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Synergiepreis für interdisziplinäre Lehrprojekte vergeben

03.04.2004 - (idw) Fachhochschule Bielefeld

Mit der Vergabe des Synergiepreises fördert das Rektorat der Fachhochschule (FH) Bielefeld interdisziplinäre Lehrveranstaltungen oder Projekte, die für den regulären Lehrbetrieb geeignet sind.

Der Synergiepreis 2004 wurde überreicht durch Professor Dr. Uwe Rössler, Prorektor für Lehre, Studium und Studienreform, und Helmut Flöttmann, Leiter Technische Aus- und Weiterbildung der Miele & Cie GmbH & Co., Gütersloh, als externes Jury-Mitglied.

Die Projekte "Dialogische Diagnostik oder Diagnostik im Dialog" und "Lehridee - Ideen und Konzepte für das Lernen und Lehren an Hochschulen" werden mit je 5000 Euro ausgezeichnet. Mit einem Sonderpreis wird das Projekt "Virtueller Campus" gewürdigt, eine Initiative des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss).

"Dialogische Diagnostik oder Diagnostik im Dialog"
Von den Fachbereichen Sozialwesen sowie Pflege und Gesundheit wurde ein gemeinsames Seminar zum Thema Dialogische Diagnostik durchgeführt. Das Seminar wurde für Studierende aus beiden Fachbereichen vorbereitet.

Warum dies gemeinsame Thema?
Beide Fachbereiche und deren Ausbildungen zielen auf eine Professionalisierung in helfenden Berufen. Von den Betroffenen in den Fachprofessionen werden hier immer wieder Defizite festgestellt: Dies gilt insbesondere im Hinblick auf diagnostische Kompetenz in den Sozialberufen und im Hinblick auf Beziehungskompetenz in den pflegerisch-medizinischen Berufen.

Teil des professionellen Handelns ist die Feststellung des Unterstützungs- und Hilfebedarfes von Menschen. Diese Feststellung wird auch mit Diagnostik bezeichnet. Im Gegensatz zur Diagnostik an Maschinen und Geräten (Autowerkstatt) ist Diagnostik an Menschen immer darauf angewiesen, mit den Betroffenen in ein Gespräch zu kommen. Dieses Gespräch hat immer zwei Funktionen aus der Sicht der professionellen Helfer: Informationsfunktion und Aufbau einer Beziehung. Beziehungsfähigkeit und Dialogfähigkeit ist somit auch wesentlicher Bestandteil professionellen Handelns in den Gesundheits- und Sozialberufen. Dialog setzt eine Subjekt-Subjektbeziehung voraus und zielt auf die Begegnung zwischen Menschen. Die wirkliche Begegnung kann allein auch schon heilenden Charakter haben.

Die Besonderheit des Seminars bestand gerade darin, dass die unterschiedlichen Stärken und Defizite der Gruppen komplementär zueinander zu sehen waren und diese folglich im Seminar zu gegenseitigen Lernprozessen genutzt werden konnten und zu wechselseitiger Wertschätzung führten.

Das Seminar sollte zum Nachdenken anregen, Erfahrungen ermöglichen und dazu beitragen, eine Sprache für die Erfahrungen zu finden, um auf diese Weise die eigene Professionalität weiter zu entwickeln. Gerade die Konfrontation mit anderen Studierenden und deren unterschiedlichen Lern- und Arbeitsformen, das Zusammenbringen eines pädagogischen und eines pflegerischen Zugangs zum Thema stellte sich als Bereicherung heraus. Dies galt ebenso für die Kombination von erfahrungsorientiertem Zugang mit Theoriearbeit an Texten.

Projektpartner:
Professorin Dr. Cornelia Muth (Fachbereich Sozialwesen, Erziehungswissenschaft, insb. Historische Erziehungsmodelle, Schul- und Freizeitpädagogik, Geschichte der Philosophie)
Professorin Dr. Annette Nauerth (Fachbereich Pflege und Gesundheit, Biomedizinische Grundlagen der Pflege)

