgeführt wird. Allerdings handelt es sich nur bei wenigen Knoten um Schilddrüsenkrebs. Die Diagnose Schilddrüsenkrebs wird daher meist erst im Rahmen einer Schilddrüsen-Operation gestellt.

Der erste Schritt der Behandlung besteht darin, dass der Chirurg die Schilddrüse möglichst vollständig entfernt. Dies gelingt aber nur selten zu hundert Prozent. Der zweite Schritt der Behandlung ist daher die Radiojod-Behandlung. Das radioaktive Jod wird in Tablettenform, genauer gesagt in einer Gelantinekapsel, geschluckt und dann von den noch verbliebenen Schilddrüsenzellen aktiv aufgenommen. Die von dem Jod ausgehende Strahlung hat eine Reichweite von weniger als einem Millimeter im Gewebe. Bei dieser Bestrahlung von innen werden die Schilddrüsenzellen also sehr
intensiv, der übrige Körper aber kaum bestrahlt. Hiermit ist es möglich, auf schonende Weise das Schilddrüsenrestgewebe und gelegentlich auch Tochterabsiedlungen komplett zu entfernen. Dies und weitere Aspekte der Behandlung sind auch in einer von Prof. Schober und seinem Oberarzt Dr. Martin Biermann verfassten Informationsbroschüre beschrieben. Eingesehen werden kann sie im Internet auf den neu gestalteten Patienteninformationsseiten der Klinik unter http://www.uni-muenster.de/Nuklearmedizin/info/.
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