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Sprache, Macht und Ideologie - LAUD-Symposium an der Universität in Landau

07.04.2004 - (idw) Universität Koblenz-Landau

Vom 19. bis 22. April 2004 dreht sich an der Universität in Landau alles rund um das Thema "Sprache". Bereits zum dritten Mal richtet die linguistische Agentur LAUD ihr internationales sprachwissenschaftliches Symposium in der Südpfalz aus. Themen in diesem Jahr: Machteinflussnahme und Machtaneignung über Sprache

Vier Tage lang, vom 19. bis 22. April 2004, dreht sich an der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, alles rund um das Thema "Sprache". Bereits zum dritten Mal richtet die linguistische Agentur LAUD ein internationales sprachwissenschaftliches Symposium in der Südpfalz aus. Die mittlerweile 30. Tagung von LAUD steht unter der Leitung des Landauer Sprachwissenschaftlers Prof. Dr. Martin Pütz vom Institut für Fremdsprachliche Philologien (Anglistik) der Universität in Landau.

In diesem Jahr steht die Konferenz unter dem Thema "Machteinflussnahme" beziehungsweise "Machtaneignung über Sprache". Die rund 70 Teilnehmer aus 23 Ländern und fünf Erdteilen (von Sydney über Madrid bis New York und von Lagos über Montreal bis Tokio) wollen nach Lösungsmöglichkeiten suchen, die auf eine sozial stimulierende statt diskriminierende Sprachpolitik hinzielen. Dabei soll eine Vielzahl unterschiedlicher Regionen weltweit einbezogen werden. So beschäftigt sich ein Teil der Vorträge mit den Sprachsituationen in afrikanischen Ländern, wo das Thema der Sprachpolitik besonders aktuell und brisant ist. Angesichts der sprachpolitischen Herausforderungen wird das Beziehungsgeflecht zwischen Sprache und Gesellschaft neu zu überdenken sein - sowohl in seiner weltweiten wie auch kulturspezifischen Dimension. Weiterhin wollen sich die Symposiumsteilnehmer mit den sozio-kulturellen und pädagogisch-didaktischen
Möglichkeiten befassen, die ein neues Verständnis von Sprache und Dialekt als Instrument der sozialen und geistigen Persönlichkeitsentfaltung und somit der "Selbstermächtigung" beinhalten. Als ein zentraler Aspekt wird die Beherrschung der kulturübergreifenden Sprachverwendung in Situationen des Sprachkontakts und somit des Bilingualismus - und in vielen Kulturräumen - des Multilingualismus untersucht werden.

Dass Sprachpolitik und Machtaneignung über Sprache ein zeitkritisches Thema ist, zeigt sich daran, dass die teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt in die Südpfalz anreisen. Als Hauptreferent wird der Begründer der amerikanischen Sprachsoziologe, Professor Joshua Fishman von der Stanford University (USA), erwartet. Fishman hat sich in mehr als tausend Publikationen mit sprachsoziologischen Problemen ethnischer Minderheiten befasst und diesbezüglich theoretische Konzepte der Spracherhaltung, der Sprachverschiebung und der Sprachförderung entwickelt. Weitere hochkarätige Referenten sind die führende Expertin des bilingualen Phänomens "Sprachwechsel" (Codeswitching), Professor Carol Myers-Scotton (USA), und der südafrikanische Kulturwissenschaftler und ehemalige Anti-Apartheid Politiker Neville Alexander, der gemeinsam mit Nelson Mandela Konzepte für eine nicht-rassistische Regierung in Südafrika entwickelte.

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Pütz
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Markstraße 40, 76829 Landau/Pfalz
Tel.: 06341/146-204
Email: puetz@uni-landau.de

Detaillierte Informationen und das Tagungsprogramm im Internet
http://www.uni-landau.de/~anglld/laud.htm
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