"Lehridee" - Ideen und Konzepte für das Lernen und Lehren an Hochschulen
Die Website "Lehridee" möchte mit ihren Beiträgen das Lernen und Lehren an Hochschulen bereichern. "Lehridee" dient dabei aber nicht nur als einfache Informationsquelle zum Download, sondern sie unterstützt vielmehr auch den Erfahrungsaustausch unter Lehrenden und Lernenden nachhaltig. So wurden didaktische Elemente der "Lehridee" bereits im Wintersemester 2003/04 von Studierenden, die später selbst den Lehrberuf ausüben wollen, in der Veranstaltungen von Professorin Dr. Klemme und Professor Dr. Sohr aus dem Fachbereich Pflege und Gesundheit eingesetzt. Die Lehridee ist konzipiert für:

Studierende aller Disziplinen bei Lern- und Arbeitstechniken sowie Schlüsselkompetenzen,
Studierende des Fachbereichs Pflege und Gesundheit in didaktisch, methodischen Fragestellungen,
Tutorinnen und Tutoren bei der Planung und Durchführung von Erstsemestertutorien und Fachtutorien und
Lehrende im Bereich Schlüsselqualifikationen, beim Konzipieren und Durchführen von Lehrveranstaltungen, bei der Beratung von Studierenden u.s.w.

"Lehridee" ist ein Kooperationsprojekt des Netzwerkes hdw-nrw-fh mit der Hochschulbibliothek der FH Bielefeld. Die Projektleitung liegt bei Dr. Tobina Brinker (Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der FH Bielefeld) und Dr. Antje Kellersohn (Hochschulbibliothek der FH Bielefeld). Der Aufgabenschwerpunkt der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik liegt im inhaltlichen Bereich. Die technische Konzeption, Implementierung und der laufende Betrieb erfolgt in der Hochschulbibliothek.

Ende September 2003 wurde die Website "Lehridee" mit über 100 Beiträgen online geschaltet und steht seitdem allen Interessierten unter der URL http://www.lehridee.de zur Verfügung. Anfang Januar 2004 wurde eine umfangreiche Pressekampagne gestartet. Seitdem steigen die Zugriffszahlen sprunghaft an. Im Januar 2004 wurden 90.000 Zugriffe registriert.

Projektpartner:
Dr. Tobina Brinker (Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik; Projektleiterin)
Dr. Antje Kellersohn (Leiterin der Hochschulbibliothek; Projektleiterin)
Dipl.-Ing. Farokh Fränkel (Leiter der DV-Abteilung Hochschulbibliothek)
Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier (Dekan des Fachbereichs Maschinenbau)
Professorin Dr. Beate Klemme (Fachbereich Pflege und Gesundheit)
Dipl.-Päd. Eva Maria Schumacher (Institut für konstruktives Arbeiten-Leben-Lernen, Hagen)
Professor Dr. Sven Sohr (Fachbereich Pflege und Gesundheit)

Sonderpreis: Projekt "Virtueller Campus"
Eine Initiative des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss).
Studierende der FH Bielefeld fragten ein virtuelles Forum nach, in dem man auf unterschiedlichen Internetseiten Nachrichten hinterlassen, Themen diskutieren und Fragen stellen kann. Das Angebot ist fachbereichsübergreifend und richtet sich an alle Angehörigen der Fachhochschule. Aufbau und Pflege liegt bei den Studierenden. Das Internet-Angebot der FH Bielefeld wird um eine dialogische Komponente bereichert. Der ASTA initiierte ein Planungstreffen, aus der eine Kernarbeitsgruppe hervorging, in der Studierende aus allen Fachbereichen mitwirkten. Nach einer an der Hochschule durchgeführten Bedarfserhebung wurden erste Strukturen für ein fachübergreifendes Forum geschaffen, dass "Virtueller Campus" genannt wird. Ziel ist es, das Forum im Laufe des Sommersemesters 2004 online zu stellen.


Projektpartner

Linda Mieleck (AStA-Vorsitzende, Studierende am Fachbereich Gestaltung; Projektleiterin)
Dennis Teske (AStA-Vorstand, Studierender am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik; Projektleiter)
Dipl.-Kfm. Sven Adam (Datenverarbeitungszentrale)
Meike Diekmann (Studierende am Fachbereich Pflege und Gesundheit)
Tim Henze (Studierender am Fachbereich Mathematik und Technik)
Alexander Hokamp (Studierender am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik)
Sascha Kaiser (AStA-Mitarbeiter, Studierender am Fachbereich Sozialwesen)
Ralf Meinecke (Studierender am Fachbereich Mathematik und Technik)
Dipl.-Ing. Erich Weidner (Leiter der Datenverarbeitungszentrale)
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