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Euthanasie durch die Hintertür?

20.03.2004 - (idw) Fachhochschule Dortmund

Studium Generale - offene Fachhochschule

Patientenverfügungen - Einstieg in die Euthanasie durch die Hintertür?

Ref.: Prof. Dr. Franco Rest (Dortmund) Dienstag, den 23. März 2004, 19 - 21.00 Uhr, Fachhochschule Dortmund, Sonnenstr. 96

Zu seinem Vortrag schreibt der Autor:

"Einerseits hat Deutschland eine besondere Geschichte mit der sog. Euthanasie, andererseits ist unser Land von Ländern unterschiedlicher Formen der neuen Euthanasie (Tötung auf Verlangen: Niederlande, Belgien; Selbsttötungsnachhilfe: Schweiz) umgeben; und nun wird versucht, das Problem der Entsorgung Schwerstkranker, Behinderter, Alter und Sterbender mit dem Instrument der Patientenverfügungen, einer Entscheidung gegen ein nicht mehr Weiterleben-Wollen unter gedachten, zukünftigen Umständen zu regeln. Aber wem dienen Patientenverfügungen wirklich, dem Patienten oder dem Arzt und den Anwälten oder Richtern?

Wem dient die Strategie der Entmutigungen für eine gedachte Zukunft? Angeblich sind Verfügungen ein Mittel zu mehr Autonomie und Selbstbestim-mung. Aber was ist das für eine Selbstbestimmung, welche in dem Augen-blick zur Wirkung kommen soll, in dem das Selbst sich nicht mehr bestimmen kann? Das Europaparlament möchte auch Deutschland zwingen, Euthanasieregelungen zu schaffen. Um dies vorzubereiten bzw. um die Bevölke-rung darauf einzustimmen, soll die Arbeitsgruppe "Patientenautonomie am Lebensende" der Bundesjustizministerin alle Begründungen für die Rechts-sicherheit der Patientenverfügungen liefern.

Wenn das gelungen wäre, würden sich die gesellschaftlichen Aufgaben zu mehr Ermutigung, Beglückung, Bemächtigung und Behauptung des "Selbst" erübrigen und sich erhebliche Einsparungen bei Kranken, Behinderten und Sterbenden ergeben. In dem Vortrag wird versucht, den Tendenzen Alternativen entgegen zu setzen und die Methoden des Denkens "durch die Hintertür" zu enttarnen. Die daraus zu ziehenden auch praktischen Konsequenzen werden aufgezeigt."

Franco Rest ist Professor für Erziehungswissenschaften und Sozialphilosophie / Sozialethik am Fachbereich Soziales der Fachhochschule Dortmund. Er ist einer der Mitbegründer der Hospizbewegung in Deutschland und in einigen anderen Ländern (Ungarn, Slowenien u.a.), für deren Entwicklung er umfangreiche Untersuchungen und Publikationen vorgelegt hat; über viele Jahre beriet er die Landesregierung NRW in allen Fragen der Hospiz-Versorgung. Er ist gleichzeitig wissenschaftlicher Direktor der Akademie für Hospizliche Bildung und Kultur in Essen-Steele.
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