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Öffentliche Podiumsdiskussion "Die Identität der Mitte - Gedächtnislandschaft Mitteleuropa"

24.06.2002 - (idw) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema "Die Identität der Mitte - Gedächtnislandschaft Mitteleuropa" findet am 10. Juli 2002 im Senatssaal der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) von 18.15 bis ca. 20 Uhr zum Abschluss eines Kulturwissenschaftlichen Kolloquiums statt. Die Diskussionsleitung übernimmt Viadrina-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Schwan. Es diskutieren Dr. Jan Rydel, Kulturattachee der Republik Polen in Deutschland Dr. Matthias Buth, Leiter des Referates Wissenschaft, Literatur, Musik, Bildende Kunst, Bibliotheken zur deutschen Kultur Mitteleuropas beim Bundesbeauftragten für Kultur und der Medien, Dr. Hanna Nogossek, Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa, und Dr. Ingeborg Fiala-Fürst, Germanistin an der Universität Olmütz, Tschechien.
"In der komplizierten und wechselhaften Geschichte der mitteleuropäischen Staatenwelt stellen Fragen nach dem kollektiven Gedächtnis neue und wichtige Forschungsansätze für das kulturelle Selbstverständnis der Bevölkerung dieses Raumes dar", erläutert die Organisatorin der Tagung, Dr. Uta Hengelhaupt. "Historische Gedächtnisorte - Pierre Nora - oder auch historische Gedächtnislandschaften dienen der symbolischen Vergegenwärtigung von Ereignissen und Personen. Sie können Gruppenbewusstsein schaffen und festigen und kulturelle Identitäten stärken."
Im Mittelpunkt der Diskussion sollen solche Fragen stehen: Wie stabil ist Mitteleuropa als kultureller Bezugsraum der mitteleuropäischen Staaten? Wandeln sich Identitäten im Prozess des sich vereinigenden Gesamteuropa? Gibt es Anzeichen eines neuen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurses, die dem Mitteleuropa-Mythos zu neuer kultureller Legitimation verhelfen?
Dr. Hengelhaupt erläutert: "Während sich die mittelosteuropäischen Nachbarn Deutschlands den Fragen nach der gemeinsamen Geschichte und Identität innerhalb des Kulturraumes Mitteleuropa seit längerer Zeit intensiv widmen, bleibt die Auseinandersetzung mit dem Thema in der Bundesrepublik Deutschland seltsam verhalten. Dieses Defizit resultiert auch aus einer eklatanten Unkenntnis der Kultur und Geschichte in Mitteleuropa bei der jüngeren Generation, obwohl diese zu einem wesentlichen Anteil von Deutschen gestaltet wurde. Nicht zuletzt spiegelt sich darin die in der letzten Jahrhunderthälfte freilich aus unterschiedlichen Gründen erfolgte Tabuisierung des Raumes in beiden deutschen Staaten."
Es überrascht deutsche Wissenschaftler noch immer, mit welcher Vehemenz Polen, Tschechen und Ungarn, aber auch Vertreter Österreichs, der baltischen Staaten oder Rumäniens dazu auffordern, sich wieder mit der eigenen - oder vielleicht besser gesagt - mit der gemeinsamen Geschichte auseinander zu setzen. So kommen wichtige Neuansätze in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung heute vorwiegend von mittel- und osteuropäischen Wissenschaftlern.
"Wie antworten deutsche, polnische, tschechische, ungarische, österreichische und andere mitteleuropäische Wissenschaftler auf die Frage nach den historisch-kulturellen und möglicherweise auch politischen Gemeinsamkeiten in Mitteleuropa. Wer sind und wer waren wir, und wer sind und waren unsere Partner? Wenn Mitteleuropa als kulturelle Gedächtnislandschaft existiert, steht es nicht nur - aber doch gerade auch - den Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Frankfurt (Oder) gut an, nach den Wurzeln des kulturellen und kommunikativen Gedächtnisses, die Mentalitäten und politische Kulturen umfassen, zu forschen", ist Dr. Uta Hengelhaupt überzeugt.

Interessenten sind zur Podiumsdiskussion herzlich eingeladen

in das Uni-Hauptgebäude, Große Scharrnstraße 59, Senatssaal.

Nähere Informationen unter E-Mail: hengel@euv-frankfurt-o.de
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