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Protest in der Rosenstraße 1943

27.04.2004 - (idw) Technische Universität Berlin

Zeitzeugen und Historiker zwischen Akten und Erinnerung
Konferenz des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin / Einladung

Anfang März 1943 demonstrierten zahlreiche Frauen und Jugendliche tagelang vor dem Gebäude eines Sammellagers in der Berliner Rosenstraße, um die Freilassung ihrer jüdischen Männer, Väter oder Söhne zu erreichen, ein einmaliges Geschehen im nationalsozialistischen Deutschland. Margarethe von Trottas Film "Rosenstraße" (2003) hat eine öffentliche Auseinandersetzung um die Einschätzung dieses Protestes ausgelöst, die grundsätzliche Probleme der NS- und Widerstandsgeschichte aufwirft. Es geht vor allem um Fragen nach der (All-)Macht des Regimes und der Ohnmacht der Bürger.

Das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin widmet sich nun diesem Thema und veranstaltet gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Berlin in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand am 29. und 30. April 2004 eine Tagung mit dem Titel "Protest in der Rosenstraße 1943 - Zeitzeugen und Historiker zwischen Akten und Erinnerung".

Wir möchten Sie herzlich zu dieser Tagung einladen. Bitte weisen Sie auch in ihrem Medium auf diese Veranstaltung hin:

Zeit: Beginn am Donnerstag, dem 29. April 2004, um 9.30 Uhr
Ort: Jüdisches Museum Berlin, Konzertsaal, Lindenstr. 9 - 14, 10969 Berlin
Hinweis: Um Anmeldung wird gebeten!

Bei dieser Tagung stellen Historikerinnen und Historiker neuere Arbeiten zu diesem Kapitel der Widerstandsgeschichte vor. So stehen Forschungsergebnisse und -kontroversen, die Frage nach der Allmacht oder der begrenzten Macht der NS-Behörden, die reichsweite Groß-Razzia am 27. Februar 1943 und die Behandlung der Mischehepartner zur Diskussion. Neben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern berichten auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Rosenstraße über ihre Erinnerungen. In einem abschließenden Podiumsgespräch werden Probleme der Vermittlung von Geschichte im Spielfilm erörtert.

Nähere Informationen zum Programm finden Sie nachstehend:


Programm "Protest in der Rosenstraße 1943 - Zeitzeugen und Historiker zwischen Akten und Erinnerung"
Tagung vom 29. bis 30. April 2004


Donnerstag, 29. April 2004

9.30 Uhr Begrüßung
Cilly Kugelmann, Stellvertretende Direktorin des Jüdischen Museums Berlin
Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung

10.00 Uhr Wolf Gruner, Berlin: Die Internierung der Juden aus "Mischehen" in der Rosenstraße 1943. Das Ereignis, seine Hintergründe und seine Folgen

10.45 Uhr Nathan Stoltzfus, Florida State University: The Rosenstrasse Protest and its Reception in Postwar West Germany

12.00 Uhr Joachim Neander, z.Zt. Oswiecim: Die "Auschwitz-Rückkehrer" aus der Rosenstraße - Neue Erkenntnisse aus dem Archiv des Staatlichen Museums in Auschwitz-Birkenau

14.30 Uhr Hermann Graml, München: Joseph Goebbels und die Rosenstraße. Möglichkeiten und Grenzen der Macht des Berliner Gauleiters und Propagandaministers

15.15 Uhr Jana Leichsenring, Berlin: Katholiken in der Rosenstraße und die Intervention von Kardinal Bertram

17.00 Uhr Podiumsgespäch mit Zeitzeugen, Moderation: Beate Kosmala, Berlin
Werner Goldberg, Oskar Baron Löwenstein de Witt, Gisela Mießner, Hans Reis, Hans Rosenthal


Freitag, 30. April 2004

9.30 Uhr Claudia Schoppmann, Berlin: Die "Fabrik-Aktion" in Berlin: Hilfe für Untergetauchte - ein heimlicher Widerstand?

10.00 Uhr Monica Kingreen, Frankfurt am Main: Verfolgung und Verschleppung jüdischer "Mischehe"-Partner in Hessen

11.15 Uhr Beate Meyer, Hamburg: Geschichte im Film: Judenverfolgung, Mischehen und der Protest in der Rosenstraße 1943

12.00 Uhr Podiumsgespräch, Moderation: Ulf Dammann, DeutschlandRadio Berlin
Teilnehmer: Hermann Graml (Historiker), Freya Klier (Filmemacherin), Ariane Kwasigroch (Diplommuseologin), Rainer Rother (Leiter des Zeughaus-Kinos), Daniela Schmidt (Dokumentarfilmerin), Konrad Weiß (Publizist)


Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Beate Kosmala, Zentrum für Antisemitismusforschung, Tel.: 030/314-25467, Fax: 030/314-21136, E-Mail: kos@zfa.kgw.tu-berlin.de oder Ariane Kwasigroch, Blindenwerkstatt/Jüdisches Museum Berlin, Fax: 030/25762614, E-Mail: a.kwasigroch@blindes-vertrauen.de


Diese Medieninformation finden Sie auch im WWW unter http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2004/pi104.htm

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