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Tagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie in Bonn

14.04.2004 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Auf der 50. Tagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie diskutieren rund 500 Urologen vom 22. bis 24. April in der Beethovenhalle über aktuelle Themen ihres Fachgebiets und tauschen Erfahrungen aus. "Ich freue mich darüber, dass wir diese Jubiläumsveranstaltung hier in Bonn ausrichten können", sagt Tagungspräsident Professor Dr. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Bonn. Im Anschluss an das wissenschaftliche Programm lädt der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe die Öffentlichkeit und Medienvertreter zu einem Patientenseminar unter dem Motto "Prostatakrebs - Erkennen und Behandeln" ein. Diese kostenlose Informationsveranstaltung findet am Samstag, 24. April, von 14 bis 16 Uhr im Studio der Beethovenhalle statt.

In Deutschland ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Fast jeder Fünfte aller jährlich neu an Krebs erkrankten Männern leidet an diesem Karzinom. "Die Heilungschancen sind gut, wenn der Prostatakrebs früh erkannt wird. Aber nur jeder siebte Mann geht zur Früherkennung und noch immer kommen viele Männer zu spät", sagt Professor Müller. Denn zum Zeitpunkt der Diagnose hat der Krebs bei rund jedem dritten Patienten schon andere Organe befallen und ist nicht mehr heilbar. Einmal im Jahr kann jeder Mann ab 50 Jahren eine von den Krankenkassen bezahlte Tastuntersuchung in Anspruch nehmen. Der Arzt tastet die Prostata vom Enddarm her ab und kann so krebsverdächtige Verhärtungen spüren. Aber oft sind die so gefundenen Karzinome schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Eine Lösung bietet hier der PSA-Wert im Blut. Das prostataspezifische Antigen PSA, ein von Prostatazellen gebildeter Eiweißstoff, liegt bei einem Prostatakarzinom meist in erhöhter Konzentration vor. "Ein hoher PSA-Wert muss aber nicht unbedingt etwas Schlimmes bedeuten. Besonders Entzündungen im Harntrakt können diesen Wert ebenfalls erhöhen. Auf der anderen Seite darf sich keiner in Sicherheit wiegen, wenn dieser Wert in Ordnung ist", konstatiert Dr. Guido Fechner, Oberarzt an der Urologischen Universitätsklinik Bonn. Die PSA-Normwerte sind altersabhängig. Für eine aussagekräftige Diagnose wäre eine regelmäßige jährliche Kontrolle des PSA-Verlaufs wünschenswert. Im Gegensatz zu Urologen streiten Gesundheitsökonome allerdings noch immer über den Nutzen einer routinemäßigen PSA-Bestimmung im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung.

Wissenschaftliche Schwerpunkte des Kongresses sind Blasen- und Nierenkarzinome unter dem Blickwinkel moderner Operationstechniken. Hier werden nach urologischer Tradition endoskopische, minimal invasive und organerhaltende Behandlungsverfahren favorisiert. So kann beispielsweise bei kleinen Nierentumoren die tumortragende Niere erhalten werden. Nach radikaler Entfernung der Blase konstruieren Urologen heutzutage aus Darmanteilen des Patienten eine "Neoblase", die fast so gut wie die alte Blase ist. Ein weiteres Thema der Tagung ist auch die Kinderurologie bis hinzu Neugeborenen. "Wir Urologen sind bei weitem nicht nur Ärzte für ältere Männer, obwohl dieses Bild von uns in der Öffentlichkeit besteht", sagt Professor Müller. "Beispielsweise darf mit der Behandlung eines Hodenhochstandes nicht bis zur Pubertät gewartet werden. Ein Hodenhochstand muss frühzeitig behandelt werden, sonst sind Hodentumore oder Unfruchtbarkeit die Folgen."


Ansprechpartner:
Professor Dr. Stefan C. Müller
Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-4181
E-Mail: stefan.mueller@ukb.uni-bonn.de

Oberarzt Dr. Guido Fechner
Klinik für Urologie des Univesitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5109
E-Mail: guido.fechner@ukb.uni-bonn.de
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