Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 27. November 2014 

XX.XY.Z - Der "kleine" Unterschied und die Macht der Gene

15.04.2004 - (idw) Max-Planck-Institut für experimentelle Endokrinologie

Fotoinstallation von Bärbel Kasperek + F.P. Kelm in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für experimentelle Endokrinologie in Hannover vom 23.04.04 bis 30.06.2004. Eröffnung der Ausstellung am 23. April um 19:00 Uhr. Es spricht: Gabriele Sand, Sprengel Museum Hannover.


Mann oder Frau?
Frau oder Mann? "Anfangs gab es bei den Menschen drei Geschlechter, nicht wie jetzt zwei, männlich und weiblich, sondern es gab dazu ein drittes, welches diese beiden vereinte." So beginnt Aristophanes in Platons Gastmahl seine Ausführungen über die Natur des Menschen. Die kugelförmigen Menschen waren so gewaltig an Kraft und Stärke, dass sie sich mit den Göttern anlegten. Von den Göttern für diesen Frevel bestraft, wurden sie in zwei Hälften zerschnitten. Seitdem strebt die menschliche Natur danach, aus zweien wieder Eins zu machen. Seither ist Liebe auch die Sehnsucht nach Vollkommenheit, Einheit und Harmonie.

Im Foyer des Max-Planck-Instituts entsteht eine Fotoinstallation aus Gesichtern mit weiblichen und männlichen Anteilen, Gesichter, die ihre eindeutige Identität verloren und eine neue, bisweilen androgyne gewonnen haben. Mischformen des Weiblichen und Männlichen. Die künstlerischen Arbeiten von Bärbel Kasperek und F.P.Kelm wurden eigens für das Max-Planck-Institut erstellt, das dieses Thema anlässlich des Festes der Wissenschaften im Programm hat. XX. XY - diese Buchstabenpaare stehen in der Biologie für weiblich und männlich: Jeder Mann hat in jeder einzelnen Körperzelle ein Y- statt eines zweiten X-Chromosoms. Dieser exakten naturwissenschaftlichen Beschreibung des Geschlechts setzen die Künstler die Ambivalenz des Weiblichen und Männlichen entgegen.

Weitere Termine im Max-Planck-Institut:
24. April, 11-17 Uhr: Tag der offenen Tür (www.fest-der-wissenschaften.de)
24. April 14 Uhr: Vortrag zum Thema XX.XY: Prof. Gregor Eichele
Die Fotoinstallation im MPI kann bis zum 30. Juni 2004 besucht werden.

Anmerkungen zur Fotoinstallation
Ausgangsmaterial für diese fotografischen Abbilder sind zwei Porträts des in Hannover lebenden und arbeitenden Künstlerpaares Bärbel Kasperek + F. P. Kelm, die Fotokopien zerschnitten und immer wieder neu und anders zusammengesetzt haben, wobei die entstehenden harten Schnitte ganz bewusst nicht am Computer weichgezeichnet und geglättet wurden.

Schnitte durchs Gewebe und die Untersuchung dieser Gewebeproben unterm Mikroskop, um den Code des Lebens zu entschlüsseln, ist in der Forschungsarbeit am MPI ein alltäglicher Vorgang. Dies und die Tatsache, dass Gene als Bausteine in unterschiedlicher Zusammensetzung aneinandergefügt und kopiert werden, war Impuls und Ausgangspunkt für die künstlerischen Arbeiten über die Ambivalenz des Weiblichen und Männlichen von Bärbel Kasperek + F. P. Kelm für das MPI Hannover.


Fotos zur Ausstellung und die Lebensläufe der Künstler können von der Homepage abgerufen werden (www.endo.mpg.de) oder sind erhältlich in der Pressestelle des MPI. Wir senden Sie Ihnen gern als Datei zu.
uniprotokolle > Nachrichten > XX.XY.Z - Der "kleine" Unterschied und die Macht der Gene

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/32442/">XX.XY.Z - Der "kleine" Unterschied und die Macht der Gene </a>