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10 Jahre wissenschaftliche und praxisorientierte Abrüstungsarbeit in Bonn - BICC feiert Geburtstag

06.04.2004 - (idw) Bonn International Center for Conversion (BICC)

Am 2. April 2004 begeht das BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn - Bonn International Center for Conversion) im Haus der Geschichte in Bonn seinen 10. Gründungstag. Hauptredner des Festaktes ist Bundespräsident Johannes Rau. Zu den weiteren Gästen gehören Erich Stather, Staatssekretär im BMZ, Hannlore Kraft, Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn Bärbel Dieckmann.

"Das BICC wurde 1994 auf Initiative des damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau und seiner Wissenschaftsministerin Anke Brunn gegründet, um die Vereinten Nationen, Regierungen, Kommunen und gesellschaftliche Gruppen bei der Umsetzung der Abrüstung zu beraten und zu unterstützen. Die 1990er Jahre boten als "Jahrzehnt der Abrüstung" viele Chancen für zivile Innovationen und ziviles wirtschaftliches Wachstum. Das BICC bekam den Auftrag zur Konversion, d.h. Erfahrungen zu sammeln, zu analysieren, aufzubereiten und zu vermitteln, wie frei werdende militärische Ressourcen bestmöglich genutzt werden können. Zwar haben sich die Hoffnungen auf Abrüstung nicht im gewünschten Maße realisiert. Dennoch gilt das BICC heute als "globaler Marktführer" in Sachen Konversionsforschung. Sein Rang als exzellente Wissenschaftseinrichtung in Nordrhein-Westfalen ist unumstritten. Die UN-Stadt Bonn hat das BICC anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zum offiziellen "Partner für Entwicklung und Frieden" erklärt.

Das Markenzeichen des BICC ist die wissenschaftlich fundierte, aber gleichzeitig praxisorientierte Analyse und Beratung. Das BICC vermittelt Informationen, veröffentlicht Publikationen und berät seine nationalen und internationalen Auftraggeber in Fragen der Liegenschaftskonversion, zur Demobilisierung von Streitkräften, zum Abbau und der Vernichtung von überschüssigen Waffen, zur Sanktionspolitik der Vereinten Nationen sowie zu Fragen der Krisenprävention.


"Ich bin davon überzeugt, dass das Thema Konversion auch in Zukunft für viele Staaten wichtig sein wird und dass das BICC dabei helfen wird, wo es kann. Ich bin auch davon überzeugt, dass das umfassendere Konzept der 'menschlichen Sicherheit' eine immer größere Bedeutung in der Arbeit des BICC einnehmen wird und einnehmen muss", betont Bundespräsident Johannes Rau.

Konversion, Konfliktprävention und Friedenskonsolidierung - neue Herausforderungen für das BICC
Die ursprünglich vor allem in der Arbeit in Deutschland und Osteuropa gewonnene Kompetenz wurde bald auch in anderen Regionen der Welt nachgefragt. Insbesondere in Afrika ist das BICC seit den Gründerjahren in vielen Projekten tätig. Der Rückgang der Abrüstung in Europa Ende der 1990er Jahre führte zu einer weiteren Verlagerung der Schwerpunkte der Tätigkeit in andere Regionen der Welt.

Auch thematisch hat das BICC expandiert. Seine inhaltliche Arbeit beruht heute auf den drei Säulen klassische Konversion, Konfliktprävention und Friedenskonsolidierung. "Vorbeugend vor dem Aufflammen von Konflikten kann Konversion helfen, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Schaffung stabiler politischer Verhältnisse zu leisten. Wichtige Stichworte hierzu sind Kontrolle von Kleinwaffen und Reform des Sicherheitssektors", erläutert Peter Croll, Geschäftsführer des BICC, diese Aufgabenstellung.

In seiner Arbeit verbindet das BICC traditionelle Fragen der Sicherheit wie Rüstungskontrolle, Kleinwaffenabrüstung und Entwicklung von Sanktionsmaßnahmen anstelle von kriegerischen Interventionen mit zentralen Themen der Entwicklungspolitik wie Zugang zu Wasser sowie Bekämpfung von Armut aber auch von Seuchen wie HIV/AIDS.

Mit Blick auf die Zukunft des BICC sieht Peter Croll neue Herausforderungen auf das Zentrum zukommen: "Wir brauchen mehr denn je eine intellektuelle Konversion, eine Konversion, die ideologischen Intoleranzen begegnet, in der Gewalt eine geringere Rolle einnimmt und die den globalen Reichtum gleicher verteilt. Ohne wohlverstandene Konversion keine Sicherheit und ohne Sicherheit keine nachhaltige Entwicklung."


Internationale wissenschaftliche Jubiläumskonferenz zu sicherheitspolitischen Fragen
Im Rahmen einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz, die am 1. und 2. April anlässlich des 10. Geburtstages des BICC ebenfalls im Haus der Geschichte in Bonn stattfand, diskutierte das BICC mit sicherheitspolitischen und Abrüstungsexperten aus aller Welt seine Arbeitsergebnisse und zentralen Themen. In sechs Arbeitsgruppen wurden Fragen der internationalen Rüstungskontrolle, die Rolle externer Akteure bei der Lösung von Konflikten, das Verhältnis von Vereinten Nationen, NATO und Europäischer Union im Sicherheitsbereich, die Kontrolle der Kleinwaffen sowie das Konzept der "menschlichen Sicherheit" erörtert. An dieser Konferenz nahmen u.a. der frühere Untergenereralsekretär der Vereinten Nationen und Vorsitzende des Internationalen Beirats des BICC Reinhart Helmke, die Leiterin des Abrüstungsinstituts der Vereinten Nationen Patricia Lewis und der stellvertretende polnische Außenminister Daniel Rotfeld teil.

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