Technik-Workshop: Kultur von Meeresorganismen30.03.2004 - (idw) Forschungszentrum Terramare, Zentrum für Flachmeer-, Küsten- und Meeresumweltforschung e.V.
Unter dem Titel "Technische Aspekte der Kultivierung mariner Organismen" findet der 3. Workshop der Fachgruppe Meeresbiotechnologie in Hannover statt.
Mit der technischen Seite der Kultivierung von Meeresorganismen befaßt am sich 15. April in Hannover der 3. Workshop der Fachgruppe Meeresbiotechnologie, zu der sie in Zusammenarbeit mit der BioRegioN GmbH einlädt. Seit Jahrtausenden ist das Meer eine Nahrungsquelle des Menschen. Sind es hierzulande mehr Fisch, Krebstiere und Muscheln, die den Speisezettel vervollständigen, gehören in Asien traditionell auch Algen zur alltäglichen Nahrung. Inzwischen hat man erkannt, daß die Ernährung mit ihnen - wie auch mit anderen Meeresorganismen - einen positiven Beitrag zur Gesundheit leisten kann. Die Gesundheit - sie ist ein Aspekt, unter dem die Meere immer intensiver betrachtet werden. Einerseits ganz klassisch mit den Küstenräumen als Regionen der Erholung, andererseits im Hinblick auf die bereits erwähnte Ernährung, aber auch etwa auf neuartige Medikamente aus dem Meer. Was die Erhaltung des Erholungswertes der Küstengewässer angeht, so gibt es erste Versuche, überdüngende Nährstoffeinträge durch gezielte Kultur von Meeresalgen zu reduzieren. Diese können - regelmäßig geerntet - Verwendung im Kosmetikbereich oder auch der Ernährung finden. Im Bereich Wirkstoffsuche erscheinen Substanzen aus Meeresgetier sowie marinen Bakterien und Pilzen, beispielsweise als Antitumorstoffe und Antibiotika erfolgversprechend. Schließlich ist das Meer eine Quelle für Werkstoffe. Erinnert sei hier nur an das Perlmutt oder den antiken Farbstoff Purpur. Beispiele zukünftiger Anwendungen könnten Antifouling-Substanzen oder unter Wasser aushärtende Klebstoffe sein, die man marinen Lebewesen abgeschaut hat . Sowohl die klassische Nutzung des Meeres als Nahrungsquelle als auch die moderne Suche nach Werk- und Wirkstoffen werfen eine Reihe von Problemen auf, der die moderne Marikultur und die Bioreaktortechnik begegnen wollen: So sind die Ozeane inzwischen in weiten Bereichen überfischt, Fischpopulationen, wie etwa die des Kabeljaus vor Neufundland sind zusammengebrochen. Dazu kommt eine regionale - teilweise extreme - Belastung der Meere mit Schadstoffen. Moderne Marikultur will demgegenüber hochwertige Meeresfrüchte bei minimaler Belastung der Meere produzieren. Kreislaufsysteme könnten da eine Lösung sein. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bestrebungen, marine Organismen in so großen Mengen zu erhalten, daß sie als Lieferanten von Rohstoffen für Medikamente und Werkstoffe überhaupt in Frage kommen. Denn oft sind derartige Organismen entweder nicht in den benötigten Mengen vorhanden, oder ihre Entnahme aus dem Meer stellt einen so massiven Eingriff in das Ökosystem dar, daß er sich verbietet. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich auch in Deutschland die entsprechende Biorektortechnik sowie eine Aqua- und Marikulturindustrie. Unternehmen und Forschungseinrichtungen wollen am 15. April in Hannover ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschen. Der Workshop "Technische Aspekte der Kultivierung mariner Organismen" beginnt um 10.00h im Hörsaal WD01 des Instituts für Lebensmittelchemie der Universität Hannover. Anmeldungen sind noch bis zum 2. April möglich (s. u.a. Web-Adresse f. Antwortfax). Veranstaltung: Technische Aspekte der Kultivierung mariner OrganismenVeranstaltungsort: Universität Hannover Institut für Lebensmittelchemie Wunstorfer Strasse 14 30453 Hannover Hörsaal: WD01 Termin: 15. April 2004, 10:00 Uhr PROGRAMM 10:00 Uhr Begrüßung Dr. Roland Ulber, Institut für Technische Chemie, Universität Hannover Dr. Gerd Liebezeit, Forschungszentrum Terramare, Wilhelmshaven 10:40 Uhr Algen, Würmer, Krebse, Fische - technische Aspekte der Marikultur in Norddeutschland Prof. Dr. Gerd Liebezeit, Forschungszentrum Terramare, Wilhelmshaven 11:00 Uhr Kaffeepause 11:30 Uhr Aspekte moderner Kreislaufanlagen N.N., Fischtechnik Fredelsloh GmbH, Moringen 11:50 Uhr Integrierter Einsatz von Abschäumer, Biofilter und Ozon in Aquakultursystemen. Dipl.-Ing. Erwin Sander, Elektroapparatebau GmbH, Uetze-Eltze 12:10 Uhr Möglichkeiten der Filterung, Temperaturführung und Desinfektion in Kreislaufsystemen Ulrich Pfeffer, Pfeffer Filter und Aquakulturtechnik, Gingen an der Fils 12:30 Uhr Mittagspause 14:00 Uhr Züchtung mariner Makroalgen: Technische Möglichkeiten und erste Erfahrungen mit der Sylter Algenfarm Prof. Dr. Klaus Lüning, Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Wattenmeerstation Sylt 14:20 Uhr Marktfähige Technologie für marine Mikroalgen Bernd Kroon, Z + L marine Rohstoffe, Langen 14:40 Uhr Zur Bioprozesstechnik mit marinen Bakterien und Pilzen Prof. Dr. Siegmund Lang, Institut für Biochemie und Biotechnologie, Technische Universität Braunschweig 15:00 Uhr Kaffeepause 15:30 Uhr Optimierung mariner Kultivierungen durch den Einsatz von Algorithmen PD Dr. Roland Ulber, Kai Muffler, Institut für Technische Chemie, Universität Hannover 15:50 Uhr Vorstellung einer Kreislaufanlage im Labormaßstab zur Zucht von Penaeus vanamey Martin Kröger, Christina Thobor, Polyplan GmbH, Bremen 16:10 Uhr Ende
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