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Sport und Ästhetik: Aktfotografie an der RUB

15.04.2004 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Ästhetik als sportliche Posen - Körperkultur von den Anfängen der Fotografie bis heute zeigt die Ausstellung "Der sportliche Akt". Vom 19. April bis 14. Mai 2004 stellt Privat-Dozent Dr. Peter Kühnst aus der Fakultät für Sportwissenschaft seine kulturgeschichtliche Dokumentation im Musischen Zentrum (MZ) der Ruhr-Universität vor. Eröffnung ist am Montag, 19. April um 19 Uhr im MZ.


Sportlicher Akt (mit freundlicher Genehmigung der Internationalen FKK-Bibliothek Kassel, Jörg Damm, Baunatal) Bochum, 14.04.2004
Nr. 115

Sport und Ästhetik
Aktfotografie an der RUB
Ausstellung über die Geschichte des sportlichen Aktes

Ästhetik als sportliche Posen - Körperkultur von den Anfängen der Fotografie bis heute zeigt die Ausstellung "Der sportliche Akt". Vom 19. April bis 14. Mai 2004 stellt Privat-Dozent Dr. Peter Kühnst aus der Fakultät für Sportwissenschaft seine kulturgeschichtliche Dokumentation im Musischen Zentrum (MZ) der Ruhr-Universität vor. Eröffnung ist am Montag, 19. April um 19 Uhr im MZ.

Frühe Lichtbilder

"Physique-shots" oder "Colléction Athlétique" heißen die Fotografien, auf denen zum Beispiel Edmond Desbonnet oder Eugene Sandow, Vertreter der Kulturistik, eines frühen Bodybuilding, zu sehen sind. Von 1852 bis zur Jahrhundertwende reicht der erste Teil der Dokumentation aus der frühen Zeit der Fotografie. Die damaligen Fotografen haben sich sehr stark an grafischen und plastischen Vorbildern aus der Antike orientiert. Man merkt in ihren Bildern eine große Neugier für die menschliche Figur. Zudem haben die Chronofotografen die Bewegung wirklichkeitsgetreu und präzise erfasst.

Die Weimarer Zeit

Die Frei-Körperkultur (FKK) erlebte in der Weimarer Republik einen enormen Aufschwung. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein" war das Motto dieser Zeit. Die vielfältigen Reformbestrebungen wie die FKK-Bewegung gehören zur experimentierfreudigen Weimarer Zeit, die 1933 jäh unterbrochen wurde. Aus Leni Riefenstahls künstlerischem Werk wurde im Nationalsozialismus eine Körperästhetik, bei der der Mensch schließlich zum Material degenerierte.

Lichtfreunde und Nackttherapie

Die so genannte Nackttherapie begann schon 1854. Diese traditionelle Bewegung der "Lichtfreunde", die ohne Tabak, Alkohol und Fleisch leben, dokumentierte Michael von Graffenried fotografisch. Die Künstler Gagelmann und Joho "erzählen" von der freien Körperkultur in der DDR, die dort als Massenbewegung geduldet war. Amerikanische Künstler wie Mapplethorpe, Ritts, Weber und Gorman setzen die Aktfotografie der Vergangenheit fort. Die Aufnahmen bilden unsere narzistische, individualistische und exhibitionistische Zeit ab, deren großes Vorbild die Antike ist.

Politischer Hintergrund

Der Europarat hat 2004 als Jahr der "Erziehung durch Sport" deklariert, und damit erhält die Ausstellung ihre Aktualität, genauso wie durch die Olympiade in Athen im Sommer diesen Jahres.

Weitere Informationen

Privatdozent Peter Kühnst, Tel.: 02234/ 64446
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